Biografie

Ole von Beust

Der Rechtsanwalt stellt seit 2010 den Senior Advisor der Unternehmensberatung Roland Berger. Als Politiker engagierte er sich seit seinem 16. Lebensjahr bei der Hamburger CDU, für die er von 1977 bis 1983 den Landesvorsitz der Jungen Union und von 1993 bis 2001 den Fraktionsvorsitz in der Bürgerschaft, d.h. dem Hamburger Landtag, übernahm. Ole von Beust stellte von 2001 bis 2010 den Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg. Infolge eines Erpressungsskandals trennte sich der Hamburger Regierungschef im Sommer 2003 von seinem umstrittenen rechtspopulistischen Koalitionspartner Ronald Schill, worauf von Beust die Hamburger CDU bei den anschließenden Neuwahlen im Februar 2004 zur ersten absoluten Mehrheit in ihrer Geschichte führen konnte...

Die Ministerpräsidenten der Bundesrepublik Deutschland
Ole von Beust wurde am 13. April 1955 in Hamburg geboren.

Sein eigentlicher Name lautet Carl Friedrich Arp Freiherr von Beust. Der Vater, Achim-Helge Freiherr von Beust, war viele Jahre führender Kopf der CDU in der Hamburger Kommunalpolitik. Von Beust trat somit noch in jungen Jahren in die Fußstapfen seines Vaters, als er im Alter von 16 Jahren der CDU beitrat. Nach dem Abitur übernahm von Beust 1973 bis 1975 seine erste politische Funktion: Er war als Assistent der CDU-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft tätig. Von Beust nahm 1975 ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg auf, das er 1980 und 1983 mit den beiden juristischen Staatsexamen abschloss. Auch während des Studiums setzte von Beust die politische Karriere bei der CDU fort: von 1977 bis 1983 war er Landesvorsitzender der Jungen Union in Hamburg.

Bei der Bürgerschaftswahl, d.h. der Hamburger Landtagswahl, von 1978 zog er außerdem in die Hamburger Bürgerschaft ein, in der er seither vertreten ist. Von Beust begann 1983 seine berufliche Tätigkeit als Rechtsanwalt in Hamburg. Daneben setzte er sein politisches Engagement fort. 1992 trat er in den Landesvorstand der CDU in Hamburg ein. 1993 übernahm er außerdem den CDU-Fraktionsvorsitz in der Bürgerschaft. Als Spitzenkandidat der CDU scheiterte von Beust zunächst bei der Bürgerschaftswahl 1997, aus der eine rot-grüne Regierungskoalition unter Ortwin Runde hervorging. 1998 wurde von Beust in den Bundesvorstand der CDU berufen, in dem er seither neben seinen landespolitischen Ämtern vertreten ist.

Bei der Bürgerschaftswahl 2001 errang zwar die SPD die größte Stimmenzahl, einen überraschenden Erfolg konnte jedoch auch die neue rechtspopulistische Partei "Rechtsstaatliche Offensive" unter Ronald Schill ("Schill-Partei") verbuchen, mit der die eigentliche Wahlverliererin CDU und die FDP nun eine neue Regierungskoalition bildeten. Am 31. Oktober 2001 wurde von Beust zum Ersten Bürgermeister der Freien Hansestadt Hamburg gewählt. Den umstrittenen Schill berief er zum Zweiten Bürgermeister und Innensenator. Von Beust sah sich bald regierungsinternen Schwierigkeiten gegenüber, da die Politik der Hamburger Innenbehörde nicht nur auf anhaltende Bürgerproteste stieß, sondern besonders im Umfeld des Staatsrats Walter Wellinghausen auch sehr skandalträchtig verlief.

Als von Beust die Entlassung Wellinghausens vorbereitete, stieß er damit auf den Widerstand Schills, der damit drohte, die Homosexualität des Hamburger Regierungschefs öffentlich zu machen. Im August 2003 entließ daher von Beust nicht nur Wellinghausen, sondern auch seinen Koalitionspartner Schill, was einen öffentlichen Skandal und eine schwere Regierungskrise verursachte, in der Schill stark an Popularität verlor. Von Beust löste Anfang Dezember 2003 die Koalition auf und kündigte Neuwahlen an. Bei der anschließenden Bürgerschaftswahl vom Februar 2004 kam der enorme Sympathiegewinn zum Ausdruck, den der amtierende Regierungschef im Zuge der Erpressungsaffäre erfahren hatte: In einem wahren Personenwahlkampf konnte von Beust die Hamburger CDU zur ersten absoluten Mehrheit (47,2 %) in ihrer Geschichte führen.

Von Beust konnte somit das Ausscheiden der "Schill-Partei" und der FDP aus der Hamburger Regierung erwirken, die er seither mit der CDU alleine stellt. Bei der Landesvertreterversammlung der Hamburger CDU am 2. Juni 2007 wurde von Beust mit einem Ergebnis von 98 % (193 von 197 Stimmen) auf Platz 1 der Landesliste gewählt. Bei der Bürgerschaftswahl am 24. Februar 2008 erhielt die CDU nur noch 42,6% der Wählerstimmen. Da sie damit ihre absolute Mehrheit der Parlamentssitze verloren hatte, bildete Ole von Beust, in dritter Amtszeit als Bürgermeister, eine Koalitionsregierung mit der Grün-Alternativen Liste (GAL), die erste Schwarz-Grüne Koalition auf Landesebene. Während seiner zweiten Amtszeit wurde er turnusgemäß am 1. November 2007 zum Bundesratspräsidenten gewählt und gab dieses Amt zum 1. November 2008 turnusgemäß an den saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller ab.

Im Jahr darauf, 2008, war von Beust Erster Vizepräsident des Bundesrates. Am 18. Juli 2010, dem Tag des Volksentscheids über die Schulreform in Hamburg, gab Ole von Beust auf einer Pressekonferenz überraschend seinen Rücktritt vom Amt als Erster Bürgermeister von Hamburg mit Wirkung zum 25. August 2010 bekannt. Am 25. August 2010 wählte die Bürgerschaft Christoph Ahlhaus zu seinem Nachfolger. Am 1. Oktober 2010 wurde Ole von Beust zum Senior Advisor der Unternehmensberatung Roland Berger berufen.


Die Ministerpräsidenten der Bundesrepublik Deutschland

NameOle von Beust

Geboren am13.04.1955

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortHamburg (D).