Biografie

Christian Wulff

Der CDU-Politiker stellte von 2010 bis 2012 den zehnten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Er wurde der jüngste Bundespräsident und der mit der kürzesten Amtszeit; am 17. Februar erklärte er seinen Rücktritt vom Amt wegen mehrerer Verdachtsfälle von Vorteilsannahme, Falschaussage sowie Behinderung der Pressefreiheit. Davor verdiente er sich ab 2003 als Ministerpräsidenten von Niedersachsen. Von 1979 bis 1983 gehörte er dem Bundesvorstand der Jungen Union an. Anschließend war er von 1983 bis 1985 Landesvorsitzender der Jungen Union Niedersachsen. Seit 1984 gehört er dem Landesvorstand der CDU in Niedersachsen an, seit 1994 war er deren Landesvorsitzender. Von 2006 bis 2007 war Wulff Vorsitzender der deutschen Ministerpräsidentenkonferenz...
Christian Wilhelm Walter Wulff wurde am 19. Juni 1959 im niedersächsischen Osnabrück geboren.

Nach der Trennung seiner Eltern wuchs der zweijährige Christian Wulff bei seiner Mutter auf. Als Jugendlicher trat er der CDU bei, für die er 1978 Bundesvorsitzender der Schüler-Union wurde. Von 1979 bis 1983 war er Mitglied des Bundesvorstandes der Jungen Union (JU) und zwei Jahre lang JU-Landesvorsitzender in Niedersachsen. In der Zeit von 1980 bis 1986 studierte Wulff an der Universität Osnabrück Rechtswissenschaften. 1984 sorgte eine kritische Rede Wulffs erstmals für Aufsehen, in der er die Spendenmanipulation durch juristische Verfahrentricks kritisierte. Im selben Jahr wurde er Mitglied im niedersächsischen CDU-Landesvorstand. Im März 1988 heiratete Wulff Christiane Vogt. Zwei Jahre später arbeitete er in der Anwaltskanzlei von Professor Dr. Tenfelde und Partner in Osnabrück und wurde Bezirksvorsitzender der CDU Osnabrück-Emsland.

Ab 1991 arbeitete er in der CDU-Grundsatzprogrammkommission und dem Bundesfachausschuss Frauenpolitik mit. 1993 wurde Wulff auf dem Landesparteitag der niedersächsischen CDU mit 472 von 496 Stimmen zum CDU-Spitzenkandidat und Herausforderer von Ministerpräsident Gerhard Schröder im Landtagswahlkampf 1994 nominiert. Im selben Jahr wurde seine Tochter Annalena geboren. Die Landtagswahl 1994 verloren Wulff und die CDU mit deutlichen Stimmenverlusten von 5,6 Prozent. Dennoch setzte sich Wulff in einer Kampfabstimmung gegen den bisherigen Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion durch, worauf er zum CDU-Landesvorsitzenden von Niedersachsen gewählt wurde. In einem Beschluss des niedersächsischen Landtags von 1995 wurde Wulffs Vorschlag zur Änderung der Kommunalverfassung angenommen, der zuvor auf dem CDU-Parteitag in Delmenhorst abgelehnt worden war.

Im selben Jahr wählte das World Economic Forum in Davos Wulff zu einem der "100 Global Leaders for Tomorrow". 1996 bestätigte man Wulff als Landesvorsitzender der CDU für eine weitere Amtsperiode. Innerhalb von zwei Jahren verzeichnete die niedersächsische CDU einen Zuwachs von rund 10.000 Mitgliedern. Wulffs Partei legte bei der Kommunalwahl 1996 mit 47,1 Prozent deutlich zu. Der Konsolidierungskurs der CDU in Niedersachsen wurde dem Verdienst Wulffs zugerechnet. Zusammen mit anderen jungen aufstrebenden CDU-Mitgliedern wie Roland Koch oder Ole von Beust, äußerte Wulff laute Kritik am Führungsstil von Bundeskanzler Helmut Kohl. Unbeliebt in den eigenen Reihen machte sich der CDU-Politiker auch durch seinen Vorschlag, Staatsbesitz aus Zwangsenteignungen aus der Zeit von 1945 bis 1949 zurückzugeben.

