Biografie

Henri de Toulouse-Lautrec

Der französische Maler thematisierte im Spätimpressionismus die Welt der Dirnen und Künstler in Paris, was ihn als den bedeutendsten Vertreter der Kunst des "Fin-desiècle" ausweist. Er selbst entstammte einem der ältesten Adelsgeschlechter Frankreichs und lebte auf dem Montmartre, dem Künstlerviertel der französischen Hauptstadt. Durch Gelenkmissbildungen zum "Gnom auf Kinderbeinen" verunstaltet, wurde er zum Außenseiter. Um seine Motive zu finden, wandte sich Henri de Toulouse-Lautrec dem großstädtischen Leben in Kabaretts, Cafes, Bars, Theatern, Bordellen und anderen Vergnügungsstätten zu. Er setzte das hautnahe Miterleben dieser Milieus durch seine exzessive Lebensweise in seiner künstlerischen Sichtweise um und verlieh so seinen Werken Authentizität. Inspiriert wurde Toulouse-Lautrec indes von verschiedenen zeitgenössischen Künstlern; nachhaltig jedoch von den Malern Edgar Degas und Paul Gauguin. Trotz seines kurzen Lebens hinterließ er ein gewaltiges Werk von rund 700 Gemälden, 5.000 Zeichnungen und fast 400 Lithografien...
Henri de Toulouse-Lautrec wurde am 24. November 1864 in Albi, Frankreich geboren.

Die Familie Toulouse-Lautrec gehörte einem der ältesten französischen Adelsgeschlechter an; die Grafen von Toulouse sind bis in die Zeit Karls des Großen nachweisbar. Als Kind erkrankte er an einer Pyknodysostose, einer autosomal rezessiven Erbkrankheit, welche die Kleinwüchsigkeit zur Folge hat. Durch zwei Unfälle brach er sich als 13- bzw. 14-Jähriger nacheinander beide Beine. Die Brüche, die zu dieser Zeit nicht richtig behandelt werden konnten, hatten die Verkrüppelung sowie einen Wachstumsstop der Beine zur Folge. Als Erwachsener erreichte er eine Größe von nur 1,50m. Henry de Toulouse-Lautrec besuchte die Schule in Albi. Oft war er bettlägerig und geschwächt. Zum "Gnom auf Kinderbeinen" verunstaltet, wurde er zum Außenseiter

Schon sehr früh erkannte er seine Leidenschaft für die Malerei. Auf seien frühen Ölbildern, die er als 14-Jähriger malte, gestaltete er Motive aus dem herrschaftlichen Leben seines Elternhauses, darunter immer wieder die Jagd, Pferde, Kutschen, Reiter und Hunde. Er zog 1881, nach bestandenem Abitur, nach Paris, um, inspiriert durch die zeitgenössische Kunst, Gleichgesinnte zu finden. So machte er Bekanntschaft mit Vincent van Gogh und wurde beeinflusst von Edgar Degas und Paul Gauguin. Am 17. April 1882 wurde er für wenige Monate Schüler im Atelier des Pariser Modemalers Léon Bonnat. Anschließend fand er in Fernand Cormon seinen zweiten akademischen Lehrer. Trotz zahlreicher weiterer Bekanntschaften mit Künstlern, deren Werke ihn begeisterten und mit denen er sich austauschte, blieb Toulouse-Lautrec ein Autodidakt.

In Paris wurde er Mitarbeiter der "Revue Blanche" und lernte den Sänger Aristide Bruant kennen, der ihn mit dem Pariser Nachtleben vertraut machte. Von dem nächtlichen Treiben in den Bars, Kabaretts, Bordellen sowie dem Zirkus war er derart fasziniert, dass diese Orte zu seiner Inspirationsquelle wurden. Toulouse-Lautrec konnte durch den Verkauf seiner Gemälde, insbesondere von der Erstellung von Werbeplakaten, gut leben und zusammen mit den lichtscheuen Menschen sowie dem Alkohol seine verkrüppelte Gestalt vergessen. 1885 eröffnete Aristide Bruant das Cabaret "Le Mirliton", und Toulouse-Lautrec entwarf eine Plakatserie, auf der zumeist Monsieur Bruant mit einem roten Schal zu sehen war. Zur Eröffnung des "Moulin Rouge" im Jahr 1890 entwarf er eine weitere Plakatserie im Stil des "Jugendstils", die ihn weltberühmt und zum Begründer der modernen Gebrauchsgrafik machte. Zahlreiche seiner Bilder wurden in Zeitungen veröffentlicht.

Die Folgen jener Jahre waren jedoch die Alkoholabgängigkeit und der körperliche Zerfall. 1899 wurde er von seiner Mutter zu einer dreimonatigen Entziehungskur in die Heilanstalt Neuilly eingewiesen. 1901 kehrte er nach Paris zurück. Im selben Jahr reiste er nach Taussat, wo er am 15. Juli einen Lähmungsanfall erlitt. Seine Mutter brachte ihn am 20. August nach Malromé, wo er sein letztes Bild "Admiral Viaud" malte. Insgesamt schuf er mehr als 700 Gemälde, 5.000 Zeichnungen, 270 Aquarelle und fast 400 Lithografien. Mit seinem Werk im Spätimpressionismus avancierte er zum bedeutendsten Vertreter der Kunst des "Fin-desiècle".

Henri de Toulouse-Lautrec starb am 9. September 1901, im Alter von 36 Jahren, auf Schloss Malromé, Gironde. Er wurde in Saint-André-du-Bois begraben und später nach Verdelais (Gironde) umgebettet. Den Großteil seiner Arbeiten hinterließ Toulouse-Lautrec seiner Geburtsstadt Albi, die 1922 das "Musée Toulouse-Lautrec" eröffnete.

NameHenri de Toulouse-Lautrec

Geboren am24.11.1864

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortAlbi (F).

Verstorben am09.09.1901

TodesortGironde (F).