Biografie

Nina Hagen

Die deutsche Punk-Sängerin zählt zu den bekanntesten Persönlichkeiten der gegenwärtigen deutschen Musik-Szene. Neben ihren direkten und provokanten Texten fällt sie vor allen Dingen durch ihr extravagantes Äußeres und ihre schauspielernden Auftritte auf. In Frankreich gilt Nina Hagen inzwischen als Kultfigur des exzentrischen Rocks - vom MDR wurde sie als "Mutter des Punk" tituliert. Zu ihren bekanntesten Songs gehören "Du hast den Farbfilm vergessen", "Solo" und "Seemann"...

Die Studenten- und Protestbewegung von 1966-1975: Vordenker, Aktivisten, Idole
Nina Hagen wurde mit bürgerlichem Namen Catharina Hagen am 11. März 1955 als Tochter der Schauspielerin Eva-Maria Hagen in Ostberlin geboren.

Nina Hagens Mutter war mit dem bekannten Liedermacher Wolf Biermann liiert, mit dem sie zusammen wohnte. Bereits früh interessierte sich Nina für Musik. Sie schlug die Schlagerstar-Karriere ein und war mit 17 Jahren in der DDR als Sängerin so bekannt, dass ihr Kultstatus zukam. 1976 siedelte Hagen in die Bundesrepublik über. Damit folgte sie Wolf Biermann, der aus der DDR ausgewiesen worden war. In London, der Metropole für neue Musikkreationen, kam sie mit Punk und Reggae in Kontakt. Dort machte sie auch die Bekanntschaft des Bandmitglieds der "Sex Pistols", Johnny Rotten.

In dieser Zeit schloss sich Hagen der Frauenband "The Slits" an, woraus sich eine kurze musikalische Zusammenarbeit ergab. Im Anschluss daran zog sie 1977 wieder nach Deutschland. Dort startete Hagen ihr Image als schrille, exzentrische Rocksängerin, als welche sie schnell zur Kultfigur dieser Art von Musik avancierte. 1977 gründete sie unter dem Namen "Nina Hagen Band" ihre eigene Gruppe. Im Jahr darauf entstand die LP mit dem Titel "Nina Hagen Band". Darauf waren für ihre Art Musik wegweisende Stücke zu hören, mit denen sie die New Wave und Punk-Strömung in Deutschland maßgeblich beeinflusste.

Die Texte zeichneten sich durch einen besonderen Humor aus, der von einem aggressiven Ausdruck begleitet wurde. Der Gesang ist hysterisch erregt vorgetragen und damit ein spezifisches Merkmal ihres typischen Stils. Als markant gilt ihre kehlige Vortragsweise. Die Scheibe "Nina Hagen Band" wurde mit den Musikern von Lokomotive Kreuzberg, die später die Gruppe "Spliff" bildeten, produziert. Auch Hagens zweites Album mit dem Titel "Unbehagen" (1979) schlug in diese Kerbe und war maßgebend für die avantgardistische Musik der Zeit. Der Erfolg dieser beiden Werke wirkte auch über Deutschland hinaus.

Besonders die beiden Titel "TV Glotzer" aus "Nina Hagen Band" und "African Reggae" aus "Unbehagen" entwickelten sich zu erfolgreichen Auskopplungen. Mit späteren Werken erreichte Hagen keine höhere Popularität mehr, sie blieb aber bis heute eine internationale Größe in dieser Musikrichtung. 1983 erschien der ausgekoppelte Titel des Zarah Leander-Schlagers "Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen". Auffallendes Merkmal von Hagens Bühnenauftritten ist ihre knallig-schrille Verkleidung und Schminke. Mit Berliner Dialekt äußert sie sich zu Frauenthemen. Ihre Liedertexte vertreten oftmals einen radikalen Feminismus. Für provokative Schocks in der Öffentlichkeit war die Sängerin immer gut. So zeigte sie während einer Talkshow im ORF verschiedene Masturbationstechniken.

Hagens Stimmvariationen und Musikrepertoire ist ungewöhnlich breit gestreut und umfasst Chansons, Schlager bis hin zu Opernarien, die sie ironisch vorträgt. In ihrer späteren musikalischen Entwicklung ließ sie sich auf die Richtungen Rap und Funk ein. Auch wenn ihr die Kritiken kein uneingeschränktes Lob zollten, erlangte sie einen großen Publikumserfolg. Zu Hagens Alben zählen unter anderem Titel wie "Nunsexmonkrock" (1982), "Angstlos" (1983), "In Ekstasy" (1985), "Nina Hagen" (1989), "Street" (1991), "Revolution Ballroom" (1994), "freuD euch" (1995) oder "BeeHappy" (1996). Ihre Verehrung zu Zarah Leander setzte sich in dem 2000 erschienenen Album mit dem Titel "The Return of Mother" fort, auf dem sie die Lieder der Alt-Diva coverte.

Neben ihrer Rockmusik beschäftigt sich Hagen auch mit Texten von Berthold Brecht. So wirkte sie beispielsweise bei einem Brecht-Abend zum 100. Geburtstag des Dichters mit. Ihr Programm titelte mit "Wir heißen beide Anna" in Anspielung auf das Brecht-Werk "Die sieben Todsünden". Bei dieser Veranstaltung präsentierte die sonstige Rockröhre Lieder und Texte des bedeutenden deutschen Schriftstellers. Ihren schrillen Ruf pflegte die exaltierte Sängerin zusätzlich durch ihre Ufo-Theorien, durch ihre Neigung zur Esoterik und durch religiöse Ansichten sowie durch eine Heirat mit einem 17-Jährigen auf Ibiza.

Ende Januar 2004 heiratete Nina Hagen den dänischen Sänger Lucas Alexander. Das Paar trennte sich bereits nach 11 Monaten wieder. Im September 2004 präsentierte Hagen ihre erste eigene Modekollektion, die in Zusammenarbeit mit dem Designer Sascha Lutzi entstand, einem ehemaligen Mitarbeiter von Karl Lagerfeld. Anlässlich des 200. Geburtstags des dänischen Dichters Hans Christian Andersen im Jahr 2005, wurde Nina Hagen zur Märchenbotschafterin ernannt und soll in dieser Eigenschaft für die Arbeit der abc-Stiftung gegen Analphabetismus werben. Für ihr Lebenswerk wurde Hagen mit dem bedeutendsten deutschen Radio-Musikpreis, der Eins Live Krone des WDR, im Dezember 2004 ausgezeichnet.

Neben ihrem musikalischen Werk ist sie auch immer wieder als Schauspielerin aktiv, so auch in den Produktionen "Bildnis einer Trinkerin", "7 Zwerge - Männer allein im Wald" und "7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug". Im August 2009 ließ sich evangelisch-reformiert taufen. 2010 erschien Hagens Autobiographie mit dem Titel "Bekenntnisse".

Nina Hagen ist Mutter von Tochter Cosma Shiva Hagen (1981) und Sohn Otis (1989).


Die Studenten- und Protestbewegung von 1966-1975: Vordenker, Aktivisten, Idole

NameCatharina Hagen

AliasNina Hagen

Geboren am11.03.1955

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortBerlin (D).