Biografie

Pedro Lopes

Der Sohn eines Buchhalters engagierte sich seit der "Nelkenrevolution" (1974) bei den portugiesischen Sozialdemokraten. Pedro Santana Lopes wurde schon mit 24 Jahren Abgeordneter, später Staatssekretär und Kulturminister unter Regierungschef Aníbal Cavaco Silva (1985-1995), und für zwei Jahre EU- Parlamentarier. Nach seinem Aufstieg zum stellvertretenden Parteivorsitzenden und zum Bürgermeister Portugals, stellte er von 2004 bis 2005 den Ministerpräsidenten von Portugal...

Die Europäische Union (EU):
Mitgliedsstaaten und Regierungschefs
Pedro Santana Lopes wurde am 29. Juni 1956 in Lissabon geboren.

Er entstammt einfachen Familienverhältnissen. Sein Vater war Buchhalter, seine Mutter Krankenschwester. Nach dem Abitur absolvierte er ein Jura-Studium, das er erfolgreich abschloss. Lopes verbrachte auch ein einjähriges Auslandsstudium in Deutschland, wo er Politologie studierte. Nach dem Ende der portugiesischen Militärdiktatur 1974 trat Lopes mit 18 Jahren dem Partido Social Democrata (PSD) bei, dem er seither angehört. Mit 24 Jahren zog Lopes 1980 als Abgeordneter für seine Partei in das portugiesische Parlament ein. Für zwei Jahre saß er auch im EU-Parlament.

An der Regierung von Aníbal Cavaco Silva war Lopes von 1985 bis 1995 zunächst als Staatssekretär, dann als Kultusminister beteiligt. 1995/96 fungierte er außerdem als Präsident des Fußballvereins Sporting Lissabon. In der Folge kandidierte Lopes für den Vorsitz der PSD, womit er jedoch scheiterte. Im Dezember 1997 wurde Lopes zum Bürgermeister der portugiesischen Hafenstadt Figueira da Foz gewählt. Bei den Lissabonner Kommunalwahlen vom Dezember 2001 ging Lopes als Sieger hervor. Er stellte somit bis Mitte 2004 den Bürgermeister der portugiesischen Hauptstadt, die zuvor immer als sozialistische Hochburg gegolten hatte.

Die neue Funktion bescherte Lopes nun auch mehr innerparteiliche Anerkennung. Er stieg zum stellvertretenden Parteivorsitzenden auf und galt seither als „Kronprinz“ des PSD-Chefs José Manuel Durão Barroso. Durch seine führenden Partei- und kommunalpolitischen Funktionen geriet Lopes häufig ins Rampenlicht der Medien, wo er bis heute mit seiner Redekunst und Offenheit brilliert. Durch manche seiner Äußerungen gilt er jedoch auch als Populist. Überdies interessiert sich die Re-genbogenpresse für seine Beziehungen zu den weiblichen Vertretern des Jetset.

Besonderes Aufsehen erregte der Auftritt des Lissabonner Bürgermeisters bei der Eröffnung des Hard-Rock-Cafés in der portugiesischen Hauptstadt: Lopes zertrümmerte auf der Bühne medienwirksam eine E-Gitarre. Im Frühjahr 2004 wurde der Parteikollege Lopes’ und portugiesische Ministerpräsident José Manuel Barroso zum Präsidenten der neuen EU-Kommission gewählt. Nachdem Barroso Anfang Juli 2004 von seinen Ämtern als Regierungschef und Parteivorsitzender zurückgetreten war, wurde Lopes zunächst zum neuen Vorsitzenden des PSD ernannt.

Unter der Kritik insbesondere der sozialistischen Opposition, die sich für Neuwahlen ausgesprochen hatte, nominierte der ebenfalls sozialistische Staatspräsident Jorge Fernando Branco de Sampãio am 17. Juli 2004 Lopes auch zum Ministerpräsidenten von Portugal. Danach führte er die rechtskonservative Regierungskoalition der PSD mit der Volkspartei PP fort. Die Entscheidung des Staatspräsidenten löste eine innere Krise in Portugal aus, die sich mit dem Rücktritt des sozialistischen Parteivorsitzenden und Oppositionsführers Eduardo Ferro Rodrigues noch verschärfte. Dieser legte sein Amt aus Protest gegen die Berufung Lopes’ durch seinen Parteifreund nieder.

Indes blieb Lopes nicht lange portugiesischer Regierungschef. Bereits im November 2004 löste Staatspräsident Jorge Fernando Branco de Sampãio (PSP) nach regierungsinternen Konflikten das Parlament auf und ordnete vorgezogene Neuwahlen an. Bei den Parlamentswahlen vom Februar 2005 errang die PSP einen überwältigenden Wahlsieg. Ihr Parteichef Jose Socrates Carvalho Pinto de Sousa führte die Sozialisten zur absoluten Mehrheit und stellte ab März 2005, in der Nachfolge Lopes', den portugiesischen Regierungschef.

Lopes war drei Mal verheiratet und ist Vater von fünf Kindern.


Die Europäische Union (EU):
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NamePedro Lopes

Geboren am29.06.1956

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortLissabon