Biografie

Gregor Strasser

Der Apotheker und führende NSDAP-Funktionär entwickelte sich frühzeitig zu einem mit Adolf Hitler konkurrierenden Protagonisten der nationalsozialistischen Bewegung der 1920er Jahre. Mithilfe der von ihm und seinem Bruder Otto Strasser beherrschten nord- und westdeutschen NSDAP plädierte Gregor Strasser für ein ambivalentes völkisch-sozialistisches Programm, durch das er sich in einen letztlich tödlichen Gegensatz zu Hitler manövrierte. Im Zuge der Parteisäuberung, die Adolf Hitler 1934 gegen den SA-Führer Ernst Julius Röhm durchführte, wurde Gregor Strasser 1934 von der Gestapo in Berlin ermordet...
Gregor Strasser wurde am 31. Mai 1892 als Sohn einer katholischen Beamtenfamilie in Geisenfeld (Oberbayern) geboren.

Nach dem Abitur und einer 1910 bis 1914 absolvierten Lehre zum Drogisten nahm er in München ein Pharmazie-Studium auf. Noch im selben Jahr unterbrach Strasser jedoch die Studien, um als Kriegsfreiwilliger in den Ersten Weltkrieg zu ziehen, wo er das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse erwarb. 1918 schied er als Oberleutnant aus der Armee aus, um das Studium in Erlangen wiederaufzunehmen. 1919 schloss sich Strasser dem rechtsgerichteten Freikorps Epp an. Im selben Jahr legte er das Staatsexamen ab. 1920 begann Strasser, als Apotheker in Landshut zu arbeiten.

Außerdem gründete er nun das "Sturmbataillon Niederbayern", bei dessen Führung er durch den jungen Heinrich Himmler unterstützt wurde. Nach seinem Eintritt in die NSDAP 1921 avancierte Strasser zum Gauleiter von Niederbayern. Infolge seiner Beteiligung an dem 1923 durch Adolf Hitler gegen die Weimarer Demokratie unternommenen Putschversuch geriet Strasser in mehrmonatige Festungshaft. Bereits 1924 zog seine Wahl für den "Völkischen Block" in den bayerischen Landtag die Haftentlassung nach sich. Nun stieg er in das Führungsgremium der Nationalsozialistischen Freiheitsbewegung auf, die sich nach dem Verbot der NSDAP als deren Ersatzorganisation gebildet hatte und 1925 erneut in NSDAP umbenannte.

Von 1924 bis 1933 war Strasser für die Nationalsozialistische Freiheitsbewegung bzw. NSDAP im Reichstag vertreten, wo er maßgeblichen Einfluss auf die NSDAP-Fraktion geltend machte. Von 1925 bis 1929 fungierte er außerdem als Gauleiter für Niederbayern. 1926/27 war er Reichspropagandaleiter, 1928 bis 1932 Reichsorganisationsleiter der NSDAP. In diesen leitenden Positionen baute Gregor Strasser die NSDAP in Nord- und Westdeutschland zu einer starken politischen Organisation aus, die dort bald auf mehr Mitglieder als Hitlers Parteisektion im Süden verweisen konnte. Die zusammen mit seinem Bruder Otto Strasser beherrschte Berliner Parteiorganisation entwickelte eine zunehmende Unabhängigkeit und Eigenständigkeit gegenüber dem süddeutschen Parteiflügel um Adolf Hitler.

Beide Strasser-Brüder setzten sich dabei für eine Wiederbelebung der ursprünglich zum Teil auch mit sozialistischen Elementen ausgestatteten Programmatik der nationalsozialistischen Bewegung ein und vertraten eine dezidiert antikapitalistische Wirtschafts- und Sozialpolitik, die jedoch mit völkisch-antisemitischen Aussagen durchsetzt blieb. Nachdem sich die programmatischen Differenzen und Auseinandersetzungen mit Hitler bis zur Unversöhnlichkeit verschärft hatten, trat Strasser am 8. Dezember 1932 von allen Parteiämtern zurück. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme vom Januar 1933 wurde der Dissident bei der Ämtervergabe nicht berücksichtigt.

Im Zuge der Parteisäuberung, die Hitler 1934 gegen den SA-Führer Ernst Julius Röhm durchführte, wurde Gregor Strasser am 30. Juni 1934 von der Gestapo in Berlin ermordet.

NameGregor Strasser

Geboren am31.05.1892

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortGeisenfeld (D).

Verstorben am30.06.1934

TodesortBerlin (D).