Biografie

Fidel Castro

Der kubanische Revolutionskämpfer herrschte von 1959 bis 2008 als Regierungschef (seit 1976 als Staatspräsident) über Kuba. Dabei wurde Fidel Castro der am längsten amtierende Staatsmann der Geschichte und der erste sozialistische Regierungschef (ab 1961) der westlichen Hemisphäre. Castro erkämpfte sich die Führung als Guerillero der "Bewegung des 26. Juli" gegen das Regime von General Batista. Er verstaatlichte Industrie und Landwirtschaft, führte die Planwirtschaft ein und geriet so in scharfen Gegensatz zum nahen Nachbarn, den USA. Mit der Billigung zur Stationierung von sowjetischen Mittelstrecken-Raketen auf Cuba, beschwor Castro die "Kuba-Krise" (1962) herauf, welche die UdSSR und die USA nahe an einen Atomkrieg führte. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion (1991) fand zwar eine wirtschaftliche Öffnung Kubas statt, dennoch war die innenpolitische Situation des diktatorischen Regimes immer noch von der Verletzung demokratischer Grundrechte gekennzeichnet...
Fidel Alejandro Castro Ruz wurde am 13. August 1926 (n.a.A. 1927) in Birán bei Mayarí, in der kubanischen Provinz Oriente, als Sohn einer Arbeiterfamilie geboren.

Er wurde wie seine fünf Geschwister als uneheliches Kind eines Zuckerrohrplantagenbesitzers geboren. Seine Eltern waren Ángel Castro Argiz, spanischer Emigrant aus der galicischen Stadt Lugo stammend, der als Soldat der spanischen Armee in Kuba gegen Aufständische gekämpft hatte und nach der Unabhängigkeit Kubas zunächst zurück in seine Heimat ging, sowie Lina Ruz González, damals eine Bedienstete im Hause Castro, die aus einer Bauernfamilie aus der kubanischen Provinz Pinar del Río kam. Nach Abschluss der Schule schloss sich Fidel Castro 1947 einer revolutionären Exilgruppe an, um Trujillo, den Diktator der Dominikanischen Republik, zu stürzen. 1948 beteiligte er sich an der Auslösung politischer Unruhen im kolumbianischen Bogotá. Zwei Jahre später, 1950, wurde Fidel Castro Mitglied der linksreformistischen Partei "Partido Ortodoxo". Im selben Jahr, 1950, promovierte er zum Doktor der Rechtswissenschaften. Er eröffnete eine Rechtsanwaltskanzlei, die er bis 1952 führte.

Im Jahr 1953 beteiligte er sich am Revolutionsversuch in Santiago de Cuba, der zu seiner Inhaftierung führte. 1954 folgte seine Amnestierung, worauf sich Castro ins Exil nach Mexiko und später in die USA begab. Unter der Leitung des spanischen Ex-Generals Alberto Bayo, der im spanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Republik gegen Francisco Franco gekämpft hatte, begann eine militärische Ausbildung der Guerilleros. Dort traf Castro auch auf den Argentinier Ernesto Guevara. Im Dezember 1956 kehrte er nach Kuba zurück, um sich als Guerillakämpfer der "Bewegung des 26. Juli" (M-26-7) bis 1959 an der Revolution gegen das Batista-Regime zu beteiligen. In der Neujahrsnacht 1959 erreichte Castro seinen Sieg. In Folge eines Generalstreiks der Bevölkerung, entzogen die USA der kubanischen Regierung jede Unterstützung. General Batista flüchtete noch in derselben Nacht in die Dominikanische Republik. Unter dem Jubel der Kubaner zogen Castro und seine Guerilla in Havanna ein.

Die Abrechnungen mit hohen Vertretern des Militärs glichen willkürlichen Hinrichtungen. Zum provisorischen Staatspräsident wurde zunächst Castros Wegbegleiter Manuel Urrutia bestimmt. Castro übernahm offiziell erst am 16. Februar 1959 als Ministerpräsident die Regierungsgewalt. Im Juni 1959 erfolgte die "Bodenreform", bei der Fidel Castro der erste sozialistische Regierungschef eines westlichen Staates wurde. Er verstaatlichte Industrie und Landwirtschaft sowie zahlreiche US-amerikanische Unternehmen. Mit der Planwirtschaft führte er auch ein neues effizientes Volksbildungssystem mit Schulpflicht ein. US-Präsident John F. Kennedy billigte 1961 die von Exilkubanern und der CIA geplante Invasion Kubas, um Fidel Castro zu stürzen. Das Landemanöver in der Schweinebucht scheiterte jedoch. Daraufhin wurde Kuba zur Sozialistischen Republik erklärt. 1962 löste das "Unternehmen Schweinebucht" die Kubakrise aus, in der die Sowjetunion gegen die USA gerichtete Atomraketen auf Kuba stationierte. Kennedy verlangte am 22. Oktober 1962 den sofortigen Abzug der Raketen und verhängte gleichzeitig eine Seeblockade (Quarantäne) gegen Kuba, um weitere Stationierungen zu verhindern.

