Biografie

Jorge Sampãio

Der Rechtsanwalt und Politiker stellte von 1996 bis 2006 den portugiesischen Präsidenten. Dieses Amt leitete er sehr erfolgreich. Jorge Fernando Branco de Sampãio machte sich in der Opposition gegen die faschistische Diktatur Portugals und als führender Begründer der Sozialistischen Partei einen Namen. Als vormaliger Bürgermeister der "Europäischen Kulturhauptstadt" Lissabon traf er die für die Weltausstellung 1998 notwendigen Entscheidungen zur Sanierung bestimmter Stadtteile Lissabons und den Bau der neuen Tejo-Brücke, die sein Nachfolger realisierte...
Jorge Fernando Branco de Sampãio wurde am 18. September 1939 in Lissabon geboren.

Er entstammt bildungsbürgerlichen Verhältnissen. Aufgrund der angelsächsischen Herkunft seiner Mutter, besuchte Sampãio Schulen in Großbritannien und in den USA. Danach nahm er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Lissabon auf. Hier kam er während seiner Studienzeit in Berührung zur intellektuellen Oppositionsbewegung gegen die faschistische Diktatur. Sampãio fungierte vorübergehend als Generalsekretär einer Studentenvereinigung und geriet 1962 kurzzeitig in politische Haft.

Nach dem Abschluss des Studiums setzte sich Sampãio als Rechtsanwalt in Lissabon weiterhin für den antifaschistischen Widerstand ein, indem er nun die Verteidigung politischer Häftlinge übernahm und für die Oppositionspresse tätig wurde. Infolge der "Revolution der Nelken", die im April 1974 unter Mitwirkung von José Manuel Durão Barroso zum Sturz der portugiesischen Diktatur führte, gründete Sampãio die "Bewegung der Sozialistischen Linken" (MES), wenig später die "Gruppe der Sozialistischen Intervention" (GIS).

Im Jahr 1978 trat Sampãio in die Sozialistische Partei (PS) unter Mário Soares ein. Ein Jahr später wurde er für die Partei ins Parlament gewählt. Nachdem er die internationalen Kontakte der PS geleitet hatte, stieg Sampãio 1987 zum Fraktionsführer seiner Partei im Parlament auf. Im Januar 1989 übernahm Sampãio schließlich als Generalsekretär die Leitung der PS. Durch das Zusammengehen mit den Kommunisten führte der neue Parteichef die Sozialisten bei den Kommunalwahlen von Lissabon noch im selben Jahr zu einem Wahlsieg, der Sampãio das Amt des Bürgermeisters bescherte.

Der neue Bürgermeister von Lissabon sagte der Immobilienspekulation, Wohnungsnot und dem Verkehrschaos den Kampf an, und brachte der portugiesischen Hauptstadt, durch eine aktive Kulturpolitik, 1994 die Nominierung zur "Europäischen Kulturhauptstadt" ein. Geringerer Erfolg war Sampãio jedoch in der Leitung der PS beschieden, wo er bereits 1992 durch den Reformer António Guterres abgelöst wurde. Infolge des sozialistischen Wahlsieges von 1995 setzte sich Sampãio im darauffolgenden Januar bei den Präsidentschaftswahlen durch.

Am 9. März 1996 übernahm er, in der Nachfolge von Mário Soares, das Amt des Staatspräsidenten der Portugiesischen Republik. Sampãio, der seine Mitgliedschaft und Ämter in der PS für die Dauer seiner Amtszeit niedergelegt hat, nahm seither die hohe Funktion als unparteiischer und verantwortungsbewusster Präsident wahr. Das Staatsoberhaupt vertrat vehement die Interessen des wirtschaftlich schwachen Landes gegenüber der Europäischen Union und begleitete maßgeblich den Beitritt Portugals in die Euro-Zone.

Nach seiner Wiederwahl im Januar 2001 fungierte Sampãio in der zweiten Amtsperiode als Staatspräsident. Am 22. Januar 2006 wurde der konservative Politiker und Wirtschaftswissenschaftler Aníbal Cavaco Silva zum Präsidenten Portugals gewählt.

Jorge Fernando Branco de Sampãio ist in zweiter Ehe mit Maria José Ritta verheiratet und Vater zweier Kinder.


Die Europäische Union

NameJorge Sampãio

Geboren am18.09.1939

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortLissabon (Portugal)