Biografie

José Sócrates

Der portugiesische Gesundheitsexperte ist seit 2004 Generalsekretär des Partido Socialista (PS), der Sozialistischen Partei Portugals, und seit 2005 Ministerpräsident der Republik Portugal. Er gehörte zunächst den konservativen Sozialdemokraten (PSD) an, bevor er 1981 der Sozialistischen Partei Portugals (PSP) beitrat. Unter deren Regierung übernahm José Sócrates von 1995 bis 2002 bedeutende politische Ämter u.a. als Umweltminister. Der PSP-Spitzenkandidat führte die Sozialisten im Februar 2005 zu ihrem besten Wahlergebnis in der Parteigeschichte. Unter dem politischen Leitspruch einer "modernen Linken" machte sich der Politiker Sócrates vor allem wegen seiner resoluten Entscheidungskraft einen Namen...

Die Europäische Union (EU):
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José Sócrates Carvalho Pinto de Sousa wurde am 6. September 1957 in Vilar de Maçada im portugiesischen Distrikt Vila Real geboren.

Nach der Schule absolvierte Sócrates ein Studium an der Nationalen Schule für Gesundheitswesen. Mit 16 Jahren trat er der Jugendorganisation der konservativen Sozialdemokratischen Partei Portugals (PSD) bei, der er bis Mitte der 1970er Jahre angehörte. 1981 wechselte Sócrates die Fronten und wurde Mitglied der Sozialistischen Partei Portugals (PSP). 1987 zog er für die Sozialisten im Wahlkreis Castelo Branco erstmals in das Parlament ein. 1991 berief man ihn in das Nationale Sekretariat der Partei, wo er als Sprecher für Umweltfragen fungierte.

Als die portugiesischen Sozialisten 1995 an die Regierung zurückkehrten, übernahm Sócrates im Kabinett Antonio Guterrez' zunächst von 1995 bis 1997 das Amt des Staatssekretärs im Umweltministerium. Dann, von 1997 bis 1999, nahm er die Funktion des stellvertretenden Ministerpräsidenten (mit Kompetenzen in den Bereichen Sport, Jugend und soziale Kommunikation) und schließlich von 1999 bis 2002 das Amt des Umweltministers wahr. Als Politiker machte sich Sócrates vor allem wegen seiner resoluten Entscheidungskraft einen Namen.

Große Anerkennung wurde ihm auch im Rahmen der Fußball-Europameisterschaft 2004 zuteil, die er nach Portugal brachte. Nach der Wahlniederlage der Sozialisten schied Sócrates 2002 aus seinen Regierungsfunktionen aus. Er blieb jedoch Parlamentsabgeordneter. Die Regierung wurde von der PSD unter José Manuel Durão Barroso übernommen. Nachdem Barroso zum Präsidenten der EU-Kommission berufen worden war, trat Pedro Santana Lopes im Juli 2004 seine Nachfolge als portugiesischer Regierungschef an.

Im September 2004 erhob man Sócrates zum Generalsekretär der Sozialistischen Partei (SP). Im November 2004 löste Staatspräsident Jorge Fernando Branco de Sampãio (PSP) nach regierungsinternen Konflikten das Parlament auf und ordnete vorgezogene Neuwahlen an. Bei den Parlamentswahlen vom Februar 2005 errang die PSP einen überwältigenden Wahlsieg. Parteichef José Sócrates führte die Sozialisten zur absoluten Mehrheit. Am 15. März 2005 übernahm José Sócrates offiziell das Amt des Ministerpräsidenten der Republik Portugal.

Der neue Regierungschef fasst eine Modernisierung der Wirtschaftsstruktur und eine außenpolitische Annäherung an Europa ins Auge. Mitte Juni 2005 unternahm Sócrates seinen ersten Staatsbesuch nach Deutschland. Im zweiten Halbjahr 2007 hatte er das Amt des Vorsitzenden des Europäischen Rats, dem obersten Gremium der EU inne.

José Sócrates ist geschieden und Vater von zwei Kindern.


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NameJosé Sócrates

Geboren am06.09.1957

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortVilar de Maçada (Vila Real, Portugal)