Biografie

Günther Oettinger

Der Politiker stellt seit 2010 den EU-Kommissar für Energie. Davor war er von 2005 bis 2010 Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg. Als Jurist und Volkswirt vollzog Günther Oettinger neben seiner beruflichen Tätigkeit seit Ende der 1970er Jahre eine kommunal- und landespolitische Laufbahn bei der baden-württembergischen CDU. Neben zahlreichen kommunalpolitischen Funktionen stellte Günther Oettinger von 1983 bis 1989 den Landesvorsitzenden der Jungen Union in Baden-Württemberg. Als Fraktionsvorsitzender der CDU im Stuttgarter Landtag avancierte er von 1991 bis 2005 zum "Kronprinzen" unter Ministerpräsident Erwin Teufel. In dessen Nachfolge amtiert Oettinger als Regierungschef von Baden-Württemberg...

Die Ministerpräsidenten der Bundesrepublik Deutschland
Günther Hermann Oettinger wurde am 15. Oktober 1953 in Stuttgart geboren.

Er wuchs in Ditzingen auf. Nach dem Abitur am Gymnasium Korntal-Münchingen in Korntal-Münchingen absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der Universität Tübingen, wo er auch einer Studentenverbindung angehörte und als wissenschaftliche Hilfskraft tätig war. Nachdem Oettinger 1982 die Studien abgeschlossen hatte, war er als Assessor bei einer Kanzlei von Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern tätig.

Im Jahr 1984 erhielt er seine Zulassung als Rechtsanwalt. Er stieg daraufhin bei der genannten Kanzlei als Rechtsanwalt ein, die er seit 1988 auch als Geschäftsführer leitet. Neben dieser beruflichen anwaltlichen Tätigkeit engagierte sich Oettinger schon frühzeitig auf kommunaler und Landesebene in der Parteipolitik, indem er in die CDU Ditzingen eintrat, deren Vorsitzenden er in den Jahren 1977 bis 1985 stellte. Von 1979 bis 1993 war er Kreisrat in Ludwigsburg, 1980 bis 1994 saß er im Stadtrat von Ditzingen, wo er außerdem der CDU-Fraktion vorstand.

Im Jahr 1983 wurde Oettinger zum Landesvorsitzenden der Jungen Union in Baden-Württemberg erhoben; dieses Amt nahm er bis 1989 wahr. 1984 zog er für seinen Wahlkreis Vaihingen/Enz in den Stuttgarter Landtag ein, in dem er seither vertreten ist. Unter Ministerpräsident Erwin Teufel erhob man Oettinger 1991 zum CDU-Fraktionsvorsitzenden im Landtag. Der Politiker stieg an der Seite Teufels zum "Kronprinzen" in der Landespolitik auf. Vorwürfe, die in der ersten Hälfte der 1990er Jahre im Zusammenhang mit der sogenannten "Pizzeria-Affäre" Vorwürfe gegen ihn erhoben wurden, konnte er glaubhaft entkräften.

Im Mai 1999 wurde Oettinger zum Vorsitzenden des Bundesfachausschusses Medienpolitik der CDU gewählt. 2001 erhob man ihn außerdem zum Vorsitzenden des CDU-Bezirks Nordwürttemberg. Der "Kronprinz" machte nun verstärkt seinen Anspruch auf Übernahme des Amtes des Ministerpräsidenten in der Öffentlichkeit geltend. Eine quälende Personaldebatte innerhalb der baden-württembergischen CDU war die Folge, wobei der amtierende Ministerpräsident die Bildungsministerin des Landes, Anette Schavan, als Nachfolgerin favorisierte.

Im Oktober 2004 kündigte Teufel die Aufgabe seiner Ämter als Ministerpräsident und CDU-Landesvorsitzender zum Frühjahr 2005 an. Nach einer internen Mitgliederabstimmung wurde Oettinger im Dezember 2004 zum Nachfolger Teufels und zum CDU-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2006 gewählt. In der Nachfolge des zurückgetretenen Teufel bestimmte der baden-württembergische Landtag am 21. April 2005 Günther Oettinger zum neuen Ministerpräsidenten des Landes. Am 29. April wurde er zudem zum Landesvorsitzenden der CDU Baden-Württemberg gewählt.

Im Vorfeld der Bundestagswahl vom September 2005 plädierte Oettinger in langfristiger Perspektive für einen radikalen Umbau des Rentensystems und eine Verabschiedung aus dem Generationenvertrag. Bei der Landtagswahl 2006 konnte die von Oettinger geführte Schwarz-Gelbe Koalition ihre Mehrheit behaupten, obgleich die CDU die absolute Mehrheit knapp verfehlte. Der Landtag wählte ihn am 14. Juni 2006 mit 85 Stimmen erneut zum Ministerpräsidenten und Vorsitzenden der Landesregierung Baden-Württemberg.

Für Kritik sorgte seine Trauerrede beim Staatsakt im Freiburger Münster zum Begräbnis von Hans Filbinger am 11. April 2007. Oettinger bemerkte: "Anders als in einigen Nachrufen zu lesen, gilt es festzuhalten: Hans Filbinger war kein Nationalsozialist. Im Gegenteil; er war ein Gegner des NS-Regimes". Oettinger weiter "Es bleibt festzuhalten: Es gibt kein Urteil von Hans Filbinger, durch das ein Mensch sein Leben verloren hätte". Am 16. April erklärte Oettinger, dass er sich von seinen eigenen Äußerungen distanziere.

Im öffentlichen Bahn-Verkehr einigten sich Oettinger, Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und Bahnchef Hartmut Mehdorn am 19. Juli 2007 zu den Verhandlungen über die Neubaustrecke Wendlingen–Ulm sowie über das Projekt "Stuttgart 21". Oettinger legte zum 10. Februar 2010 sein Amt als Ministerpräsident nieder. Am selben Tag wurde im baden-württembergischen Landtag Stefan Mappus zum Ministerpräsidenten gewählt. In diesem Zuge wechselte Oettinger als EU-Kommissar für Energie nach Brüssel.

Günther Oettinger ist seit 1994 mit Inken, geb. Stange verheiratet, mit der er einen Sohn hat. Am 9. Dezember 2007 gab das Ehepaar Oettinger seine Trennung bekannt.


Die Ministerpräsidenten der Bundesrepublik Deutschland

NameGünther Oettinger

Geboren am15.10.1953

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortStuttgart (D).