Biografie

Immanuel Kant

Der Philosoph war Begründer des Kritizismus und der Transzendentalphilosophie. Zu seinem philosophischen Schwerpunktthema gehört die Metaphysik. Er änderte die Definition des traditionellen Begriffs der Metaphysik, die er als die Wissenschaft von den Grenzen der menschlichen Vernunft erkannte. Sein Werk "Kritik der reinen Vernunft " (1781) kennzeichnet den Beginn der modernen Philosophie. Nicht nur in der Erkenntnistheorie, sondern auch in der Ethik mit dem Grundlagenwerk "Kritik der praktischen Vernunft" (1788) und in der Ästhetik mit "Kritik der Urteilskraft" (1790) sowie bedeutenden Schriften zur Religions-, Rechts- und Geschichtsphilosophie, schuf Kant eine neue, umfassende Perspektive in der Philosophie, welche die Diskussion bis ins 21. Jahrhundert maßgeblich beeinflusst. Den Begriff der Erkenntnistheorie schuf Immanuel Kant neu: Die Erkenntnis der Dinge hängt vom Erkenntnisvermögen des Menschen ab...
Immanuel Kant wurde am 22. April 1724 als viertes von insgesamt zehn Kindern einer Handwerkerfamilie in Königsberg geboren.

Kant besuchte in der Zeit von 1732 bis 1740 das Friedrichskollegium in Königsberg. 1737 starb seine Mutter. Er studierte nach seiner Schulzeit von 1740 bis 1745 an der Königsberger Albertina Universität Naturwissenschaften, Mathematik, Philosophie, Theologie und klassische lateinische Literatur. 1745 kurz vor dem Studienabschluss starb sein Vater. Noch während seiner Studien- und Promotionszeit war Immanuel Kant als Hauslehrer und Hofmeister in der Umgebung von Königsberg zur Sicherung des Lebensunterhaltes seiner Familie tätig. Auch veröffentlichte er in dieser Zeit erste naturphilosophische Texte wie zum Beispiel "Gedanken von der wahren Schätzung der lebendigen Kräfte" (1749). Nach dieser Zeit verließ Kant zeit seines Lebens Königsberg nie mehr.

Dennoch führte er später ein geselliges Leben. In der naturwissenschaftlichen, anonym erschienen Schrift "Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels" (1755) befasst sich Kant mit der Entstehung des Planetensystems nach den Newtonschen Prinzipien. 1755 schloss er seine Promotion mit einer Arbeit über das Feuer mit dem Titel "De igne" ab. Im gleichen Jahr stellte er seine Habilitationsschrift "Nova Dilucidatio", eine Abhandlung über die metaphysischen Grundsätze, fertig und begann, als Privatdozent an der Albertina zu lehren. Seine Vorlesungsthemen waren vielfältig: Logik, Ethik, Metaphysik, Mathematik, Naturrecht, philosophische Enzyklopädie, Pädagogik, Mechanik, Theologie und Anthropologie. Kants Vorlesungen waren gut besucht. Immer wieder bemühte er sich um eine ordentliche Professur an der Universität, die aber lange Zeit trotz seiner hohen Qualifizierung abgelehnt wurde.

In den Jahren von 1758 bis 1762 war Königsberg von den Russen besetzt. Diese Zeit brachte eine lockere gesellschaftliche Atmosphäre mit sich, an der Kant Anteil nahm. Eine Professur für Dichtkunst an der Albertina lehnte er ab. 1766 erschloss sich ihm neben seinen Einnahmen aus Hörgeldern und Privatunterricht eine weitere Geldquelle, als er die Stelle als Hilfsbibliothekar an der Königlichen Schlossbibliothek annahm. Einen Ruf an die Universität Erlangen als Professor für Logik und Metaphysik lehnte er ebenfalls ab, wie denjenigen an die Jenaer Universität. Erst im Jahr 1770 erhielt Kant eine ordentliche Professur für Logik und Metaphysik an der Königsberger Universität. In seiner Antrittsvorlesung sprach er über das Thema "Sinnliche und Intelligible Welt". Darin trennt Kant die sinnliche und intelligente Erkenntnis, Raum und Zeit werden als subjektive Anschauungsformen erkannt.

Das Thema seiner Antrittsrede wurde ihm zur Basis für sein Hauptwerk "Kritik der reinen Vernunft" (1781), an dem er zehn Jahre gearbeitet hatte. Danach folgten in kürzeren Abständen weitere kritische Schriften wie "Kritik der praktischen Vernunft" (1788) oder "Kritik der Urteilskraft" (1790). Diese Werkewaren als Grundstein für ein Gesamtsystem seiner Philosophie gedacht, das aber nur teilweise zur Ausführung kam. Berühmt wurde sein Artikel "Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung", der 1784 in der Berlinischen Monatsschrift erschien, und Kants griffige Antwort, die er auf den Punkt brachte: "Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit". "Die Kritik der reinen Vernunft" überraschte das Lesepublikum. Die Ausgabe, von der im Jahr 1787 eine weitere Auflage mit Änderungen erschien, war schwer verständlich.

