Biografie

Francis Picabia

Der Maler, Grafiker und Schriftsteller gilt als einer der herausragendsten Vertreter des französischen Dadaismus. Seine Werke vermittelten wichtige Impulse für die Avantgarde des 20. Jahrhunderts. In seiner Entwicklung zu einer eigenen Ausdruckssprache experimentierte Francis-Marie Martinez Picabia häufig mit wechselnden Stilen. So begann er mit der impressionistischen Strömung und fand über die kubistische, orphistische und ironisch-satirische Malerei zum Dadaismus, den er durch den surrealistischen Charakter überwand und zur erotischen Malweise fand. Francis Picabia fand Gefallen an eklektischen Ausdrucksformen...
Francis-Marie Martinez Picabia wurde als Sohn eines kubanischen Botschaftsangestellten am 22. Januar 1879 in Paris geboren.

Picabia besuchte die École des Arts décoratifs in Paris. Ab dem Jahr arbeitete der Künstler mit spanisch-kubanischen Vorfahren in Common`s Studio an der École des Beaux-Arts in Paris. Innerhalb der beiden Jahre 1902 und 1903 machte er die Bekanntschaft des französischen Impressionisten Camille Pissarro, von dem er beeinflusst wurde; gleichfalls holte er sich Anregungen von den Werken des Franzosen Alfred Sisley. 1903 stellte er im Salon d`Automne und bei den Indépendants aus.

Zwei Jahre später eröffnete er seine erste Einzelausstellung, die in der Galerie Hausmann stattfand. 1908 wurde das Buch "Picabia, le peinture et l`aquafortiste" von Edouard André publiziert. Im Jahr darauf heiratete Francis Picabia Gabrielle Buffet. 1909 fand ein Stilwechsel statt, Picabia wandte sich dem Kubismus und der abstrakten Malerei zu. Diese Phase dauerte bis zum Jahr 1913. Der Titel seines ersten abstrakten Gemäldes lautet "Caoutchouc". In dieser Zeit, im Jahr 1911, hatte er erstmals mit bedeutendsten französischen Avantgardisten Marcel Duchamp Kontakt. 1912 fand sich Picabia unter den Mitbegründern der "Section d`Or" wieder.

Er befreundete sich mit dem französischen Dichter und Kritiker Appolinaire (Wilhelm Apollinaris de Kostrowitzky), der ihn in als orphischen Malkünstler bezeichnete. 1913 unternahm Picabia eine Reise nach New York. Dort beteiligte er sich an der Armory Show, einer umfassenden Ausstellung internationaler Avantgardisten. Picabia kam dabei die Rolle des Wortführers zu. Der Maler traf während seinen New-York-Aufenthaltes auf den US-amerikanischen Fotografen Alfred Stieglitz, der ihn in der Zeitschrift "Camra Work" erwähnte. Zugleich konnte Picabia in der Galerie von Stieglitz, die auf europäische Avantgarde spezialisiert war, seine Werke präsentieren.

Im Jahr 1913 entstand das Bild mit dem Titel "Udnie". 1915 unternahm Picabia seine zweite Reise in die USA. In dieser Zeit entstand eine fruchtbare Zusammenarbeit mit Marcel Duchamp, und Picabia wurde Mitarbeiter der Zeitschrift "291". In künstlerischer Hinsicht begann seine "mechmorphose" Phase. Ebenfalls im Jahr 1915 lernte er den amerikanischen Maler Joseph Stella kennen. Im Jahr darauf hielt er sich in Barcelona auf. 1917 gründete er die Dada-Zeitschrift "391", die im Jahr 1924 eingestellt wurde. Gleichfalls im Jahr 1917 erschien Francis Picabias erster Gedichtband unter dem Titel "Cinquante-deux miroirs".

Picabia begegnete dem spanischen Maler, Grafiker und Bildhauer Joan Miró. Im gleichen Jahr entstanden Werke wie "Child carburettor" oder "Üarade amoureuse", die zu Picabias "mechanistischer" Epoche zählen. Sie dauerte bis zum Jahr 1921 an. 1918 reiste er nach Lausanne. Im gleichen Jahr wurde sein zweiter Gedichtband "La fille née sans mère" veröffentlicht. In Zürich fand er in der Dada-Gruppe Aufnahme. Zugleich bemerkte er die Übereinstimmung in der Dada-Strömung mit seiner eigenen Kunstauffassung, Gesetzmäßigkeiten und Regeln zu vermeiden und auch keine absoluten Stilkriterien anzuerkennen.

Nach seiner Rückkehr nach Paris gründete Picabia im Jahr 1919 zusammen mit Marcel Duchamp und Ribemont-Dessaignes die Dada-Bewegung in Paris. Im gleichen Jahr entstand das Gemälde mit dem Titel "Abstrait Lausanne". 1920 fertigte er mit Erik Satie die Inszenierung, Bühnenbilder und Kostüme zum Ballett "Relâche". Picabia zeigte im Jahr 1922 seine Werke in der Galerie Delmeau in Barcelona; unter den 47 Aquarellen befand sich auch der Titel "Ortophone I". In der Zeit von 1922 bis 1924 war Francis Picabia für die Zeitschrift "Litterature" tätig, für die er eine bekannte Cover-Zeichnung anfertigte. Aus dieser Zeit stammte von ihm die Sentenz: "Der Kopf ist rund, damit er die Richtung wechseln".

In künstlerischer Hinsicht und in der Wahl seiner Tätigkeitsgebiete hielt sich der vielseitige Picabia an das Motto. 1924 wirkte er an René Clairs surrealistischem Stummfilm "Entracte" mit. Im gleichen Jahr siedelte er nach Mougins an die Côte d`Azur über. Dort entstanden aufgrund durch Inspiration des französischen Dichters André Breton die ersten Monsterbilder wie zum Beispiel "Baigneuse". In der Weiterentwicklung erarbeitet er die "Transparenten" als satirischer Angriff auf falsches Traditionsbewusstsein. 1926 konnte Picabia 80 Werke an das Hotel Drouot verkaufen.

In dieser Zeit wechselte er zum gegenständlichen Stilausdruck. 1936 hatte er eine Ausstellung in Chicago. Seine Werke orientieren sich an den Stil der Werbeplakate. Im gleichen Jahr fand seine letzte Gala unter dem Titel "Le ciel et l`enfer" statt. Zusammen mit vielen anderen Persönlichkeiten und Künstlern wie Wassily Kandinsky, Duchamp, Arp, Täuber, Robert Victor Felix Delaunay oder Domela unterschrieb er das Manifest des Dimensionismus. In der Zeit von 1939 bis 1943 wandte sich Picabia der Nacktmalerei zu oder er kopierte aus Erotik-Magazinen wie "Paris Sex Appeal" und andere.

In dieser weise entstand der Titel "Cinq femmes" aus dem Jahr 1942. Im Jahr darauf wurden einige von Picabias Bilder von den Nazis verbrannt. 1945 begann seine abstrakte Phase, Picabia wurde zur führenden Figur für die junge Künstlergeneration wie der deutsche Bildhauer Karl Hartung oder der französische Maler Pierre Soulages. Picabia vertrat in seinem Alterswerk einen Biomorphismus im Gegensatz zum geometrischen Stil. 1953 fand eine Picabia-Retrospektive unter dem Titel "Cinquantes ans de plaisir" in der Galerie René Drouin statt.

Francis Picabia starb am 30. November 1953 in Paris.

NameFrancis Picabia

Geboren am22.01.1879

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortParis (F).

Verstorben am30.11.1953

TodesortParis (F).