Biografie

Walter Stöhrer

Der deutsche Künstler zählt zu den einflussreichsten europäischen Malern des 20. Jahrhunderts. Von 1984 als Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, wurde er hier 1986 zum ordentlichen Professor berufen. Mit abstrakter Malerei gestaltete Walter Stöhrer Abbildungen, die sich auf literarische Vorlagen z.B. von André Breton oder Rolf Dieter Brinkmann bezogen. Dabei entstanden in inhaltlich-thematischen Gruppen, die nur schwer kunsthistorisch einzuordnen sind. Die meist großformatigen Gemälde Stöhrers sind ausgeprägt expressiv, gestisch, wie in einem Zug gemalt oder verstrichen, jedoch ohne Bezug zum zeitnah entstandenen Action Painting...
Walter Stöhrer wurde am 15. Januar 1937 in Stuttgart geboren.

Nach Abschluss der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Gebrauchgrafiker bei Werbe-Blum in Karlsruhe. Im Anschluss studierte er von 1957 bis 1959 an der Hochschule für Bildende Künste in Karlsruhe, wo er nach dem Grundsemester Schüler von HAP Grieshaber wurde. In dieser Zeit machte Stöhrer die Bekanntschaft mit seinen Kommilitonen Dieter Krieg und Horst Antes. Nach seiner Ausbildung zog der Künstler 1959 nach Berlin. In der Kellergalerie im Schloss Darmstadt kam es 1961 zur ersten Einzelausstellung. 1964 wurde Walter Stöhrer mit dem Kunstpreis der Stadt Berlin ausgezeichnet.

Im Jahr 1971 erhielt er den Will-Grohmann-Preis der Akademie der Künste, Berlin. 1976 wurde der Maler mit eigenständigem, individuellem Profil mit dem Berliner Kunstpreis ausgezeichnet. Im Jahr 1977 wurde Walter Stöhrer mit dem Villa-Romana-Preis geehrt. Eine einjährige Gastprofessur an der Hochschule der Künste in Berlin folgte 1981. 1982 folgte der Kunstpreis der Stadt Nordhorn. Eine umfassende Werksschau des Malers wurde in zwei Retrospektiven im Kunstmuseum Düsseldorf und im Saarland-Museum Saarbrücken 1984 gezeigt. Von 1984 an war er Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. Im Jahr 1986 wurde Walter Stöhrer in Berlin zum ordentlichen Professor berufen.

Im Jahr 1989 wurden seine Werke als Einzelausstellung in der Berlinischen Galerie gezeigt. Dominieren fast regelmäßig die Grundfarben Rot, Gelb und Blau seine Bilder (mit oft großen Flächen des weißen Malgrundes), und tauchen immer wieder Versatzstücke aus der realen Welt auf, so gibt es gleichermaßen Parallelen zu Cobra, zur Malerei von Karel Appel bzw. Asger Jorn, doch auch zum Surrealismus. Mit seinem Werk war Stöhrer einer der einflussreichsten europäischen Maler der Kunst des 20. Jahrhunderts. Seine abstrakte Malerei, die sich regelmäßig auf literarische Vorlagen oft von André Breton oder Rolf Dieter Brinkmann bezog, und immer wieder in inhaltlich-thematischen Gruppen entstand, ist nur schwer in eine der kunsthistorischen Epochen einzuordnen.

Die meist großformatigen Gemälde Stöhrers sind ausgeprägt expressiv, gestisch, wie in einem Zug gemalt, verstrichen, verwischt. Eine Nähe gibt es zwar zum deutschen Informel, doch dessen Lyrik geht Stöhrers Malerei wiederum ab. 1995 erhielt er den Hans-Molfenter-Preis, Stuttgart. Durch die Dr. Dietrich-Schulz-Kunststiftung wurde er 2000 mit dem Kunstpreis der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft geehrt.

Walter Stöhrer starb am 10. April 2000 in Scholderup bei Schleswig.

NameWalter Stöhrer

Geboren am15.01.1937

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortStuttgart (D).

Verstorben am10.04.2000

TodesortScholderup, Schleswig (D).