Biografie

Alfred Sisley

Der englische Maler gilt einerseits als der erfolgloseste Impressionist, aber auch als der konsequenteste. Erst kurz nach seinem Tod wurde die Öffentlichkeit auf die außerordentliche Farbharmonie und Bildkräftigkeit in seiner Malkunst aufmerksam. Sein Lieblingsmotiv waren Landschaften, so dass Alfred Sisley zum Hauptvertreter impressionistischer Landschaftsmalerei wurde. Oftmals malte er das selbe Motiv unter verschiedenen Lichtverhältnissen oder unter Anwendung verschiedener Techniken; auf diese Weise kam der Bildtitel "Kirche von Moret" insgesamt 15 Mal zustande. Alfred Sisley war ein Meister des Ausgleichs, der sich zwischen den Extremen seiner zeitgenössischen Malkunst bewegte. Er malte weder nach dem Stil alter Meister, noch gab er sich den zeitgenössischen Trends wie Japonismus, Symbolismus und Pointillismus hin. Seine Bilder strahlen eine lyrische Atmosphäre aus...
Alfred Sisley wurde am 20. Oktober 1839 als Sohn wohlhabender englischer Eltern in Paris geboren.

Sisley wuchs in Frankreich auf. Sein Vater machte ein Vermögen im Handel mit Südamerika. Nach der Schule wurde Alfred 1857 nach London geschickt, um dort den Kaufmannsberuf zu erlernen. Doch sein eigentliches Interesse galt der Kunst. 1862 kehrte er nach Paris zurück. Dort begab er sich in die künstlerische Obhut von Charles Gleyre, wo er Auguste Renoir und Claude Monet kennen lernte. Sein ganzes Leben lang blieb er mit Beiden befreundet. Später ergab sich eine Arbeitsgemeinschaft mit den Künstlerkollegen Claude Monet, Camille Pissaro und Auguste Renoir auf einem Boot an der Seine. Außerdem gab es jährlich ein regelmäßiges Arbeitstreffen mit Claude Monet, Auguste Renoir und Jean Frédéric Bazille, um im Wald von Fontainebleau gemeinsam zu malen.

Im Jahr 1866 heiratete Sisley Marie Lescouezec. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Im selben Jahr stellte er seine Werke erstmals im Pariser Salon aus. Sisleys erste künstlerische Vorbilder waren die englischen Landschaftsmaler des frühen 19. Jahrhunderts, wie William Turner, John Constable und Richard Parkes Bonington, deren Bilder er in London kennen lernte, und später die französischen Maler Jean-Baptiste-Camille Corot und Gustave Courbet. Im Pariser Salon von 1867 stellte er erstmals ein eigenes Gemälde aus, wandte sich aber etwa ab 1870 zunehmend den Impressionisten und ihrem Malstil zu. Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/1871 verlor die Familie Sisley ihr Vermögen, das bis dahin auch zur Unterstützung Alfreds gedient hatte. Sisley blieb von da an bis zu seinem Tod mittellos. 1874 beteiligte er sich zum ersten Mal an einer Ausstellung der Impressionisten in Paris. In dieser Zeit unternahm er auch eine Reise nach England. Es folgten weitere Ausstellungen dieser Art in den Jahren 1867, 1877 und 1882.

Alfred Sisleys favorisiertes Motiv waren Landschaften, respektive Flusslandschaften. Zahlreiche Ansichten malte er zum wiederholten Male unter anderen Lichtverhältnissen und in abgeänderten Techniken. Auf diese Weise kam der Bildtitel "Kirche von Moret" insgesamt 15 Mal zustande. Sisley war der konsequenteste Impressionist seiner Zeit, doch unterschied sich seine Bildkomposition von anderen, berühmteren Kollegen dadurch, dass er es vermied, seine Darstellung im Atmosphärischen aufzulösen. Seine Bilder zeigen sich in heiterer Farbstimmung. Der eher zurückgezogen lebende Maler galt als ein Meister des Ausgleichs zeitgenössischer Strömungen. Er malte weder nach dem Stil alter Meister, noch gab er sich den zeitgenössischen Trends wie Japonismus, Symbolismus und Pointillismus hin. Seine künstlerisch gestaltenden Mittel schlugen nie ins Extreme aus. Sisley malte fast ausschließlich Landschaften, wobei er sich in der Hauptsache an die Landschaft der Ile de France hielt und dort den Fluss, die Himmelsregion und die Dörfer aufnahm. Menschen kommen darin fast gar nicht vor.

Dem Maler kam es nicht auf Stimmungsbilder an, so wie sie beispielsweise sein Kollege Camille Pissarro schuf oder auch vereinzelt Claude Monet. Als Maler begnügte sich Sisley mit der vor ihm liegenden realen Erscheinung, der er sich zurückhaltend näherte. Es gibt nur wenige Stilleben, die er gemalt hat, und so gut wie keine Portraits. Sisley vermied es, seine Bildinhalte durch das Licht in Atmosphären aufzulösen, so wie es Monet gerne darstellte. Seine Gegenstände bleiben bestehen, auch wenn er dasselbe Motiv zum wiederholten Male unter anderen Lichtverhältnissen neu malte. Die jeweils andere Wirkung beruhte nicht allein auf einer anderen Beleuchtung, sondern gleichfalls auf der Anwendung einer jeweils anderen Maltechnik. Als Gesamtwerk erzeugen die gleichartigen Motive zwar dennoch eine einheitliche aber nuancierte Wirkung auf den Betrachter, die verbunden ist mit einer lyrischen Leichtigkeit.

Für die Erfolglosigkeit Sisleys wird oft sein konsequentes Durchhalten des impressionistischen Stils verantwortlich gemacht – neben seinem bescheidenen Charakter und seiner zurückgezogenen Lebensweise. Sein Malstil ist geprägt von Freizügigkeit und der Farbauswahl. Mit der Erfolglosigkeit war auch seine schwierige finanzielle Situation verbunden, die ihn in ärmliche Verhältnisse trieb. Sein wirtschaftliches Überleben hatte Sisley einem Kunsthändler zu verdanken, der ihm im Laufe der Zeit Hunderte von Bildern abkaufte. Da sie auch niemand anderes kaufen mochte, stapelten sie sich bei dem Händler – der Bilderkäufer stellte sich somit als Mäzen heraus. Andere Werke tausche er gegen ein Essen. Erst kurz nach seinem Tod wurde die Öffentlichkeit auf die außerordentliche Farbharmonie und Bildkräftigkeit in seiner Malkunst aufmerksam.

Zu seinen bedeutenden Bildtiteln zählen unter anderem "Der Kanal" (1872), "La Grande Jatte" (1873), "Regatta" (1874), "Überschwemmung bei Port-Marly" (1876), "Winter in Louveciennes" (1876) oder "Wiesen im Frühling" (1882-1885).

Alfred Sisley starb am 29. Januar 1899 in Moret-sur-Loing an Kehlkopfkrebs.

NameAlfred Sisley

Geboren am20.10.1839

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortParis (F).

Verstorben am29.01.1899

TodesortLoing (F)..sur.Moret

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