Biografie

Henri Matisse

Der französische Maler, Grafiker und Bildhauer gilt als Begründer des Fauvismus. Seine frühen Gemälde waren noch impressionistisch beeinflusst. Der sich daraus entwickelnde Malstil mit intensiver und großflächiger Farbgebung im Vordergrund drängte die realistische Formgebung in den Hintergrund und prägte den Stil der Fauvisten. Henri Matisse setzte die Farbe nicht mehr zur Charakterisierung materieller Oberflächenstrukturen ein, sondern gab ihr ein eigenständiges Dasein durch zunehmend flächig-dekorativen und ornamentalen Einsatz, indem er auch Bildhintergründe darin einbezog. An seinem Spätwerke orientierten sich die abstrakten Maler, wobei Matisse selbst in seinem Schaffen dem Gegenständlichen verpflichtet blieb...
Henri Emile Benoit Matisse wurde als Sohn eines Drogisten am 31. Dezember 1869 in Le Cateau-Cambrésis, Nordfrankreich, geboren.

Matisse verbrachte seine Kinder- und Jugendjahre in Bohain-en-Vermandois, dort betrieben seine Eltern eine Drogerie und einen Samenhandel. Nach dem Abschluss der Schule studierte Henri Matisse von 1887 bis 1889 in Paris Jura und arbeitete anschließend als Anwaltsgehilfe in Saint-Quentin. Die Malerei gehörte anfänglich nicht zur Matisses Leidenschaften. Er stieß zufällig auf das Malen, als er sich in der Genesungsphase nach einer Blinddarmoperation damit beschäftigte. Er versuchte sich zunächst an kleinen Zeichnungen und begann, sich in dieser Weise als Autodidakt zu verwirklichen. 1891 beendete er seine Karriere als Jurist, um sich zukünftig nur noch der Kunst zu widmen. Matisse studierte daraufhin an der Académie Julian und anschließend an der École des Arts Décoratifs in Paris. Dort traf er auf Albert Marquet, den späteren Maler des Fauvismus.

Ab 1893 setzte er an der École des Beaux-Arts seine Kunststudienfort und wurde zusammen mit dem späteren Maler und Grafiker Georges Rouault, den späteren Malern Charles Camoin, Henri Charles Manguin und Albert Marquet Schüler von Gustave Moreau. Er folgte den Anweisungen seines Lehrers, Werke berühmter Maler zu kopieren; dazu begab er sich in den Louvre und widmete sich den französischen Künstlern des 19. Jahrhunderts. Doch schon bald, im Jahr 1896, gab er das Kopieren auf und malte im Freien. Seine Werke aus dieser Zeit waren durch den Impressionismus geprägt. 1898 heiratete er seine langjährige Freundin Amélie Parayre, mit der er eine Tochter und zwei Söhne hatte. 1899 nach dem Tod seines Lehrers Moreau verließ Matisse die École des Beaux-Arts.

Ab 1900 kam Matisse nach drei aufeinanderfolgenden erfolglosen Ausstellungen im Pariser Herbstsalon in den Jahren 1903, 1904 und 1905 in finanzielle Schwierigkeiten. Er und andere Malerkollegen wie zum Beispiel Albert Marquez, Maurice de Vlaminck, André Derain und Georges Rouault wurden "Les Fauves", die Wilden genannt. Die Bezeichnung begründet sich aus ihrer Malweise, für die die Künstler die intensiven Farben als Ausdrucksmittel ihres Schaffens entdeckten. Im beginnenden Fauvismus rückte eine starke und großflächige Farbgebung immer mehr in den Vordergrund des Bildes. Im Gegenzug zogen sich die realistischen Formgebungen immer weiter zurück, ohne ganz zu verschwinden. Mit seinen Arbeiten aus dieser Zeit wurde Matisse zum Begründer des Fauvismus. Matisse machte die Bekanntschaft von Pablo Picasso, dem Meister des Kubismus. Er widmete sich der Technik der Lithografie und der Holzschnitte.

In den folgenden Jahren unternahm Matisse zahlreiche Reisen ins Ausland, die mit Ausstellungen und Retrospektiven seiner Arbeiten verbunden waren. Darüber hinaus fertige er Bühnenbilder an. 1940 trennte er sich von seiner Ehefrau und 1941 musste sich Matisse nach einer schweren Darmerkrankung einer Operation unterziehen, von der er sich kaum mehr erholen sollte. Durch die Folgen war Matisse lange Zeit ans Bett und anschließend an den Rollstuhl gefesselt. Noch im Krankenlager begann er wieder mit dem künstlerischen Arbeiten, vor allen Dingen zahlreiche Collagen stammen aus dieser Zeit. 1945 begann Henry Matisse mit der Ausstattung der Dominikanerkapelle im Kloster von Vence bei Nizza. Diese 1951 fertiggestellte Arbeit nannte er selbst sein "Meisterwerk".

Sein Spätwerk diente oftmals den abstrakten Stilisten als Vorbild, ohne dass Henri Matisse jemals die Gegenständlichkeit in seinem künstlerischen Schaffen aufgab. 1952 unterschrieben Henri Matisse und Pablo Picasso einen offiziellen Friedensaufruf.

Henry Emile Benoit Matisse starb am 3. November 1954 im Alter von 84 Jahren in seiner Wohnung in Cimiez bei Nizza.

NameHenri Matisse

Geboren am31.12.1869

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortLe Cateau-Cambrésis (F).

Verstorben am03.11.1954

TodesortCimiez bei Nizza (F).

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