Biografie

Max Delbrück

Der US-amerikanische (ab 1945) Genetiker und Biophysiker deutscher Herkunft gilt als einer der populärsten Vertreter und Mitbegründer der modernen Genetik. Sein Verdienst war vor allem die Einführung mathematischer Modelle und wissenschaftlicher Methoden in die Biologie. Auch sein Appell zur Interdisziplinarität und zur offenen Zusammenarbeit der wissenschaftlichen Gemeinde, den er durch sein eigenes Beispiel unterstützte, machte Schule. 1969 wurde Max Delbrück zusammen mit den Wissenschaftlern Hershey und Luria mit dem Nobelpreis für Physiologie und Medizin ausgezeichnet. Mit ihren Untersuchungen schufen die drei Wissenschaftler Grundlagen der modernen Molekularbiologie und der Genetik...
Max Delbrück wurde am 4. September 1906 als jüngstes von sieben Kindern in Berlin geboren.

Nach dem Abschluss der Schule mit Abitur begann er zunächst in Berlin Astronomie zu studieren, verließ aber bald darauf sowohl dieses Studienfach als auch seine Heimatstadt und wechselte nach Göttingen und zur Physik. Nach seiner Promotion ging er ins Ausland, er absolvierte ein Lehrjahr bei den Physikern Wolfgang Pauli in der Schweiz und bei Niels Bohr in Dänemark. Bohr war es, der mit einem Vortrag über Licht und Leben Delbrücks Interesse für die Biologe weckte. 1932 ging Delbrück zurück nach Berlin.

Er trat bei Lise Meitner, die später die Kernspaltung entdeckte, eine Assistentenstelle an. Delbrück hoffte, dass durch die räumliche Nähe der vielen "Kaiser-Wilhelm-Institute" (die heutigen Max-Planck-Institute) eine gemeinsame Annäherung der unterschiedlichen Disziplinen an die Probleme der Biologie ermöglicht wird. Er begann sich den Genen zu widmen. Im Haus seiner Mutter organisierte er private Treffen von Wissenschaftlern, Physikern und Biologen. Unter anderen lud er den russischen Genetiker Nikolai Wladimirovich Timofeeff-Ressovsky und den Physiker Karl Günter Zimmer ein. Aus den gemeinsamen Diskussionen ging 1935 die wegweisende und heute klassische Schrift "Über die Natur der Genmutation und die Genstruktur" hervor.

In dieser auch "Dreimännerarbeit" genannten Veröffentlichung schlug Delbrück ein erstes Genmodell vor. Mit der Verknüpfung zweier bisher nur nebeneinander existierender Wissenschaften (der Biologie und der Physik) hat er zudem einen erstern Schritt in Richtung moderner Molekularbiologie getan. 1937 nutzte Delbrück das Angebot, mit einem John D. Rockefeller-Stipendium in die USA zu gehen, um das nationalsozialistische Deutschland zu verlassen. Er ging zum "California Institut of Technology" in Pasadena. Inhaltlich kehrte er der klassischen Genetik den Rücken und verlagerte den Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Erforschung so genannter Phagen, spezieller Viren, die Bakterien angreifen.

Als das Stipendium 1939 auslief, begann in Europa gerade der Zweite Weltkrieg. Delbrück entschloss sich in den USA zu bleiben und ging in die physikalische Abteilung der Vanderbilt Universität (Nashville/Tennessee). Er traf dort den jungen italienischen Biophysiker Salvador Luria, mit dem er 1943 eine Arbeit über die Wechselwirkungen zwischen Viren und Bakterien veröffentlichte. 1941 heiratete Max Delbrück die Amerikanerin Mary Bruce, mit der er vier Kinder bekam. 1953 fand abermals eine Wende in Delbrücks wissenschaftlicher Laufbahn statt. Er stürzte sich nun auf das Verhalten von Organismen. Ihn interessierte, wie sie auf die Signale der Umwelt reagieren. Für diese Untersuchungen suchte er sich den Pilz Phycomyces aus.

Obwohl Delbrück mittlerweile längst die amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen hatte, versuchte er die Verbindungen nach Europa und insbesondere nach Deutschland aufrechtzuerhalten. Er unterstützte den Wiederaufbau der deutschen Wissenschaft nach dem Zweiten Weltkrieg. So beteiligte er sich etwa an der Errichtung des Instituts für Genetik der Universität Köln, das er von 1961 bis 1963 mit leitete und half 1969 der Universität Konstanz bei der Einrichtung ihrer Biologischen Fakultät. 1969 erhielten sie gemeinsam mit Alfred Hershey für ihre Arbeit den Nobelpreis für Physiologie und Medizin. Delbrück überredete Niels Bohr die Festrede zur Eröffnung des Kölner Instituts für Genetik zu halten.

Thema war die Verbindung von Licht und Leben, eine aktualisierte Version des Themas, mit dem Bohr seinerzeit Delbrücks Interesse für die Biologie geweckt hatte.

Seine Faszination für die Wissenschaft hielt bis in hohe Alter an. Max Delbrück verstarb am 10. März 1981 in Pasadena.

NameMax Delbrück

Geboren am04.09.1906

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortBerlin (D).

Verstorben am10.03.1981

TodesortPasadena (USA).