Biografie

André Citroën

Der französische Unternehmer gehörte zu den schillerndsten Persönlichkeiten der Automobilgeschichte. André Gustave Citroën war der Gründer des gleichnamigen Automobilunternehmens. Er begann seine berufliche Laufbahn als Mitbegründer eines metallverarbeitenden Betriebs für Zahnräder, der dann expandierte. Mit neuer Technologie wurde Citroën schnell ein erfolgreicher Konstrukteur und zu einem der bedeutendsten Branchenbetriebe in Europa; Citroën produzierte Autos seit 1919. Er führte die Serienfertigung nach dem Vorbild von Henry Ford in Europa ein und entwickelte 1936 das "Minimalauto" 2 CV, das als "Ente", ebenso wie die "göttliche" DS, Geschichte schrieb. Ab 1924 firmierte das Unternehmen als Aktiengesellschaft, an der Citroën die Kapitalmehrheit besaß...

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André Gustave Citroën wurde als Sohn des Diamantenhändlers Levie Bernard Citroën und seiner Frau Amalia Kleinmann am 5. Februar 1878 in Paris geboren.

Citroën wuchs zusammen mit zwei Brüdern und einer Schwester in wohlhabenden Familienverhältnissen auf. Bereits im Alter von sechs Jahren verlor er seinen Vater, der Selbstmord beging. Der junge Citroën besuchte das Lycée Condorcet in Paris. Dort begegnete er erstmals Louis Renault, seinem späteren Konkurrenten. 1898 wechselte Citroën an die École Polytechnique, die er 1900 abschloss. Ein Jahr zuvor verstarb seine Mutter, die bis dahin die Diamantengeschäfte ihres verstorbenen Mannes weitergeführt hatte. Mit dem Besuch bei seiner Schwester in Polen war der Erwerb eines Patentes für winkelverzahnte Zahnräder verbunden. Im Anschluss absolvierte Citroën seinen Militärdienst in Le Mans. 1905 gründete Citroën zusammen mit den Brüdern Hinstin und Abdré Boas die Firma "Société des Engrenages Citroën, Hinstin & Cie", wobei er sein Patent für die Zahnräder nutzen konnte. Der Betrieb fertigte Zahnräder im Winkelschnitt für Textilmaschinen.

Im Jahr 1913 wurde das erfolgreiche metallverarbeitende Unternehmen, das verschiedene Patente unter anderem für Getriebe und Schiffs- und U-Boot-Antriebe anmeldete, umbenannt in "Société Anonyme des Engrenages Citroën". 1907 kam Citroën erstmals mit der Automobil-Branche in Kontakt, indem er sich um die Sanierung der Mors-Autowerke kümmerte. 1908 wurde er deren Generaldirektor. Sechs Jahre später, 1914, heiratete Citroën Giorgina Bingen. Aus der Verbindung gingen insgesamt vier Kinder hervor, die beiden Töchter Jacqueline (1915) und Solange (1925) sowie die beiden Söhne Bernard (1917) und Maxime (1919). Ebenfalls 1914 musste Citroën als Soldat in den Ersten Weltkrieg ziehen. 1915 gründete Citroën in Paris eine Fabrik zur Herstellung von Granaten, mit denen er das französische Militär belieferte. Bereits 1918 wurde die Herstellung von Automobilen geplant. Mit neuer Technologie wurde Citroën schnell ein erfolgreicher Autohersteller und zu einem der bedeutendsten Branchenbetriebe in Europa.

Im Jahr 1924 firmierte das Unternehmen als Aktiengesellschaft, an der Citroën die Kapitalmehrheit besaß. Das Unternehmen blieb von der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre nicht verschont. Die Produktion dezimierte sich von über 100.000 Exemplaren 1929 auf unter 50.000 im Jahr 1932. Die Weltwirtschaftssituation und die aufwändigen Entwicklungskosten für neue Modelle trieben das Unternehmen Ende des Jahres 1934 in den Konkurs. Citroën erkrankte im Jahr darauf an Magenkrebs. Während seines zweiten Klinikaufenthaltes wurde der Unternehmer operiert.

André Gustave Citroën starb am 3. Juli 1935 in Paris.

Im gleichen Jahr wurde ein Vergleich zwischen den Gläubigern und dem Unternehmen Citroën geschlossen, das dann von Édouard Michelin übernommen wurde, jedoch bis heute den Namen seines Gründers trägt. Citroën ist seit 1976 Teil des mittlerweile zweitgrößten Automobilhersteller Europas, PSA Peugeot Citroën.


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Porträt des Monats Juli 2015: André Citroën

NameAndré Citroën

AliasCitroen

Geboren am05.02.1878

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortParis (F).

Verstorben am03.07.1935

TodesortParis (F).