Biografie

Andrej Tupolew

Der russische Ingenieur diente für ein halbes Jahrhundert der russisch-sowjetischen Flugzeugindustrie, der er mit der Konstruktion seiner Militär- und Zivilflugzeuge unter Trotzki, Stalin und Chruschtschow zu internationaler Anerkennung verhalf. Andrej Nikolajevich Tupolew zählte 1922 bis 1972 zu den führenden Designern und Konstrukteuren der zivilen und militärischen Luftfahrt. Mit vielen seiner mehr als 120 Flugzeugen stellte er beachtliche Rekorde in der weltweiten Luftfahrtgeschichte auf...

Menschen und Marken
Pioniere der Luft- und Raumfahrt
Andrej Nikolajevich Tupolew wurde am 10. November 1888 in Pustomazovo (heute Kalinin Oblast, Russland) als Sohn des Dorfnotars geboren.

Nach der Schule begann er 1908 ein Studium des Ingenieurswesen an der Technischen Hochschule in Moskau, wo er sich unter Nikolai Yegorovich Zhukovsky, dem Vater der russischen Luftfahrt, auf Aeronautik spezialisierte und 1918 den Abschluss erlangte. Während des russischen Bürgerkriegs erhielten Tupolew und Zhukovsky von Leo Dawidowitch Trotzkij den Auftrag zum Bau eines neuen Bombers. Der Entwurf blieb zwar erfolglos, doch handelte es sich nur um den ersten Versuch in der nachfolgenden Entwicklung eines neuen sowjetischen Bombers. 1922, in dem Zhukovsky starb, wurde das erste von Tupolew entworfene Flugzeug, das Kleinflugzeug ANT-1, gebaut.

In den Jahren 1923 bis 1938 arbeitete Tupolew als Chefingenieur am Zentralen Aero- und Hydrodynamischen Institut, das durch Zhukovsky in Moskau gegründet worden war. Tupolew war der erste sowjetische Ingenieur, der mit der ANT-2 von 1924 ein Flugzeug nur aus Metall baute. Nach der ANT-3 von 1926 wurde die erstmals 1925 gebaute ANT-4 rasch in Serienproduktion hergestellt. 1928 begann Tupolew auch Kampfflugzeuge für das Militär zu konstruieren. Die ANT-5 oder I-4 war bis 1933 bei der sowjetischen Luftwaffe im Einsatz. Die ANT-4 wurde zum Bomber TB-1 umgerüstet, der bis 1938 durch die ANT-6 oder TB-3 ersetzt wurde. Im Bereich der Passagierflugzeuge etablierte sich Tupolew mit der ANT-9 und ANT-14, die jeweils Platz für neun und 36 Passagiere boten.

In den frühen 1930er Jahren konnte die ANT-20 als größtes Zivilflugzeug der Welt bereits 50 Passagiere transportieren. Das Flugzeug konnte leicht auch in ein Militärtransport- oder Kampfflugzeug umgewandelt werden. Weitere internationale Rekorde stellte Tupolew 1935 mit dem Flugboot ANT-22 und der ANT-25 auf, die von Moskau nach Kalifornien via Nordpol flog und dabei 6,262 Meilen in 62 Stunden zurücklegte. Nach einem Studienaufenthalt in Deutschland und den USA im Jahr 1936, geriet Tupolew im Zuge der Säuberungspolitik Josef Stalins in fünfjährige Haft. Ihm wurde eine Zusammenarbeit mit deutschen Flugzeugbauern vorgeworfen, die seine Pläne für die Konstruktion der Messerschmidt-109 genutzt hätten. Während der Haft konstruierte Tupolew den erfolgreichen Bomber TU-2, was ihm 1941 die vorzeitige Haftentlassung und 1943 den Stalin-Preis einbrachte.

In der Folge diente er als Offizier beim Technischen Ingenieurskorps der Armee. 1944 konstruierte er den TU-4, der die USA erreichen und bei Betankung in der Luft auch wieder in die UdSSR zurückkehren konnte. Von dem Bomber wurden bis 1954 1.500 Exemplare gebaut wurden. Nach dem Tod Stalins und dem Machtantritt von Nikita Sergejewitsch Chruschtschow wurde Tupolew rehabilitiert. 1953 wurde er in die Akademie der Wissenschaften aufgenommen. 1957 ging die TU-114 in Betrieb, die Tupolew aus dem missglückten Bomber TU-95 entwickelt hatte: Das erste düsengetriebene Passagierflugzeug, das die Strecke Moskau-Washington mit 220 Passagieren ohne Zwischenstop bewältigte. Ein weiterer Höhepunkt stellte der Jungfernflug der TU-144 im Jahr 1968 dar, die 1971 in Produktion ging und mit der Tupolew auf ihrem ersten Westflug im Mai 1971 in Paris landete.

Andrej Nikolajevich Tupolew starb wenig später, am 23. Dezember 1972, in Moskau.


Pioniere der Luft- und Raumfahrt

NameAndrej Tupolew

Geboren am10.11.1888

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortPustomazovo (heute: Kalinin Oblast, RUS).

Verstorben am23.12.1972

TodesortMoskau (UdSSR).