Nun standen die USA kurz vor einem Krieg mit der Sowjetunion. Das Kräftemessen endete nach 13 bangen Tagen durch Einlenken des sowjetischen Präsidenten Nikita Chruschtschow, der den amerikanischen Forderungen nachgab. Ab 1965 war Castro Erster Sekretär der Kommunistischen Partei Kuba. Nach Entspannung der Situation bemühte er sich mit wenig Erfolg um Beziehungen zu den blockfreien Staaten. Grund für das Scheitern der Annäherung war die enge Bindung Kubas an die Sowjetunion. 1972 war Kuba der RGW beigetreten. Als 1975 die portugiesische Herrschaft in Afrika zusammenbrach, entsandte Castro zur Unterstützung der sozialistischen Befreiungstruppen 50.000 kubanische Soldaten nach Angola und Mocambique. Ab 1976 war Castro Vorsitzender des Staatsrats und Vorsitzender des Ministerrates. Der mit Michail Gorbatschows Reformpolitik eingeleitete Zusammenbruch des Sowjetimperiums löste eine Wirtschaftskrise in Kuba aus, das seine Handelsbeziehungen zu über 80% mit RGW-Staaten geführt hatte. 1989 kam es auf Kuba zu Unruhen und einer Massenflucht in die USA, die so groß war, dass die US-amerikanische Regierung ihr Einwanderungsgesetz änderte.

Castro reagierte auf die innenpolitischen Spannungen 1994 mit einer umfassenden Wirtschaftsreform, wodurch sich die politische Situation entspannte. Das Land erweiterte sein Engagement im Tourismus und erhielt dafür sowie für die Restauration unzähliger erhaltenswürdiger Immobilien hohe Zuschüsse von ausländischen Investoren. Ebenso wurden privatwirtschaftliche Initiativen im Hotelgewerbe und Einzelhandel auf Kuba zugelassen. Dennoch kam es nach wie vor zu massiven Verletzungen der Menschenrechte: Ende März 2003 ließ Castro 75 Oppositionelle verhaften und zu hohen Gefängnisstrafen verurteilen. Auch drei Todesurteile wurden vollstreckt. Anlässlich einer Südamerika-Reise der US-Außenministerin Condoleezza Rice schlossen Venezuela und Kuba Ende April 2005 ein neues Wirtschaftsabkommen, das ihre Gegnerschaft gegen die Supermacht betonte. Unter massiver Einschüchterung durch die kubanischen Sicherheitskräfte, fand im Mai 2005 bei Havanna eine erste Versammlung oppositioneller Demokraten in Kuba statt. Die Menschenrechtssituation in Kuba stellte sich mit 300 politischen Gefangenen immer noch als brisant dar. Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" machte in ihrer Dokumentation "Schwarzbuch über Kuba" auf Misshandlungen und Menschenrechtsverletzungen aufmerksam, die sich auch gegen Journalisten richteten.

In den Jahren 2004/05 unternahm der amerikanische Verteidigungsminister drei Reisen nach Lateinamerika, um sich der Unterstützung der dortigen Regierungen in der Auseinandersetzung der USA mit Venezuela zu versichern. Der venezolanische Präsident Hugo Chavez versucht seit Längerem, eine "Achse des Südens" gegen die nordamerikanische Großmacht zu schmieden, um den südamerikanischen Ländern ihre Autonomie zurückzugeben. Hierbei schloss er auch ein Bündnis mit dem kubanischen Staatschef Castro. Dieser blieb Mitte Oktober 2005 dem XV. Iberoamerikanischen Gipfel in Salamanca fern, da kubanische Exilgruppen in Spanien vor dem dortigen Obersten Gerichtshof eine Anklage wegen Völkermordes und Menschenrechtsverletzungen gegen Castro betrieben hatten.

Am 1. August 2006 gab Fidel Castro wegen einer schweren Erkrankung seine Funktionen als Generalsekretär der Kommunistischen Partei, Oberbefehlshaber der Streitkräfte und Präsident von Staatsrat und Regierung vorläufig an seinen jüngeren Bruder Raúl ab. Am 17. Dezember 2007 deutete Castro in einem Brief an, dass er sich von seinen Ämtern zurückziehen wolle. Diesen Beschluss setzte er laut der Parteizeitung Granma am 19. Februar 2008 in die Tat um. Am 24. Februar wählte das Parlament seinen Bruder Raúl Castro als seinen Nachfolger im Amt des Staatspräsidenten.


Die Staats- und Regierungschefs Südamerikas

NameFidel Castro

Geboren am13.08.1926

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortMayari (Kuba).