Biografie

Louis Renault

Der französische Industrielle war mit seinen Brüdern Marcel und Fernand Gründer des Autoherstellers Renault, der 1898 in Boulogne-Billancourt bei Paris mit der Montage begann. Als Erfinder des Direktantriebs und der Kardanwelle legte er den Grundstein für den späteren Unternehmenserfolg. 1905 erhielt das Werk den Exklusivauftrag zum Bau der Pariser Taxis; 1906 begann die Produktion von LKWs, Bussen und Landmaschinen; ab 1908 folgten auch Flugzeugmotoren. Louis Renault stand fast ein halbes Jahrhundert dem späteren Konzern vor, den er mit unnachgiebiger Zielstrebigkeit führte. Als NS-Kollaborateur 1944 verhaftet, entging der schwerkranke "Grand Patron" seinem Todesurteil...
Louis Renault wurde als jüngster Sohn von Alfred und Berthe Renault am 12. Februar 1877 in Billancourt bei Paris geboren.

Schon früh interessierte sich Louis Renault für die Technik. Bereits mit elf Jahren legte er sich 1888 in seinem Zimmer elektrisches Licht. Im Alter von 14 Jahren bekam er von seinem Vater einen alten Motor geschenkt, an dem er stundenlang herumbastelte. Sein technisches Interesse überwog dasjenige an der Schule, die er ohne Abschlussprüfung verließ. 1896 konstruierte der Neunzehnjährige einen Dampfkessel, auf den er ein Patent anmeldete. Renault trat nach der Schule seinen Militärdienstdienst an. Dort hielt seine Begeisterung für Maschinen ungebrochen an. 1898 konstruierte Renault sein erstes Auto in einem Holzschuppen in Boulogne-Billancourt bei Paris. Von seinem gesparten Geld schaffte er sich ein gebrauchtes Vierrad der Marke Dion-Bouton an. An dem Vehikel nahm er grundlegende Veränderungen vor.

Am Ende kam der erste Prototyp von Renault, der Renault Typ A, heraus. Renault präsentierte den Wagen Typ A an seinem 21. Geburtstag im Jahr 1898. Es war das weltweit erste Auto mit einer 3-Gangschaltung und Direktantrieb durch Kardanwelle anstatt durch Kettenantrieb. Im selben Jahr gründete er zusammen mit seinen Brüdern Fernand und Marcel Renault das Unternehmen, das den Familiennamen trägt und den Grundstein für das spätere moderne Autowerk Renault gab. Der erste Renault war mit einem 270-ccm-Motor ausgerüstet und leistete 1,75 PS. Er konnte zwei Personen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern befördern. Renault griff auf die finanzkräftige Hilfe seiner Brüder zurück, die ihn bei der Gründung und Entwicklung seiner Autofirma unterstützten. Er konstruierte eine direkte Gangschaltung, die er patentieren ließ.

Diese technische Innovation wurde bald von anderen europäischen und US-amerikanischen Autoherstellern gleichfalls genutzt. Durch seinen Hang zu technischen Erfindungen gelangte Renault zu weiteren Patenten, wie zum Beispiel für den Turbokompressor. Die Renault-Motoren wurden darauf in Rennautos eingesetzt, die von den Brüdern Louis und Marcel Renault gefahren wurden. Die Fahrzeuge erwiesen sich als schnelle und erfolgreiche Rennwagen. So siegte ein Renault 1902 beim Rennen von Paris nach Wien vor 138 Konkurrenten. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 60 Stundenkilometer. Im Jahr darauf, 1903, verunglückte Marcel Renault tödlich. 1905 erhielt Renault den Exklusivauftrag für den Bau der Pariser Taxis. 1906 begann die Produktion von LKWs, Bussen und Nutzfahrzeugen; 1908 folgten auch Flugzeugmotoren.

Im Jahr 1906 gründete Renault ein erstes Auslandswerk in New York; 1907 in Berlin. 1909 starb Fernand Renault im Alter von 44 Jahren. Renault führte nun seinen zum Industrieunternehmen expandierten Betrieb nach dem Taylorismus, d.h. einer nach ihrem Erfinder Frederick Winslow Taylor benannten wissenschaftlichen Betriebsführung. Bis 1910 avancierte Renault zum größten europäischen Automobilbauer. Im Ersten Weltkrieg stellte das Unternehmen Waffen her. 1918 heiratete Renault seine Frau Christine, die Tochter eines Pariser Notars. Aus dieser Verbindung ging der einzige Sohn mit Namen Jean-Louis hervor. Ab 1919 war Renault Frankreichs größtes privates Industrie-Unternehmen. Aus Kostengründen und um konkurrenzfähig zu bleiben, stellte Renault alle zum Auto zugehörigen Teile selbst her.

Im Jahr 1925 erschien die Luxuslimousine 40 CV. Diese trug erstmals das Markenzeichen des Rhombus auf dem Wagenkühler. Die schlechten Arbeitsbedingungen führten indes zu häufigen Streiks. 1931 gründete Renault die Stahlhütte S.A.F.E. Unter dem Druck der Volksfront-Regierung führte er 1936 die 40-Stundenwoche ein. Als 1940 deutsche Truppen Paris besetzen, wurde Louis Renault zur Kooperation mit Nazi-Deutschland verpflichtet. Große Faszination löste der sogenannte "Kraft durch Freude Wagen" bei Renault aus. Renault entschied sich daher für die Zusammenarbeit mit Deutschland. Diese "Panzeraffäre" und ein Händeschütteln mit Adolf Hitler im Jahr 1939 in Berlin, ließen den Vorwurf der Kollaboration laut werden. Nach der Befreiung Frankreichs wurde Renault 1944 verhaftet und zum Tode verurteilt.

Aufgrund der schlechten körperlichen Verfassung wurde das Vollstecken des Urteils ausgesetzt.

Louis Renault starb am 24. Oktober 1944 in Paris. Die genauen Todesumstände blieben ungeklärt und führten zu zahlreichen Spekulationen.

Das immense Privatvermögen sowie das gesamte Unternehmen Renault wurde 1945 unter der Bezeichnung Régie Nationale des Usines Renault der Familie enteignet und verstaatlicht. 1990 wurde der Konzern in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, deren einziger Aktionär der französische Staat blieb.


Persönlichkeiten der Automobilindustrie

NameLouis Renault

Geboren am12.02.1877

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortParis (F).

Verstorben am24.10.1944

TodesortParis (F).