Aufsehen erregte Wulffs Kritik an der Familienpolitik von Bundesfinanzminister Theo Waigel. In diesem Zusammenhang forderte er eine Kabinettsumbildung und mehr Diskussionsbereitschaft zum Führungsstil von Parteichef Helmut Kohl. 1997 wurde Wulff auf dem CDU-Jahreskongress mit großer Mehrheit als Spitzenkandidat für die Landtagswahl 1998 bestätigt. Dort mussten Wulff und seine Partei jedoch einen deutlichen Verlust hinnehmen. Dennoch wurde er mit großer Mehrheit als CDU-Fraktionsvorsitzender im Landtag bestätigt. Nach der Wahlniederlage der CDU bei der Bundestagswahl vom Herbst 1998 trat Wulff in das CDU-Präsidium ein, wo er seither die Position des stellvertretenden Bundesvorsitzenden besetzt. 1999 wurde der CDU-Politiker Vorsitzender der CDU-Präsidiumskommission Sozialstaat 21 und Verhandlungsführer bei den Berliner Rentengesprächen.

Im Jahr darauf erhielt er abermals eine Bestätigung als CDU-Fraktionsvorsitzender und als niedersächsischer CDU-Landesvorsitzender. Die CDU gewann 2001 mit Christian Wulff die Kommunalwahlen in Niedersachsen mit einem Landesdurchschnitt von 42,6 Prozent. 2002 wurde Wulff als stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender bestätigt. 2003 nominierte man ihn zum Spitzenkandidaten für die niedersächsischen Landtagswahlen, bei denen er gegen den amtierenden SPD-Ministerpräsidenten Siegmar Gabriel antrat. In den niedersächsischen Landtagswahlen vom 2. Februar 2003 gelang Christian Wulff und der CDU mit 48% der Stimmen ein überwältigender Wahlsieg über die SPD. Am 4. März 2003 wurde Wulff zum Ministerpräsidenten Niedersachsens gewählt. In diesem Amt und als stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU gilt er seither neben der Bundesvorsitzenden Angela Merkel als bedeutendste Führungspersönlichkeit seiner Partei.

Im Vorfeld der Bundestagswahl 2005 wurde Wulff entgegen vorheriger Gerüchte um mutmaßliche bundespolitische Ambitionen für kein politisches Amt in Berlin gehandelt. Stattdessen machte der niedersächsische Ministerpräsident durch eine offensive Landespolitik auf sich aufmerksam. Im Sommer 2005 machte er sich für die Sanierung des VW-Konzerns stark, nachdem dieser seit längerem rote Zahlen geschrieben hatte. Ab Oktober 2006 war Christian Wulff Vorsitzender der deutschen Ministerpräsidentenkonferenz. Am 17. Oktober 2007 gab er den Vorsitz an den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch ab. Nach dem erneuten Wahlsieg der CDU bei der Landtagswahl in Niedersachsen 2008, einigte man sich auf die Fortführung der CDU/FDP-Koalition mit Christian Wulff als Ministerpräsident und Regierungschef. Am 26. Februar 2008 wurde er erneut zum Ministerpräsidenten gewählt.

Nach dem Rücktritt des Bundespräsidenten Horst Köhler am 31. Mai 2010 wurde Wulff am 3. Juni 2010 als Bundespräsidentschaftskandidat der Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP vorgestellt. Bei der Bundespräsidentenwahl in der 14. Bundesversammlung am 30. Juni 2010 in Berlin setzte sich Wulff im dritten Wahlgang mit 625 Stimmen gegen Joachim Gauck mit 494 Stimmen durch. Wulff trat sein neues Amt als Bundespräsident sofort mit Annahme der Wahl an. Seit Dezember 2011 geriet Wulff wegen mehrerer Verdachtsfälle von Vorteilsannahme, Falschaussage sowie Behinderung der Pressefreiheit in die Kritik. Mitte Februar stellte die Staatsanwaltschaft Hannover beim Immunitätsausschuss des Bundestags wegen des Anfangsverdachts der Vorteilsnahme einen Antrag auf Aufhebung der Immunität gemäß. Nach Bekanntwerden dieses Antrages erklärte Christian Wulff am 17. Februar 2012 seinen Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten.

NameChristian Wulff

Geboren am19.06.1959

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortOnsabrück (D).