Biografie

Henri Nannen

Der deutsche Verleger zählte zu den herausragendsten Journalisten und Publizisten seiner Zeit. Henri Nannen war Gründer der "Hannover Neusten Nachrichten" und der Illustrierten "stern", die er als Chefredakteur und Herausgeber von 1948 bis 1980 zu einem der auflagenstärksten Magazine Europas entwickelte. 1983 wurde Nannens Rückzug aus der aktiven Herausgeberschaft im Zuge des Skandals um die gefälschten Hitler-Tagebüchern von der größten Panne des deutschen Nachkriegsjournalismus überschattet. Große Popularität erreichte Nannen in der Folge auch als Kunstsammler und als Stifter der Kunsthalle von Emden...

Bedeutende Vertreter des deutschen Verlagswesens
Henri Nannen wurde am 25. Dezember 1913 in Emden geboren.

Nach Abschluss der Schule mit Abitur studierte Henri Nannen von 1934 bis 1938 Kunstgeschichte in München. Seinen Einstieg ins Berufsleben fand er 1938 als journalistischer Kunstberichterstatter der Fachzeitschrift "Die Kunst". Noch im selben Jahr, 1938, belegte die nationalsozialistische Regierung unter Adolf Hitler infolge einer kritischen Buchbesprechung Nannens den Journalisten mit einem Arbeitsverbot. 1939 wurde er zum Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieges eingezogen.

Im Jahr 1945 kehrte er zurück und ließ sich in Hannover nieder. Hier gründete Nannen 1946 die Tageszeitung "Hannoverschen Neusten Nachrichten", deren Herausgeber er auch war. 1948 rief Nannen die Illustrierte "stern" ins Leben, für die er nicht nur als Herausgeber, sondern 32 Jahre lang auch als Chefredakteur wirkte. Die Zeitschrift war zunächst als zeitkritisches Jugendmagazin konzipiert. Binnen weniger Jahre entwickelte sich der "stern" zu einem politisch orientierten Unterhaltungsblatt, welches in der Medienlandschaft Nachkriegsdeutschlands einen ausgezeichneten Rang einnahm.

Im Jahr 1951 verkaufte Henri Nannen seine Mehrheitsanteile unter anderem an die Tageszeitung "Die Zeit". Er blieb jedoch weiterhin Chefredakteur des "stern" und machte das Magazin bis in die 1970er Jahre zu Europas auflagenstärkstem Print-Medium. 1980 schied Nannen aus der Chefredaktion aus, blieb jedoch noch bis 1983 Herausgeber der Illustrierten, als welcher er auch im Vorstand von Gruner + Jahr vertreten war. Nach dem Skandal um die von Konrad Kujau gefälschten Tagebücher von Adolf Hitler, die der "stern" am 28. April 1983 als authentische Dokumente veröffentlicht hatte, mussten die Chefredakteure Peter Koch und Felix Schmidt zurücktreten.

Nannen trat ebenfalls von der aktiven Herausgeberschaft der Illustrierten zurück, obwohl er für die Falschmeldung keine direkte Verantwortung trug. Beobachter sahen darin ein Eingeständnis dafür, dass er zumindest seine journalistische Sorgfaltspflicht verletzt und somit die größte Panne des deutschen Nachkriegsjournalismus mit verursacht habe. 1986 eröffnete der passionierte Kunstsammler Nannen in seiner Heimatstadt Emden die von ihm gestiftete Kunsthalle mit zahlreichen Arbeiten der populärsten Vertreter der Modernen Kunst. Hannen erhielt zahlreichen Ehrungen für seine Verdienste im Journalismus, in der Verlagswirtschaft und um die Stadt Emden.

Im Jahr 1989 wurde ihm die Ehrenbürgerwürde seiner Geburtsstadt verliehen, in die er in den 1980er Jahren auch zurückgekehrt war. Er war seit 1990 in dritter Ehe mit Eske Nannen, geb. Nagel, verheiratet, die der Kunsthalle als Geschäftsführerin vorsteht. Aus früherer Ehe ging 1946 Sohn Christian hervor.

Henri Nannen starb am 13. Oktober 1996 in Hannover.

Im Herbst 2004 stifteten Europas größter Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr und sein Magazin "Stern" den Henri-Nannen-Preis, der für die besten Leistungen im Print- Journalismus erstmals 2005 vergeben wurde.



Bedeutende Vertreter des deutschen Verlagswesens

NameHenri Nannen

Geboren am25.12.1913

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortEmden (D).

Verstorben am13.10.1996

TodesortHannover (D).