Biografie

Hilmar Kopper

Der Bankier und Manager war von 1969 bis 2002 für die Deutsche Bank in führenden Positionen tätig. Hilmar Kopper avancierte zur bedeutenden Persönlichkeit im deutschen und internationalen Bankgeschäft und führte den Konzern nach der Ermordung Alfred Herrhausens (1989) als Sprecher des Vorstandes durch die Entwicklungen der "Schneider-Affäre" (1994). Als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Mercedes-Benz AG (1998-2007), hatte Kopper Anteil an der 1998 vollzogenen Fusion des Konzerns mit der amerikanischen Chrysler Corp. zur DaimlerChrysler AG...

Der Deutsche Aktienindex DAX
Hilmar Kopper wurde am 13. März 1935 im westpreußischen Oslanin als Sohn eines Landwirts geboren.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges musste die sechsköpfige Familie 1944 in den Westen fliehen. Nach dem Abitur begann Hilmar Kopper 1954 eine Banklehre bei der Rheinisch-Westfälischen Bank. 1958 wechselte er zur Deutschen Bank in Köln-Mülheim mit anschließender Fortbildung bei J. Henry Schroder Banking Corp. in New York. Wieder in Deutschland arbeitete Hilmar Kopper in der Auslandsabteilung der Düsseldorfer Zentrale der Deutschen Bank. 1960 wechselte er zur Filiale Leverkusen, deren Leitung er ab 1969 innehatte. 1972 wurde er im Alter von 37 Jahren Vorstandsmitglied der Deutsch-Asiatischen Bank AG in Hamburg.

Im Jahr 1975 rückte er zum Generalbevollmächtigten der Deutschen Bank auf. 1977 berief man Kopper in den Vorstand der Deutschen Bank. 1988 übernahm er die Zuständigkeit für das Emissions- und Konsortialgeschäft für die Region Nordamerika. Die Übernahme der britischen Investmentbank Morgan Grenfell im November 1989 war maßgeblich Koppers Verdienst. Auch beim Kauf der Banca d'America e d'Italia und des Banco Comercial Transatlántico führte er die Verhandlungen. Nach dem Attentat auf den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank Alfred Herrhausen am 30. November 1989, wurde Hilmar Kopper im Dezember zum Vorstandssprecher der Deutschen Bank gewählt.

In dieser Position führte Kopper die Expansionspolitik seines Vorgängers Herrhausen fort. Nach dem Zusammenbruch des Immobilienimperiums von Jürgen Schneider und dessen Flucht ins Ausland, wurde im April 1994 das Konkursverfahren eröffnet. Auf die Frage, ob die Deutsche Bank unter der Schneider-Insolvenz in Schieflage geraten könne, bezeichnete Hilmar Kopper Schneiders Bankschulden von 5,3 Milliarden Mark, wovon 1,3 Milliarden Mark auf die Deutsche Bank entfielen, bei einer Bilanzsumme von rund 1.000 Milliarden Mark auf einer Pressekonferenz als "Peanuts". Da zahlreiche Handwerkerrechnungen in Höhe von fast 50 Millionen Mark offen standen, wurde die Titulierung "Peanuts" gegenüber der bedrohten Existenzen der Handwerksbetriebe in den Medien und der Öffentlichkeit kritisch diskutiert.

Im Mai 1997 wechselte Kopper als Vorsitzender in den Aufsichtsrat der Bank. Sein Nachfolger im Vorstand wurde Rolf E. Breuer, der im Mai 2002 auch sein Nachfolger im Aufsichtsrat wurde. Kopper wurde im Dezember 1998 als Vorsitzender in den Aufsichtsrat der Daimler-Benz AG nach Stuttgart berufen und offizieller "Beauftragter der Bundesregierung für Auslandsinvestitionen in Deutschland". In dieser Position war Kopper wesentlich an der 1998 vollzogenen Fusion des Konzerns Daimler-Benz AG mit der amerikanischen Chrysler Corp. zur DaimlerChrysler AG beteiligt. Im Amt des Vorsitzenden des Aufsichtsrats folgte ihm am 4. April 2007 Manfred Bischoff nach.

Privat ist Kopper seit 2003 in zweiter Ehe mit Brigitte Seebacher-Brandt, der Witwe und dritten Ehefrau Willy Brandts, verheiratet.


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NameHilmar Kopper

Geboren am13.03.1935

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortOslanin (Westpreußen)