Biografie

Rudolf August Oetker

Der Unternehmer, Reeder und Mäzen stieg als Enkel des Apothekers August Oetker im Nachkriegsdeutschland zu einem der erfolgreichsten Manager der Bundesrepublik auf. Seit 1944 leitete der westfälische Unternehmersohn den mit der hausfrauengerechten Darbietung von Backpulver (1891) berühmt gewordenen Familienbetrieb. In fast vier Jahrzehnten führte Rudolf August Oetker das Unternehmen, nicht zuletzt Dank des "Wirtschaftswunders", zu einem ansehnlichen Konzern, dessen Geschäftsaktivitäten einen weit gestreuten Bereich von Nahrungsmitteln über Getränke bis hin zu Schifffahrt und Finanzdienstleistungen abdecken. Der Stadt Bielefeld stiftete er in den 1960er Jahren eine Kunsthalle, worauf er 1998 eine gesamtdeutsche Stiftung für Kunst, Denkmalschutz und Wissenschaft gründete...
Rudolf August Oetker wurde am 20. September 1916 in Bielefeld als Sohn einer Unternehmerfamilie geboren.

Sein Großvater hatte 1891 das Familienunternehmen mit einem hausfrauengerechten Backpulver-Vertrieb aufgebaut. Nach dem Gymnasium und Abitur in Bielefeld nahm Oetker eine Banklehre in Hamburg auf, die 1936 durch die Einziehung zum Arbeits- und dann nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zum Kriegsdienst unterbrochen wurde. 1941 stieg Oetker in den Familienbetrieb ein, um nur drei Jahre später, nach dem Tod des vorherigen Unternehmensführers, mit 28 Jahren die Leitung der "Dr. August Oetker Nahrungsmittelfabrik" zu übernehmen.

Nach dem Krieg gelang Oetker im Zuge des so genannten "Wirtschaftswunders" der Ausbau des Unternehmens zu einem Konzern mit breit gestreuter Angebotspalette. Der findige Unternehmer finanzierte dies durch Beteiligungen an Schifffahrtsgesellschaften, durch die er zum größten deutschen Privatreeder aufstieg. Auch Oetkers Engagement in Brauereiunternehmen brachte das nötige Kapital für die Weiterentwicklung des Familienbetriebs hervor. Dabei steigerte er die Binding-Brauerei von einem auf den regionalen Markt konzentrierten Bierunternehmen zu einem nationalen Anbieter.

Mit Clausthaler eroberte er sich eine Vorrangstellung auf dem Markt der alkoholfreien Biere. Der Oetker-Konzern war weiterhin auch im Sektgeschäft und im Bankenwesen aktiv. Auch im Versicherungsgeschäft war er vertreten. Als zentrale Geschäftsbereiche sind Nahrungsmittel, alkoholische und alkoholfreie Getränke, Schifffahrt und Bankenwesen anzuführen. 1963 heiratete Oetker in dritter Ehe Maja Malaisé. 1976 geriet der Sohn Richard Oetker durch einen spektakulären Entführungsfall ins Zentrum der Öffentlichkeit: Seine Freilassung konnte erst gegen 21 Millionen DM Lösegeld erreicht werden.

Im Jahr 1981 erfolgte die Umwandlung des Unternehmens in die Kommanditgesellschaft "Dr. August Oetker" unter alleiniger Beteiligung Oetkers und der kollektiven Führung seines ältesten Sohnes und dreier Generalbevollmächtigten. Sohn August Oetker (geb. 1944) galt seither als persönlich haftender Gesellschafter des Unternehmens, in dem er seit 1984 auch den Vorsitz der Geschäftsführung wahrnahm. In dem Konzern, der 1996 in Oetker International GmbH umbenannt wurde, machte Rudolf August Oetker jedoch weiterhin seinen Einfluss geltend. Oetker wurde mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt Bielefeld ausgezeichnet.

Als Kunstfreund und -mäzen finanzierte er für seine westfälische Heimatstadt eine Kunsthalle. Die von ihm 1998 gegründete Stiftung für Kunst, Kultur, Denkmalschutz und Wissenschaft verfügt über ein Kapital in zweistelliger Millionenhöhe. Privat hatte Oetker aus seinen drei Ehen acht Kinder. Er lebte in Bielfeld, Argentinien und New York.

Rudolf August Oetker starb am 16. Januar 2007, im Alter von 90 Jahren, an den Folgen einer Lungenentzündung in Hamburg.


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Die 100 reichsten Menschen der Welt

NameRudolf August Oetker

Geboren am20.09.1916

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortBielefeld (D).

Verstorben am16.01.2007

TodesortHamburg (D).