Biografie

Gunter Thielen

Der promovierte Ingenieur stellt den Vorstandsvorsitzenden der Bertelsmann Stiftung und seit 2008 den Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Bertelsmann AG in Gütersloh. Er stieg zunächst, nach Führungstätigkeiten für BASF, ab 1980 in der Bertelsmann AG zu einem der führenden Verlags- und Medienmanager der Bundesrepublik auf. Ab 2002 war Gunter Thielen in der Nachfolge Thomas Middelhoffs als Vorstandsvorsitzender mit der Leitung des Medienkonzerns Bertelsmann betraut. 2008 wurde er von Hartmut Ostrowski abgelöst und wechselte als Vorstandsvorsitzender zurück in die "Bertelsmann Stiftung"...

Internationale Vertreter der Medienindustrie
Gunter Thielen wurde am 4. August 1942 im saarländischen Quierschied geboren.

Nach der Schule und dem Abitur nahm er an der Technischen Hochschule Aachen ein Studium des Maschinenbaus und der Wirtschaftswissenschaften auf, das er mit einer erfolgreichen Promotion zum Ingenieur abschloss. Im Anschluss an das Studium begann Thielen 1970 bei der BASF Ludwigshafen seine Berufstätigkeit. Nachdem er dort mehrere Führungsfunktionen wahrgenommen hatte, wechselte er 1976 zur Raffinerie "Wintershall" nach Kassel. In diesem BASF-Tochterunternehmen kam er als technischer Leiter zum Einsatz.

Im Jahr 1980 nahm Thielen seine Tätigkeit für die "Bertelsmann AG" auf, wo er zunächst im Tochterunternehmen "maul-belser" in Nürnberg den Vorsitz über die Geschäftsführung hatte. Die Nürnberger Firma gehörte dem Unternehmensbereich "Druck- und Industriebetriebe" der Bertelsmann AG an, zu dessen Leiter Thielen 1985 im Rahmen seines Eintritts in den Bertelsmann-Vorstand berufen wurde. Als Leiter des Unternehmensbereichs, der ab 1999 als "Bertelsmann Arvato" firmierte, unterstanden Thielen 16 Betriebe mit etwa 10.000 Beschäftigten. Thielen forcierte den weiteren Ausbau des Zeitschriften- und Buchdrucks durch Aufkäufe in den USA und durch Neugründungen.

Der Unternehmensführer wurde zum Vorstandsvorsitzenden der "Bertelsmann Arvato AG" ernannt, die sich zu einem der erfolgreichsten Bereiche des Medienkonzerns entwickelte. 2000/2001 belief sich der Umsatz des Bereichs auf 3 Milliarden Euro. Nachdem Thielen bereits als Geschäftsführer der Bertelsmann-Stiftung gewirkt hatte, wurde ihm im Herbst 2001 der Vorsitz über deren Kuratorium und Präsidium übertragen, aus dem Reinhard Mohn ausschied. Der enge Vertraute des Bertelsmann-Chefs Mohn führte seitdem außerdem den Vorsitz über die "Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft", die zwei Drittel der Konzernanteile hält.

Im Juni 2002 trat Thielen in den neu berufenen Aufsichtsrat der "Bertelsmann AG" ein. Wenige Wochen später führten interne Differenzen zwischen der Mohn-Familie und dem bisherigen Konzernchef Thomas Middelhoff zu dessen Ausscheiden. Gunter Thielen wurde daraufhin Ende Juli 2002, in der Nachfolge Middelhoffs, zum neuen Vorstandsvorsitzenden der "Bertelsmann AG" berufen. Ende Oktober 2003 übernahm Thielen außerdem, in der Nachfolge von Gerd Schulte-Hillen, den Aufsichtsratsvorsitz des Hamburger Verlags "Gruner + Jahr". Nach Differenzen zwischen Thielen und dem Bertelsmann-Aufsichtsratsvorsitzenden Schulte-Hillen erklärte Letzterer Mitte November 2003 auch hier seinen Rücktritt zum Jahresende.

Im Dezember 2003 wurden weitere Expansionspläne des Unternehmens in China bekannt, wo Bertelsmann in Peking mit der 21st Century Book Chain ein Joint Venture einging. Zur gleichen Zeit handelte das Unternehmen in der Musiksparte eine Fusion mit dem Unterhaltungskonzern Sony aus: Das neue Unternehmen Bertelsmann Music Group Sony soll seinen Sitz in New York haben. Im Januar 2004 beschloss der Aufsichtsrat der Bertelsmann AG, den Vertrag des Vorstandsvorsitzenden Thielen bis Ende August 2007 zu verlängern. Im September 2004 kündigte Thielen Neuinvestitionen in Höhe von bis zu drei Milliarden Euro für die nächsten drei Jahre an.

Das Ziel des ehrgeizigen Managers war die 10%-Marke bei der Umsatzrendite, die er bis zu seinem Ausscheiden 2007 erreichen wollte. Zum Jahresende 2004 rangierte Thielen auf einer Liste des amerikanischen "Time"-Magazins und des US-Senders CNN, welche die 25 weltweit einflussreichsten Wirtschaftsmanager auflistete. Mitte März 2005 konnte der größte europäische Medienkonzern für das Geschäftsjahr 2004 eine Steigerung des operativen Gewinns auf mehr als 1,4 Milliarden Euro vermelden. Der größte Umsatz Bertelsmanns wurde dabei von der RTL-Fernsehgruppe erzielt. Anfang Mai 2005 genehmigte die EU-Kommission in Brüssel die Fusion der Tiefdruckaktivitäten von Bertelsmann und Springer zum größten europäischen Unternehmen der Branche.

Die beiden großen deutschen Medienhäuser dürfen seither Hochglanzprodukte wie Kataloge und Zeitschriften gemeinsam drucken. Im September 2005 konnte der Medienkonzern für das erste Halbjahr ein deutliches operatives Plus um 8,1% auf 644 Millionen Euro vermelden. 2005 initiierte Thielen die Kampagne "Du bist Deutschland". Im Mai 2006 wurde Thielen Lehrbeauftragter am Institut für Corporate Governance (ICG) an der Universität Witten/Herdecke. Weiter wurde er Mitglied im Hochschulrat der Hochschule der Medien Stuttgart. Mitte 2006 gab das Unternehmen den Verkauf seines Musikverlags BMG bekannt. Bertelsmann verkaufte seinen Musikverlag BMG für 1,63 Mrd. Euro an den französischen Medienkonzern Vivendi.

Am 1. Januar 2008 wurde Gunter Thielen von Hartmut Ostrowski im Vorstand der Bertelsmann AG abgelöst. Er wechselte damit als Vorstandsvorsitzender wieder zurück in die "Bertelsmann Stiftung".

Gunter Thielen ist mit seiner ehemaligen Schulkameradin Ulla Höll verheiratet, mit der er zwei Kinder hat und die die saarländische "Fleischwaren-Gruppe Höll" leitet.


Bedeutende Vertreter des deutschen Verlagswesens
Internationale Vertreter der Medienindustrie

NameGunter Thielen

Geboren am04.08.1942

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortQuierschied (D).