Biografie

Gerd Ruge

Der deutsche Journalist und Moderator erlangte durch seine Arbeit als Korrespondent große Popularität und Anerkennung. Für die ARD war er von 1956 bis 1959 deren erster Korrespondent in Moskau sowie von 1964 bis 1969 Korrespondent in den USA. In den Jahren 1973 bis 1976 berichtete er für die Tageszeitung "Die Welt" aus Peking. Nach weiterer Tätigkeit beim WDR und der ARD in verschiedenen Funktionen, darunter als Leiter des ARD-Studios in Moskau von 1987 bis 1993, ging Ruge am 1. September 1993 in den Ruhestand. Als Autor sowie als Dokumentarfilmer, unter anderem für seine Reiseberichte, fand er ebenso große Anerkennung. Gemeinsam mit der Filmstiftung NRW vergibt Ruge seit 2002 jährlich das mit 100.000 Euro dotierte "Gerd Ruge-Stipendium"...

Prominente Vertreter der deutschen Fernsehkultur
Gerd Ruge wurde am 9. August 1928 in Hamburg geboren, wo er aufwuchs und die Schule besuchte, die er mit dem Abitur abschloss.

Im Jahr 1948 ging er an das Institut des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) und absolvierte eine Ausbildung zum Journalisten. Im Anschluss bekam er hier eine Anstellung als Redakteur. Nicht zuletzt seinen hervorragenden Sprachkenntnissen in Russisch, Englisch und Französisch hatte es Ruge zu verdanken, dass er bald für Reportagen im Ausland eingesetzt wurde. Er war der erste deutsche Journalist, der Jugoslawien nach dem Bruch Titos mit der Sowjetunion bereiste. Gerd Ruges Tätigkeit führte ihn in der Folge nach Amerika, Südosteuropa, Korea und Indochina, von wo aus er über den herrschenden Krieg berichtete. Er achtete dabei immer darauf, nicht nur die politische Situation des Landes wiederzuspiegeln, sondern auch das tägliche Leben der Menschen.

Von 1956 bis 1959 ging Gerd Ruge, als erster deutscher Journalist Nachkriegsdeutschlands, als ständiger ARD-Rundfunkkorrespondent nach Moskau. Auch hier überließ er nicht nur dem Kreml die Schilderung der Landessituation, sondern befragte bewusst auch Wissenschaftler und Künstler sowie Menschen auf der Straße. In dieser Zeit knüpfte Ruge die Freundschaft zu Boris Pasternak. Ab Mai 1959 übernahm er die redaktionelle Leitung des ARD-Fernsehteams bei internationalen Konferenzen, so auch bei der Gipfelkonferenz in Paris 1960. Zur Zeit des Vietnam-Krieges und den damit einhergehenden Protestbewegungen, war Gerd Ruge Amerika- und Washingtonkorrespondent für die ARD. In der für ihn typischen Manier und in seiner speziellen menschlichen Art berichtete er über die politischen und gesellschaftlichen Zustände, die in den USA am Ende der 1960er Jahre herrschten.

Vielen blieb seine tief bewegte Berichterstattung über den Mord an Senator Robert F. Kennedy im Gedächtnis. Gerd Ruge hatte die Ermordung am 6. Juni 1968 live miterlebt. Von 1970 bis 1972 war er als ARD-Chefkorrespondent und Leiter des WDR-Studios in Bonn tätig. Im Anschluss ging er für die Tageszeitung "Die Welt" nach Peking, bis er 1974 erneut die Korrespondenz für die ARD in Moskau übernahm. Von 1976 bis 1977 war Ruge Fellow des East Asian Research Center der Harvard University/USA. 1977 wurde er ARD-Hörfunkkorrespondent in Moskau. 1981 ernannte man ihn zum WDR-Fernseh-Sonderkorrespondenten. Im selben Jahr kam die Leitung des Fernsehmagazins "Monitor" hinzu. Ab 1987 war Gerd Ruge Leiter des Moskauer ARD-Studios und er berichtete über die Reformversuche Michail Gorbatschows sowie den Putschversuch der Reformgegner aus dem Jahr 1991.

Ruge war auch immer wieder als Autor tätig und veröffentlichte seine Erlebnisse, so auch 1997 mit dem Band "Weites Land – Russische Erfahrungen. Russische Perspektiven". Obwohl er seit 1993 offiziell im Ruhestand war, beteiligte sich Ruge regelmäßig an TV-Produktionen, so war er auch als Co-Moderator der Talkrunde "neunzehnZehn" auf 3Sat zu sehen. Großer Beliebtheit erfreute sich auch seine Reportagereihe "Gerd Ruge unterwegs", die von der ARD immer zur Weihnachtszeit ausgestrahlt wurde. In dieser Reihe berichtete er über die gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen der USA, China, der Länder des Balkans, Georgien, Sibirien und natürlich Russlands. Von 1997 bis 2001 lehrte er als Professor für Fernsehjournalismus an der Hochschule für Fernsehen und Film München.

Für seine Arbeit wurde Gerd Ruge mit den bedeutendsten Preisen seiner Branche bedacht, darunter der "Adolf Grimme-Preis" (1964), der "Bambi" (1970 und 1971), die "Goldene Kamera" (1991), das "Bundesverdienstkreuz" (1992), der "Bayerischer Fernsehpreis" (1994) und der "Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis" (2001). Im Jahr 1999 war Ruge Präsident der Jury des "Prix International des Correspondants de Guerre". Von Oktober 1997 bis 2001 war er Leiter des Bereichs Fernsehjournalismus an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Gemeinsam mit der Filmstiftung NRW vergibt Ruge seit 2002 jährlich das mit 100.000 Euro dotierte "Gerd Ruge-Stipendium"...

Gerd Ruge ist in dritter Ehe verheiratet und lebt mit seiner Frau Irma in Moskau.


Prominente Vertreter der deutschen Fernsehkultur

1958
"Boris Pasternak - Biographie"

1961
"Gespräche in Moskau"

1963
"Vergessene Kinder Europas? - Europäisches Antlitz jenseits des Eisernen Vorhangs"

1972
"Deutschland und die Sowjetunion" (zusammen mit Heinz Geyr)

1978
"Begegnungen mit China - Eine Weltmacht im Aufbruch"

1990
"Zwischen Washington und Moskau - Europa in der Konfrontation der Supermächte"

1990
"Michael Gorbatschow" (Biographie)

1991
"Der Putsch. Vier Tage, die die Welt veränderten"

1996
"Weites Land - Russische Erfahrungen, russische Perspektiven"

1998
"Sibirisches Tagebuch"
Gerd Ruge
c/o WDR
Appellhofplatz 1
50667 Köln

NameGerd Ruge

Geboren am09.08.1928

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortHamburg (D).