Kant half dem ab, in dem er im Jahr 1783 eine allgemeinverständlichere Ausgabe mit dem Titel "Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik" schrieb. 1790 kam seine Schrift "Über eine Entdeckung, nach der alle neue Kritik der reinen Vernunft durch eine ältere entbehrlich gemacht werden soll" als Verteidigung gegen schulphilosophische Angriffe aus der Ecke Leipniz-Wolffianer heraus. 1786 wurde Kant Mitglied in der Akademie der Wissenschaften. 1795 wurde seine Schrift "Zum ewigen Frieden" veröffentlicht. Darin stellt Kant einen utopischen Entwurf eines Völkerbundes auf. Die Arbeit wurde zum Erfolg. In Kants Schaffen waren zwei Perioden erkennbar: die vorkritische und ab dem Erscheinen seines Hauptwerkes "Kritik der reinen Vernunft" im Jahr 1781 die kritische Schaffensphase. Dabei machten sich folgende Entwicklungsstufen bemerkbar:

In seiner naturwissenschaftlichen Phase von 1747 bis 1755 legte er den Grundstein zu seiner späteren Entwicklungslehre. In seiner metaphysischen Phase wandte er sich von der traditionellen Wolffschen Lehre ab und vertrat eine kritische Metaphysik. Seine kritische Philosophie hob an mit seinem Hauptwerk, danach folgte die Stufe der nachkritischen Schaffensperiode unter anderem mit dem erst im Jahr 1938 veröffentlichten Werk "Opus postumum", das Kants Kritizismus und die Metaphysik des Idealismus verbindet. In seiner praktischen Philosophie sieht Kant den "Kategorischen Imperativ" als oberstes Begründungsprinzip für Moral und Handlungsnormen: "Handle nur nach derjenigen Maxime , durch die du zugleich wollen kannst, dass sie allgemeines Gesetz werde." 1796 hielt Kant seine letzte Vorlesung.

Immanuel Kant starb am 12. Februar 1804 in Königsberg.
1746
Gedanken von der wahren Schätzung der lebendigen Kräfte

1755
Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels

1755
Meditationum quarundam de igne succincta delineatio (Dissertation über das Feuer)

1755
Neue Erhellung der ersten Grundsätze metaphysischer Erkenntnisse (Habilitation: Principiorum primorum cognitionis metaphysicae nova dilucidatio)

1756
Metaphysicae cum geometria iunctae usus in philosophia naturalis, cuius specimen I. continet monadologiam physicam (Lateinische Dissertation, auch "Physische Monadologie" benannt)

1756
Neue Anmerkungen zur Erläuterung der Theorie der Winde

1762
Die falsche Spitzfindigkeit der vier syllogistischen Figuren

1763
Versuch, den Begriff der negativen Größen in der Weltweisheit einzuführen

1763
Untersuchung über die Deutlichkeit der Grundsätze der natürlichen Theologie und Moral

1763
Der einzig mögliche Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes

1764
Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen

1764
Versuch über die Krankheiten des Kopfes

1766
Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik

1770
Über die Form und die Prinzipien der sinnlichen und intelligiblen Welt (Dissertation in Latein: De mundi sensibilis atque intelligibilis forma et principiis)

1775Über die verschiedenen Rassen der Menschen

1781
1. Auflage der Kritik der reinen Vernunft

1783
Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können

1784
Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht

1784
Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung – frei zugänglich bei DigBib.Org und Wikisource

1785
Grundlegung zur Metaphysik der Sitten

1786
Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft

1786
Mutmaßlicher Anfang der Menschengeschichte

1787
2., stark erweiterte Auflage der Kritik der reinen Vernunft

1788
Kritik der praktischen Vernunft

1790
Kritik der Urteilskraft

1793
Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft

1793
Über den Gemeinspruch: Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis

1794
Das Ende aller Dinge (Religionsschrift)

1795
Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf

1797
Die Metaphysik der Sitten

1798
Der Streit der Fakultäten

1798
Anthropologie in pragmatischer Hinsicht

1800
Logik – vom Schüler Jäsche nach Kants Vorlesungen erstellt

1802
Physische Geographie – vom Schüler Rink nach Kants Vorlesungen erstellt

1803
Über die Pädagogik – vom Schüler Rink nach Kants Vorlesungen erstellt

NameImmanuel Kant

Geboren am22.04.1724

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortKönigsberg (D).

Verstorben am12.02.1804

TodesortKönigsberg (D).

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