Biografie

Leo Trotzki

NameLeo Trotzki

Geboren am28.10.1879

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortJanowka (Ukraine)

Verstorben am28.10.1940

TodesortCoyoacán (Mexico)

Leo Trotzki

Der sowjetische Politiker behauptete sich als Organisator und Begründer der Roten Armee. Mit dem "Trotzkismus" entwickelte er eine eigene, weiterführende Theorie, deren Kernstück seine Idee von der permanenten Revolution war. Neben Wladimir Lenin und Josif Stalin zählte der russische Revolutionär zu den maßgeblichen Organisatoren der bolschewistischen Oktoberrevolution von 1917. Dabei geriet Leo Trotzki jedoch in zunehmende Differenzen zu Stalin, die nach dem Tod Lenins seine Entmachtung, Exilierung und schließlich Ermordung nach sich zogen, während der von ihm begründete Trotzkismus als marxistische Splitterbewegung fortbestand...
Leo Dawidowitsch Trotzki wurde als Leib Davidowitsch Bronstein am 28. Oktober 1879 als Sohn einer jüdischen Mittelstandsfamilie im ukrainischen Janowka geboren.

Trotzki studierte in Odessa und geriet bald in Kontakt mit revolutionären Zirkeln. 1897 gründete Bronstejn den "Südrussischen Arbeiterbund", worauf er verhaftet und 1899 nach Siberien verbannt wurde. 1902 konnte er ins Ausland fliehen, wo er sich fortan den Decknamen Leo Dawidowitsch Trotzki zulegte. Durch seine Mitarbeit an der Emigrantenzeitschrift "Iskra", für die auch Wladimir Lenin tätig war, verschaffte sich Trotzki eine führende Position in der russischen Sozialdemokratie. Dabei traten zwischen beiden Aktivisten tiefe Differenzen auf, die lange Jahre anhalten sollten. Anlässlich der Spaltung der russischen Sozialdemokraten in Menschewiki und Bolschewiki versuchte Trotzki ab 1903 eine vermittelnde Position einzunehmen.

Seine spezifische politische Programmatik basierte auf der theoretischen Vorstellung der "permanenten Revolution", dem Kerngedanken des sogenannten "Trotzkismus". Trotzki übernahm in der russischen Revolution von 1905/06 Führungsaufgaben in St. Petersburg. Nach der Niederschlagung der Erhebung geriet er in Haft, aus der ihm jedoch erneut die Flucht ins Ausland gelang. Das folgende Jahrzehnt verbrachte Trotzki im Wiener (1907-1914), Pariser (1914-1916) und schließlich US-amerikanischen Exil (1917). Im Zuge der Auseinandersetzungen über den Ersten Weltkrieg vollzog er eine Annäherung an die Positionen Lenins und dessen Revolutionsidee. In den USA gab er die revolutionäre Zeitschrift "Novy Mir" ("Neue Welt") heraus. Die russische Februarrevolution bot 1917 beiden die Gelegenheit zur Rückkehr in die Heimat.

Trotzki schloss sich nun den Bolschewiki an, in dessen Zentralkomitee und Politbüro er noch im selben Jahr aufrückte. Mit seinen agitatorischen Fähigkeiten trug er wesentlich zum Ausbruch der Oktoberrevolution bei, mit der sich die Bolschewiken gegen die bürgerlich-sozialdemokratische Revolutionsregierung erhoben. Unter Lenins Führung stieg Trotzki nun zum Außenkommissar im Rat der Volkskommissare auf. In dieser Funktion wirkte Trotzki anfangs an den diplomatischen Verhandlungen mit, die zum Frieden von Brest-Litowsk und damit zur Beendigung des Ersten Weltkriegs führten. Da er jedoch die ungünstigen Friedensbedingungen ablehnte, legte er bereits 1918 noch vor Unterzeichnung des Friedensvertrags sein Amt wieder nieder. Im März 1918 wurde Trotzki zum Kriegskommissar berufen.

