Biografie

Ludwig Munzinger

Der lothringische Beamtensohn und promovierte Jurist betätigte sich im Deutschen Kaiserreich als Journalist und Redakteur. 1913 rief Ludwig Munzinger einen Archiv-Verlag ins Leben, der sich zu einem von den Medien, der Wirtschaft und der Politik anerkannten und nach seinem Schöpfer benannten publizistischen Informationsdienst entwickelt hat: das "Munzinger-Archiv"...

Bedeutende Vertreter des deutschen Verlagswesens
Ludwig Munzinger wurde am 28. August 1877 in Saarburg als Sohn eines Beamten geboren.

Seine lothringische Heimatstadt war 1871 von dem neu gegründeten Deutschen Reich annektiert worden, dem es bis zum Ende des Ersten Weltkriegs 1918 angehören sollte. Die aus der Pfalz zugewanderte Familie repräsentierte die "altdeutsche" Bevölkerungsgruppe im annektierten "Reichsland". Nach dem Schulbesuch in Straßburg und Weißenburg nahm Munzinger 1896 ein Studium der Rechtswissenschaften in Würzburg auf. 1898/99 unterbrach er die Studien für eine Militärausbildung. Danach studierte Munzinger auch Volkswirtschaft und Finanzwissenschaft in München und Heidelberg. 1901 schloss er die Studien mit der philosophischen Promotion, 1902 mit dem juristischen Examen an der Heidelberger Universität ab.

Bereits ein Jahr später trat Munzinger als Redakteur in die "Allgemeine Zeitung" in München ein, wo er bis 1907 zum stellvertretenden Chefredakteur aufstieg. 1908 avancierte er zum Chefredakteur der "Badischen Landeszeitung" in Karlsruhe. Zwei Jahre später ging der Journalist als Korrespondent des "Dresdner Anzeigers" nach London. Doch bereits 1911 war er wieder nach Deutschland zurückgekehrt, um in Berlin in den Dammert-Verlag als Teilhaber einzutreten. Für das Berliner Verlagshaus redigierte Munzinger den "Berliner Dienst". Der Journalist begab sich dann in die Selbständigkeit, um einen eigenen journalistischen Informationsdienst zu gründen: In der deutschen Reichshauptstadt rief er 1913 das "Archiv für publizistische Arbeit" ins Leben.

Durch Munzingers Teilnahme am Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918, während dessen er auch die Feldzeitung "Champagnerkamerad" herausgab, erfuhr der weitere Ausbau des Archivs eine Unterbrechung. In der Weimarer Republik nahm Munzinger die Weiterentwicklung des Archiv-Verlags wieder auf, der von 1926 bis 1930 seinen Sitz im Berliner Ortsteil Wannsee hatte. Der dann als "Munzinger-Archiv" bekannt gewordene Informationsdienst war bald als bedeutendes Angebot von allen Print- und dann auch Rundfunkmedien anerkannt. Besonderer Beliebtheit erfreut sich seither das bekannte "Internationale Biographische Archiv - Personen aktuell". Seit 1928 wurden auch ein Sportarchiv herausgegeben. 1930 übersiedelte Munzinger mit dem Archiv nach Dresden.

Während der nationalsozialistischen Herrschaft Adolf Hitlers erfuhr die Verlagsarbeit einige Beeinträchtigungen durch Verhaftungen und Beschlagnahmen. 1939 erschien bereits ein Vorläufer des "Internationalen Handbuchs - Länder aktuell". Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ließ sich Munzinger im oberschwäbischen Ravensburg nieder, wo das Archiv fortan erschien und sich eine anerkannte Position als Informationsdienst in der neuen Medienkultur der Bundesrepublik eroberte.

Ludwig Munzinger starb am 15. November 1957 in Ravensburg. In der Folge ging die Leitung des Archivs auf seinen Sohn Ludwig Werner Munzinger über.


Bedeutende Vertreter des deutschen Verlagswesens

NameLudwig Munzinger

Geboren am28.08.1877

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortSaarburg (dt. "Reichsland Elsaß-Lothringen")

Verstorben am15.11.1957

TodesortRavensburg (D.)