Biografie

Karl Lagerfeld

Der deutsche Modeschöpfer, Designer, Fotograf und Kostümbildner zählt zu den anerkanntesten und populärsten Modemachern der Welt. Insbesondere durch seine klaren Kreationen entwickelte er sich zur Leitfigur der internationalen Mode- und Designer-Szene. Seit 1983 Kreativdirektor bei dem französischen Modehaus Chanel, wird ihm, durch immer neue Vatianten, ohne die Handschrift von Coco Chanel zu verändern, das Revival und der anschließende Aufstieg von Chanel zum Milliardenkonzern zugeschrieben. Seine Karriere begann er Mitte der 1950er Jahre in Paris, wo er sich u.a. bei Balmain, Patou, Chloé verdiente; seit 1965 ist er bei Fendi in Rom unter Vertrag. Seit 1974 entwarf er mit Unterbrechungen Damen- und Herrenmod auch unter seinem eigenen Namen. Besondere Wirkung in der Öffentlichkeit hatte seine exzentrische Kleidung; Kennzeichen wurden sein weiß gepuderter Zopf, der hochstehender Kentkragen, die dunkle Sonnenbrillen sowie Handfächer aus Leder. Neben der Mode entdeckte er 1987 die Fotografie als neues Steckenpferd. 1996 erhielt er für seine Arbeiten den Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Fotografie. 2010 erfolgte seine Ernennung zum Kommandeur der französischen Ehrenlegion, 2017 wurde er mit der Médaille Grand Vermeil der Stadt Paris geehrt...
Karl Lagerfeld wurde am 10. September 1938 als Sohn eines Hamburger Kaufmanns geboren.

Lagerfeld wuchs als Sohn des Hamburger Dosenmilch-Fabrikanten (Glücksklee-Milch-GmbH) Otto Lagerfeld und dessen Frau Elisabeth in wohlhabenden Verhältnissen auf. Die Schule brach er 1953 vorzeitig ab, um im Alter von 14 Jahren mit seiner Mutter nach Paris zu reisen und sich dort niederzulassen. Zunächst besuchte er dort eine Privatschule und das Lycee Montaigne. Seine berufliche Karriere begann er im Jahr 1954, als er beim Internationalen Wollsekretariat für einen Mantelentwurf mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde. Die Entwürfe Lagerfelds entstanden im Atelier des französischen Designers Pierre Balmain, bei dem er seine erste Anstellung erhielt. Hier absolvierte er auch von 1954 bis 1957 eine Schneiderlehre. 1958 trat Lagerfeld aus diesem Beschäftigungsverhältnis aus, um sich als freischaffender Designer in der französischen Hauptstadt zu betätigen. Zugleich war er bereits von 1958 bis 1963 künstlerischer Direktor bei Jean Patou.

Im Anschluss daran wechselte Karl Lagerfeld 1963 als künstlerischer Direktor zu Chloé. Er entwarf auch zahlreiche Pelzmodelle für Fendi und schuf Kreationen für das Label Coco Chanel. Aufträge für das renommierte Modehaus Chanel bescherten ihm erste internationale Beachtung. Anfang der 1970er Jahre lernte er in Paris den Lebenskünstler Jacques de Bascher kennen, mit dem er in den folgenden 20 Jahren sein Leben teilte. Jacques de Bascher erkrankte 1983 an Aids. Karl Lagerfeld begleitete ihn sechs Jahre lang durch die Krankheit, der er sich 1989 geschlagen geben musste. 1974 gründete der Designer in der Bundesrepublik sein erstes selbständiges Unternehmen unter dem Namen "Karl Lagerfeld Impression". Von 1978 bis 1982 arbeitete Lagerfeld als freier Designer für diverse Häuser. Von 1980 bis 1984 war er als Gastprofessor der Modeklasse an der Universität für angewandte Kunst Wien tätig, seine Nachfolgerin wurde Jil Sander.

Im Jahr 1983 folgten erste Prêt-à-Porter-Kollektionen für Chanel und die Eröffnung von Lagerfelds erstem Modehaus an der Pariser Champs-Elysées. Im selben Jahr wurde er auch Chef-Designer des Traditionshauses Chanel. Ab 1987 war Lagerfeld auch für weitere Textilhersteller tätig, mit denen er unter dem Label "KL" Kollektionen produzierte. Hinzu kamen Kostümentwürfe für Filme und Opern sowie erste Aufnahmen als Mode- und Werbefotograf. Ab 1990 förderte Kar Lagerfeld das deutsche Model Claudia Schiffer, in der er die zweite Brigitte Bardot sah, und setzte sie fortan bei Chanel international als Hausmannequin ein. Schiffer entwickelte sich unter der Förderung von Karl Lagerfeld zum teuersten Fotomodel der Welt und repräsentierte eine neue Generation ihrer Berufssparte, die die Tätigkeit als Model mit dem internationalen Ruhm eines Weltstars verband. Von 1988 bis 1996 entstanden gemeinsame Arbeiten mit dem Modehaus "Steilmann". Ab 1996 folgten Lagerfeld Kollektionen für das deutsche Versandhaus "Quelle".

Der deutsche Designer wurde indes mit zahlreichen Preisen, nicht nur für seine Modekreationen sondern auch für sein fotografisches Kunstschaffen, ausgezeichnet. Große Beachtung in den Medien fand 2000 seine radikale Diät nach den Vorgaben des Arztes Jean-Claude Houdret, bei der Lagerfeld in kurzer Zeit über 40 Kilo seines Körpergewichts verlor. Gemeinsam mit seinem Arzt veröffentlichte er 2002 über die Diät das Buch "Karl Lagerfeld, Jean-Claude Houdret: Die 3D-Diät". Im Oktober 2003 wurde Lagerfeld im Rahmen des World Awards von Michail Gorbatschow mit dem "World Fashion Award" ausgezeichnet. Für das schwedische Modehaus H&M kreierte Lagerfeld zur Herbstkollektion 2004 eine exklusive und kostengünstige Mode-Linie für Damen und Herren. Bei den Prêt-à-Porter Schauen im Oktober 2005 in Paris, präsentierte Lagerfeld erstmals drei Kollektionen. Zum einen für Chanel und Cloé sowie die erste Kollektion der verjüngten Ausgabe seiner eigenen Linie "Lagerfeld Gallery".

Karl Lagerfeld wurde am 1. Dezember 2005 mit dem "Bambi" in der Kategorie "Kreativität" ausgezeichnet, dem größten Medienpreis, den Deutschland zu vergeben hat. Vom 11. November 2006 bis 18. Februar 2007 wurden 350 Fotografien und Multimedia-Installationen Lagerfelds in der Berliner Galerie C/O Berlin ausgestellt. Unter dem Titel "One Man Show" zeigten sie alle das US-amerikanische Fotomodell Brad Kroenig, das der Designer entdeckt und gefördert hat. Über Lagerfelds Privatleben ist nur wenig bekannt. 2010 wurde er Kommandeur der französischen Ehrenlegion und 2017 wurde er mit der Médaille Grand Vermeil der Stadt Paris geehrt.

Karl Lagerfeld lebt abwechselnd in Paris, Monaco und Biarritz.


Die einflussreichsten Mode-Designer des 20. Jhs.
Menschen und Marken

NameKarl Lagerfeld

Geboren am10.09.1938

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortHamburg (D).