Biografie

Paul Wolfowitz

Der Sohn eines polnischen Einwanderers und promovierte Politikwissenschaftler stieg in den USA ab den 1970er Jahren zum Experten für Außenpolitik und Verteidigungsstrategien auf. Paul Dundes Wolfowitz war unter der Administration von George W. Bush von 2001 bis 2005 als stellvertretender Verteidigungsminister maßgeblich an der Vorbereitung und Durchführung der präventiven Anti-Terrorstrategie der USA beteiligt. Von Juni 2005 bis Juni 2007 wechselte der neokonservative Stratege als Weltbankpräsident an die Spitze der mächtigsten Bank der Erde...
Paul Dundes Wolfowitz wurde am 22. Dezember 1943 in New York City geboren.

Sein Vater, Jacob Wolfowitz, war aus Polen in die USA immigriert, wo er sich zu einem weltweit anerkannten Mathematiker und Statistiker entwickelte. Nach der Schule studierte Paul Wolfowitz zunächst Mathematik, was ihm die Zurückstellung vom Kriegsdienst in Vietnam einbrachte. 1965 erlangte er den Bachelor an der Cornell University. Später absolvierte er ein Studium der Politikwissenschaft, das er 1972 an der University of Chicago mit der Promotion abschloss.

Wolfowitz heiratete 1968 Clare Selgin, mit der er drei Kinder hat. 2002 ließ sich das Paar scheiden. In den 1970er Jahren war Wolfowitz für die US-Militär- und Rüstungsverwaltung tätig. 1981 bis 1983 arbeitete er im strategischen Planungsstab des Außenministeriums. Dort wurde er unter Präsident Ronald Reagan zunächst zum Referenten für den ostasiatischen und pazifischen Raum ernannt. Neben seinen politischen Aufgaben lehrte Wolfowitz 1970 bis 1973 an der Yale University und 1981 an der John Hopkins University. Ende der 1980er Jahre entsandte die Reagan-Administration Wolfowitz für drei Jahre als US-Botschafter nach Indonesien.

In Jakarte stellte er sich im Zuge des Konflikts um das separatistische Osttimor auf die Seite des indonesischen Diktators Suharto. Unter der Administration von George H. W. Bush war Wolfowitz von 1989 bis 1993 als Unterstaatssekretär für Verteidigungspolitik in der Militär- und Verteidigungsberatung tätig. Nach dem Wahlsieg der Demokraten unter Bill Clinton zog er sich 1993 aus der Politik zurück, um als Professor für Nationale Sicherheitsstrategie an der Paul H. Nitze School of Advanced International Studies (SAIS) in Washington D. C. zu lehren, wo er außerdem als Dekan für die Leitung der Lehranstalt zuständig war.

Nach dem erneuten Wahlsieg der Republikaner wurde Wolfowitz im Februar 2001 durch Präsident George W. Bush zum stellvertretenden Verteidigungsminister erhoben. In dieser Funktion gehörte Wolfowitz nach den Terror-Anschlägen gegen die USA vom 11. September 2001 zu den treibenden Kräften eines US-Militärschlags gegen den Irak, da er wider die Beweislage das Regime von Saddam Hussein für den Terrorismus verantwortlich machte. Auch nach dem international umstrittenen Irakkrieg trat der stellvertretende Verteidigungsminister vehement für eine aggressive Außenpolitik und Präventivschläge gegen so genannte "Schurkenstaaten" ein.

Am 31. März 2005 wurde Wolfowitz vom Exekutivrat der Weltbank zum neuen Präsidenten der Organisation gewählt, die von 184 Staaten getragen wird und zur Finanzierung internationaler Entwicklungsprojekte dienen soll. Zum 1. Juni 2005 übernahm Wolfowitz in der Nachfolge von James Wolfensohn das hohe Amt des Weltbankpräsidenten. Gleich zu Beginn seiner Amtsperiode machte er mit dem Schuldenerlass für die ärmsten Länder auf sich aufmerksam, die somit ihre Kredite an die Weltbank nicht zurückzahlen müssen. Dies galt als vertrauensbildende Maßnahme, um die Afrikareise Wolfowitz im Juni 2005 zu einem konstruktiven Unternehmen zu machen.

Nach der Trennung von seiner ersten Frau lebt Paul D. Wolfowitz mit seiner Lebensgefährtin Shaha Ali Riza, einer Angestellten der Weltbank, zusammen. In der bekannt gewordenen Affäre um die fragwürdige Beförderung seiner Lebensgefährtin, der er als ihr Vorgesetzter in der Weltbank 2005 eine Beförderung sowie eine beträchtliche Gehaltserhöhung verschaffte, hat er im April 2007 zugegeben "einen Fehler gemacht" zu haben. Aufgrund der massiven Kritik wegen Günstlingswirtschaft trat er zum 30. Juni 2007 von seinem Amt zurück. Nachfolger in Amt des Weltbankpräsidenten wurde Robert Zoellick.

NamePaul Wolfowitz

Geboren am22.12.1943

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortNew York City (USA)