Biografie

Jakob Lenz

NameJakob Lenz

Geboren am12.01.1751

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortSeßwegen, Livland

Verstorben am04.06.1792

TodesortMoskau

Jakob Lenz

Der Schriftsteller war Erzähler und Lyriker mit zentraler Bedeutung in der Sturm-und-Drang-Zeit. In seinen literaturtheoretischen Arbeiten fordert er eine offene Dramenform und das Tragikomische für die Komödie. So wie sich seine literarischen Stoffe auf die zeitgenössische Zeit beziehen, thematisieren sie Berufsprobleme der Akademiker oder Triebbändigung. Stets war Jakob Michael Reinhold Lenz auf praktische Wirkungen seiner Werke bedacht. Neben der Gesellschaftskritik sind Lenz Werke geprägt vom Subjektivismus. Immer wieder bemühte sich Lenz um Unabhängigkeit vom französischen Kulturvorbild. Er wehrte sich besonders gegen eine nicht-kreative Aneignung. Dagegen achtete er stets auf eine praktische Wirkung von Literatur...
Jakob Michael Reinhold Lenz wurde am 12. Januar 1751 als Sohn des pietistischen Pfarrers und späteren Superintendenten Christian Lenz in Seßwegen, Livland, (h. Lettland) geboren.

Nach der Geburt von Jakob Michael Reinhold Lenz zog die Familie um nach Dorpat, einer größeren Stadt. Dort besuchte Lenz auch die Schule. Schon zu dieser Zeit versuchte er sich als Dichter. Nach der Schulzeit studierte er zunächst an der Universität in Dorpat Theologie. Von 1768 bis 1771 studierte er in Königsberg, besuchte aber auch Immanuel Kants Vorlesungen über Logik und Metaphysik. Sie schärften seinen analytischen und kritischen Verstand. Bereits während seines Studiums verfasste er lyrische Werke, interessierte sich für Musik und widmete sich der modernen europäischen Literatur. Sein erstes Gedicht "Die Landplagen" entstammt aus dieser Zeit sowie ein Gelegenheitsgedicht, das er Kant widmete.

In Königsberg traf er auf Johann Georg Hamann, mit dem er auch einen Briefwechsel unterhielt. Durch diese Verbindung kam Lenz mit den Werken von William Shakespeare in Berührung, die ihn in seinem späteren literarische Schaffen immer wieder beeinflussten. 1771 begleitete Lenz die beiden Barone von Kleist, zwei jüngere Adelige, als Hofmeister nach Straßburg. Dort traf er auf Johann Johann Wolfgang von Goethe sowie auf Johann Gottfried Herder, der aber kurz nach Lenz Ankunft abreiste. Dennoch entwickelte sich zwischen beiden ein reger Briefwechsel. Goethe, der selbst noch studierte, machte einen großen Eindruck auf Lenz. Durch seine Förderung entwickelte sich Lenz bald zu einer zentralen Figur des Sturm und Drangs.

In dieser Zeit stand Lenz durch seine Lektüre auch unter dem Einfluss von Shakespeare. Eine offene Dramenform machte sein literarischen Schaffen aus, mit der er sich von der klassizistischen Regelmäßigkeit abwandte. Seine theoretische Auffassung darüber hielt er in der Schrift "Anmerkungen übers Theater nebst angehängten übersetzten Stück Shakespeares" (1774) fest. Die Straßburger Zeit war ein sehr produktiver Abschnitt in der Schaffensperiode von Lenz. Es entstanden Bearbeitungen von Plautus-Stücken, Gedichte, Dramen wie "Der neue Mendoza" (1776), die Erzählung "Zerbin oder die neuere Philosophie" (1776), die Schrift "Anmerkungen über das Theater" (1774) sowie die autobiographischen Arbeiten "Tagebuch" (1775) und "Moralische Bekehrungen" (1775). Bis 1774 begleitete er die Barone auf ihren Reisen, so unter anderem zu den Militärstätten Fort Louis und Landau, und verdiente sich auf diese Weise seinen Lebensunterhalt.

Danach, noch im gleichen Jahr, betätigte sich Lenz als freier Schriftsteller. Zwei Jahre später folgte er Goethe nach Weimar. Dort erregte Lenz durch seine exzentrische Verhaltensweisen wie regelwidriges Verhalten bald unangenehmes Aufsehen. Durch Goethes Einfluss soll er aus Weimar ausgewiesen worden sein. Lenz begründete in seinen literaturtheoretischen Arbeiten eine neue Auffassung von der Komödie. Für ihn galt, dass in die dramatische Gattung der Komödie auch das tragikomische Element als wirkungsvolle Annäherung an die Wirklichkeit verarbeitet gehört. Diesbezüglich verstand er Literatur als Form der realistischen Darstellung von Gesellschaft – und von daher konnte die Darstellung in der Komödie "nicht lachend werden". Die Gegenstände der Themen haben aktuellen Bezug wie die Berufsproblematik von Akademikern und die Triebunterdrückung, wie in seinem 1774 entstandenen Werk "Der Hofmeister oder Vorteile der Privaterziehung" beschrieben.

Gleichzeitig wird die Kritik von Lenz an der Gesellschaft in ihrer Brüchigkeit deutlich sowie an dem Verhältnis unterschiedlicher Klassen wie zum Beispiel Bürgerschaft und Militär. Zwar steht Lenz den sexuellen Trieben des Menschen positiv gegenüber, dennoch zeigt er die Gefahr ihrer Zügellosigkeit auf – so in dem bekannten Titel "Die Soldaten" (1776). In seiner Schrift "Über die Soldatenehe" erörtert Lenz diese Problematik und suchte in einer Militärreform geeignete Antworten darauf – wie zum Beispiel durch die Aufhebung des Eheverbots für Soldaten. Mit dem Themenkreis der Triebbeherrschung reihte sich Lenz in die Traditionslinie von Petrarca ein, die er gleichfalls mit seiner Liebeslyrik einhält und seinem Briefroman "Der Waldbruder, ein Pendant zu Werthers Leiden", erschienen 1797 in "Die Horen". Wie bereits der Titel verrät, war Goethes "Werther" maßgeblicher Einflussfaktor zu diesem Werk.

Immer wieder bemühte sich Lenz um Unabhängigkeit vom französischen Kulturvorbild. Er wehrte sich besonders gegen eine nicht-kreative Aneignung. Dagegen achtete er stets auf eine praktische Wirkung von Literatur. Darin sah er ihre hauptsächliche Bedeutung, wenn er die gesellschaftlichen Ungereimtheiten literarisch formulierte und ausmalte. Um 1778 wurden Anzeichen seiner Geisteskrankheit offensichtlich. 1778 dann hielt er sich bei dem Steintaler Pfarrer Johann Friedrich Oberlin auf, der ihn auch betreute. Oberlin macht sich Notizen über den Krankheitsverlauf, die Georg Büchner als Vorlage zu seiner Novelle "Lenz" verwendete. Danach wurde Lenz von Johann Georg Schlosser in Emmendingen betreut und 1779 von seinem Bruder nach Riga geholt. 1781 siedelte er nach Moskau über und verdiente sich Geld mit literarischen Arbeiten zusätzlich zur Unterstützung von Freunden.

Jakob Michael Reinhold Lenz wurde am 4. Juni 1792 tot auf einer Moskauer Straße gefunden.

NameJakob Lenz

Geboren am12.01.1751

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortSeßwegen, Livland

Verstorben am04.06.1792

TodesortMoskau

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