Als solcher baute er die Rote Armee auf, über die er auch den Oberbefehl führte und mit deren Hilfe er bis 1921/22 auf entscheidende Weise den Sieg der Bolschewisten im russischen Bürgerkrieg herbeiführte. Nach dem Tod Wladimir Lenins (1924) verschärfte sich das bereits gespannte Verhältnis zwischen Trotzki und Lenins Nachfolger Josif W. Stalin. Trotzki prangerte zunehmend die Konzentration der Macht in der Person Stalins an, gegen den er auf ideologischer Ebene nun verschärft seine Theorie der "permanenten Revolution" setzte: Während Stalin sich auf den Aufbau und die Konsolidierung des Sozialismus "in einem Land", nämlich in der Sowjetunion, konzentrieren wollte, propagierte Trotzki die Notwendigkeit einer revolutionären Offensive und Expansion, mit der die nationale Revolution auf die übrige, noch kapitalistische Welt auszudehnen sei.

Denn nach Auffassung des Trotzkismus könnten nur durch eine internationale Umwälzung die revolutionären Errungenschaften der Sowjetunion langfristig gesichert werden. Stalin gelang jedoch sukzessive die Entmachtung Trotzkis, der 1925 zunächst seine Absetzung als Kriegskommissar, 1926 seine Entlassung aus dem Politbüro und 1927 schließlich den Austritt aus dem Zentralkomitee hinnehmen musste. 1928 folgte seine Verbannung nach Kasachstan, 1929 seine Ausweisung aus der Sowjetunion. Aus dem Exil setzte Trotzki jedoch auch im folgenden Jahrzehnt seine Agitation gegen den Stalinismus fort. Im Zuge der stalinistischen Säuberungen in der Sowjetunion wurde Trotzki dort 1936 in Abwesenheit zum Tode verurteilt. 1938 gründeten die Trotzkisten die IV. Internationale, die sich offen gegen das sowjetisch-stalinistische Sozialismusmodell aussprach.

Leo Dawidowitsch Trotzki wurde am 20. August 1940 in seinem Exil in Coyoacán bei Mexiko City durch einen sowjetischen Geheimagenten ermordet. Der von ihm begründete Trotzkismus besteht jedoch bis heute als "linke" Splitterabweichung des Marxismus fort.


Die Staats und Parteichefs der UdSSR und der Russischen Föderation
1906
Ergebnisse und Perspektiven. Die treibenden Kräfte der Revolution

1911
Über den Terror

1914
Der Krieg und die Internationale

1915
Zimmerwalder Manifest

1920
Zur Organisation der Roten Armee

1922
Das Recht der nationalen Selbstbestimmung und die proletarische Revolution

1924
1917 - Die Lehre des Oktobers

1926
Der amerikanische Pazifismus

1929
Die österreichische Krise, die Sozialdemokratie und der Kommunismus. Vortrag in Istanbul

1929
Die permanente Revolution. Vortrag

1929
Mein Leben

1930
Die Wendung der Komintern und die Lage in Deutschland

1930
Geschichte der russischen Revolution
Band 1: Februarrevolution
Band 2: Oktoberrevolution

1931
Gegen den Nationalkommunismus. Lehre des Roten Volksentscheids

1931
Deutschland – der Schlüssel zur internationalen Lage

1931
Wie wird der Nationalsozialismus geschlagen? Brief an einen deutschen Arbeiter-Kommunisten, Mitglied der KPD

1931
Ein Sieg Hitlers bedeutet: Krieg gegen die UdSSR

1932
Die russische Revolution. Vortrag in Kopenhagen

1933
Die Tragödie des deutschen Proletariats

1933
Porträt des Nationalsozialismus

1934
Über das jüdische Problem

1936
Verratene Revolution. Was ist die Sowjetunion und wohin treibt sie?

1937
Bolschewismus und Stalinismus

1938
Das Zetergeschrei um Kronstadt

1938
Ihre Moral und unsere

1938
Lernt denken. Ein freundlicher Rat an gewisse Ultralinke

1938
Der Todeskampf des Kapitalismus und die Aufgaben der IV. Internationale. Das Übergangsprogramm

1938
Das Verhältnis der Arbeiterklasse zur Pressefreiheit

1938
Lenin und der imperialistische Krieg

1939
Das Zwillingsgestirn Hitler-Stalin

NameLeo Trotzki

Geboren am28.10.1879

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortJanowka (Ukraine)

Verstorben am28.10.1940

TodesortCoyoacán (Mexico)

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