Biografie

Roland Koch

Der Jurist stellte von 1999 bis 2010 den Ministerpräsidenten des Landes Hessen. Von 1998 bis 2010 war Roland Koch zudem Landesvorsitzender der hessischen CDU. Seit Ende der 1970er Jahre war Koch in führenden Positionen des CDU-Kreises Main-Taunus vertreten, bevor er sich gegen Ende der 1980er Jahre auch in der Landespolitik einen Namen machte. Von 1985 bis 1999 war er als Rechtsanwalt in Eschborn tätig und spezialisierte sich auf Wirtschafts- und Wettbewerbsrecht. Mit seiner forschen Rhetorik entfaltet der skandalbehaftete Politiker eine bundesweite Ausstrahlung. 2010 wurde zum Ehrenvorsitzenden der CDU Hessen gewählt…

Die Ministerpräsidenten der Bundesrepublik Deutschland
Roland Koch wurde am 24. März 1958 in Frankfurt/Main geboren.

Sein Vater, Karl-Heinz Koch, war in der CDU aktiv und von 1987 bis 1991 hessischer Justizminister. Nachdem er 1977 das Abitur abgelegt hatte, ging Koch für den Grundwehrdienst zur Bundeswehr. Danach nahm er ein Jura-Studium auf. 1981 und 1985 legte er die beiden juristischen Staatsexamen ab. Bereits während des Studiums engagierte sich Koch politisch bei der CDU. Für die Partei zog er in den Stadtrat Eschborns, in dem er bis 1993 vertreten war. 1979 berief man ihn zum Vorsitzenden des CDU-Kreisverbandes Main-Taunus. In den Jahren von 1983 bis 1987 fungierte er als stellvertretender Bundesvorsitzender der Jungen Union.

Von 1989 bis 1997 war er außerdem Vorsitzender der CDU-Fraktion des Kreistages im Main-Taunus-Kreis. Auf landespolitischer Ebene machte sich Koch ab 1987 einen Namen, als er in den hessischen Landtag einzog. Dort leitete er ab 1991 als stellvertretender Vorsitzender und ab 1993 als Vorsitzender die CDU-Fraktion. 1998 wurde er zum Landesvorsitzenden der CDU in Hessen gewählt. Von 1999 bis 2003 verdiente sich Koch als Aufsichtsratsvorsitzender der Fraport AG, an der das Land Hessen seinerzeit einen Anteil von etwa 45 Prozent hatte. Neben seinem Einsatz für den Ausbau des Rhein-Main-Flughafens geriet dabei auch seine Doppelfunktion als Ministerpräsident und Aufsichtsratsvorsitzender in die Kritik. Als Vertreter der jüngeren Nachwuchspolitiker in der CDU machte sich Koch durch seine forsche Rhetorik schon frühzeitig einen Namen.

Bundesweite Kritik zog er beim hessischen Landtagswahlkampf 1999 auf sich, als er aus Protest gegen die von der rot-grünen Regierung unter Gerhard Schröder geplante doppelte Staatsbürgerschaft für Ausländer eine populistische Unterschriftenkampagne durchführen ließ. Bei den Landtagswahlen 1999 trug Koch gegenüber dem bisher amtierenden Ministerpräsidenten Hans Eichel den Sieg davon. Koch wurde am 7. April 1999 zum neuen Ministerpräsidenten Hessens gewählt. In seiner ersten Amtsperiode regierte Koch in einer Koalition mit der hessischen FDP. Schon ein Jahr nach der Wahl sah sich die hessische CDU und damit auch Koch mit den Auswirkungen der bundesweiten CDU-Spendenaffäre konfrontiert, die unter der langjährigen Regierung Helmut Kohls verursacht worden war.

Koch musste sich für einen Geldwäscheskandal der hessischen CDU aus dem Jahr 1983 verantworten, wobei ihm anfängliche Unschuldsäußerungen später widerlegt werden konnten. Trotz der offensichtlichen Verstrickung des hessischen Regierungschefs in den Skandal, konnte sich Koch, dank der bedingungslosen Unterstützung der FDP, an der Regierung halten. Dies galt auch für seinen umstrittenen NS-Vergleich, den Koch im Dezember 2002 in einer Auseinandersetzung mit ver-di-Chef Frank Bsirske anstellte und für den er sich später entschuldigte. Allen Skandalen zum Trotz konnte Koch die hessische CDU bei den Landtagswahlen 2003 zur absoluten Mehrheit führen. Seither stellte er mit seinen Parteikollegen allein die hessische Regierung. Anfang 2006 sprach sich Koch dafür aus, eine Option für den Bau neuer Atomkraftwerke offen zuhalten.

Koch verwies dabei auf das Nachbarland Frankreich, in welchem derzeit die Kernkraftwerke der nächsten Generation gebaut würden. Bei der Wahl zum 17. Hessischen Landtag am 27. Januar 2008 verlor die Hessen-CDU unter seinem Vorsitz 12 Prozentpunkte ihrer Stimmanteile. Dennoch blieb Koch laut Hessischer Verfassung als geschäftsführender Ministerpräsident auch ohne parlamentarische Mehrheit im Amt. Am 25. Mai 2010 gab Roland Koch bekannt, dass er von seinem Amt als Ministerpräsident zurücktreten werde. Beim hessischen CDU Parteitag am 12. Juni 2010 wurde Koch mit 96 % der Stimmen zum Ehrenvorsitzenden der CDU Hessen gewählt. Am 31. August 2010 wurde er aus seinem Amt verabschiedet. Koch blieb indes noch bis November 2010 stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU.


Die Ministerpräsidenten der Bundesrepublik Deutschland

NameRoland Koch

Geboren am24.03.1958

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortFrankfurt/Main (D).