Biografie

Annette Schavan

Die studierte Erziehungswissenschaftlerin und Theologin stellte von 2005 bis 2013 im Kabinett von Angela Merkel die Ministerin für Bildung und Forschung. Bereits 1995 verdiente sich Anette Schavan als Ministerin für Kultus, Jugend und Sport unter Ministerpräsident Erwin Teufel in der Landesregierung von Baden-Württemberg. Nicht unumstritten blieb indes ihre Haltung in dem sogenannten "Kopftuchstreit". Ab 1996 gehörte sie dem CDU-Landesvorstand von Baden-Württemberg an. 1998 wurde sie zur stellvertretenden CDU-Bundesvorsitzenden berufen...

Die Bundesminister der Bundesrepublik Deutschland
Annette Schavan wurde am 10. Juni 1955 in Jüchen geboren.

Nach Abschluss der Schule mit Abitur 1974 in Neuss studierte Schavan Erziehungswissenschaften, Philosophie und Katholische Theologie bis 1980. Im selben Jahr erfolgte ihre Promotion zum Dr. phil. an der Universität Düsseldorf. Bereits ab 1975 war sie zunächst als Kommunalpolitikerin aktiv. Dabei hatte Schavan bis 1984 den Bundesvorsitz der Jungen Union inne. Ab 1980 war Schavan Referentin der Bischöflichen Studienstiftung Cusanuswerk. Von 1982 bis 1984 gehörte sie dem Stadtrat von Neuss an. 1984 wechselte sie als Abteilungsleiterin für außerschulische Jugendbildung zum Generalvikariat nach Aachen. 1987 wurde sie Bundesgeschäftsführerin der Frauen-Union, kehrte jedoch 1988 als Geschäftsführerin zum Cusanuswerk zurück.

Von 1991 bis 1995 wurde sie auch dessen Leiterin. 1995 wurde Schavan als Ministerin für Kultus, Jugend und Sport unter Erwin Teufel in die Landesregierung von Baden-Württemberg berufen. In dieser Position führte sie das Abitur nach zwölf Schuljahren sowie den Fremdsprachenunterricht an Grundschulen ein. Ab 1996 gehörte sie dem CDU-Landesvorstand von Baden-Württemberg an. Im November 1998 wurde Schavan zur stellvertretenden CDU-Bundesvorsitzende berufen. Von 2001 bis 2005 war sie Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg. Ab Dezember 2002 leitete sie die Kommission zur Erarbeitung eines Grundprogramms für die Baden-Württenbergische CDU. Große Medienaufmerksamkeit erhielt Schavan 1998 durch den sogenannten "Kopftuchstreit".

Dabei verweigerte sie einer Muslime die Aufnahme in den Schuldienst, nachdem diese darauf bestand mit Kopftuch zu unterrichten. Das Bundesverfassungsgericht folgte nicht ihrer Auffassung. Darauf reagierte Schavan 2005, indem sie öffentlich den religiösen Kontext des Habit der unterrichtenden Nonnen bezweifelte und dies entgegen dem Kopftuch als Berufsbekleidung bezeichnete. Zuvor erfuhr Schavan große Aufmerksamkeit, nachdem sie im Februar 2004 als Kandidatin von Union und FDP für das Amt des Bundespräsidenten vorgeschlagen wurde. Bis zur Wahl von Horst Köhler galt sie als aussichtsreiche Anwärterin. In Folge der Ankündigung von Ministerpräsident Erwin Teufel im Oktober 2004 ab April 2005 nicht mehr für das Amt des Baden-Württenbergischen Ministerpräsidenten und Parteivorsitzenden zu kandidieren, kündigte Schavan Anspruch auf beide Ämter an.

Bei der folgenden Mitgliederbefragung erreichte sie nur knapp 40% der Stimmen, worauf sie ihre Kandidatur zurückzog. 2005 wurde sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Im Zuge der vorgezogenen Neuwahlen der rot-grünen Regierung, die eine Gründung einer Großen Koalition aus SPD, CDU und CSU zur Folge hatte, wurde Anette Schavan im Kabinett von Angela Merkel im Oktober 2005 zur Ministerin für Bildung und Forschung berufen. Am 22. November 2005 wurde sie im Amt vereidigt. Im Jahr 2007 wurde sie mit der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Im Oktober 2008 fasste der Akademische Senat der Freien Universität Berlin den Beschluss, Annette Schavan zur Honorarprofessorin im Fach Katholische Theologie für das Wintersemester 2009/2010 zu bestellen.

Auch im zweiten Kabinett von Angela Merkel behielt Schavan den Vorsitz des Ministeriums. Ihre Vereidigung fand am 28. Oktober 2009 statt. Am 5. Februar 2013 entzog die Universität Düsseldorf Annette Schavan den Doktortitel. Der Politikerin wurde vorgeworfen, in ihrer Doktorarbeit ("Person und Gewissen", 1980) Quellen nicht klar gekennzeichnet zu haben. Am 9. Februar 2013 zog sie die Konsequenz aus der Aberkennung ihres Doktorgrads und trat als Bundesbildungsministerin zurück.


Die Bundesminister der Bundesrepublik Deutschland
Bundesministerium für Bildung und Forschung

Anette Schavan
Heinemannstraße 2
53175 Bonn
Telefon: +49 (0 18 88) 5 70
Telefax: +49 (0 18 88) 5 78 36 01

NameAnnette Schavan

Geboren am10.06.1955

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortJüchen (D).