Biografie

Vittorio Gassman

Der italienische Schauspieler und Regisseur war einer der bedeutendsten italienischen Schauspieler der Nachkriegszeit. Er machte sich als brillanter Interpret großer klassischer Theaterrollen und als beeindruckender Charakterdarsteller einen Namen in der internationalen Theaterszene. Einem breiteren Publikum wurde Vittorio Gassman vor allem durch seine Filmrollen bekannt, die auf der Zusammenarbeit mit bedeutenden Regisseuren des italienischen und europäischen Kinos basierten. Aufgrund seiner außergewöhnlichen schauspielerischen Fähigkeiten wurde er von Kritikern oftmals als grandioser Shakespeare-Darsteller gefeiert...
Vittorio Gassman wurde am 1. September 1922 in Genua (Italien) als Sohn eines deutschstämmigen Ingenieurs geboren.

Sein Großvater Karl Gassman hatte in Karlsruhe ein Theater geleitet. 1928 ließ sich die Familie in Rom nieder, das zum definitiven Wohnort Gassmans wurde. Mit dem Berufsziel eines Journalisten nahm er dort zunächst ein Jura-Studium auf. Rasch wechselte er dann jedoch 1941/42 an die römische "Accademia d`Arte Drammatica", um sich in der Schauspielkunst auszubilden. 1943 heiratete Gassman die Schauspielerin Nora Ricci, von der er sich 1952 wieder trennte, um sich mit Shelley Winters zu verbinden. Die zweite Ehe dauerte jedoch nur zwei Jahre.

Nach seinem Debüt von 1943 bei einer Mailänder Theatergruppe avancierte Gassman zu einem der bekanntesten Theaterschauspieler Italiens, der u.a. unter der Regie von Luchino Visconti auf der Bühne brillierte. 1951 gründete er zusammen mit Luigi Squarzina die "Compagnia del teatro di arte italiano". Mit seiner Theatertruppe war er 1954 auf Tournee in Lateinamerika. Neben seinen Darstellungen des "Hamlet", "Othello", "Ödipus Rex", "Richard III." u.a. großer Rollen begann Gassman zunehmend, auch selbst als Regisseur und Drehbuchautor zu arbeiten. Mit einem Zelttheater zog er durch Italien und schuf in zahlreichen Aufführungen eine Art populäres Theater.

Im Jahr 1980 rief er mit "La Bottega Teatrale" seine eigene Theaterschule ins Leben, die er bis zu seinem Tod in Florenz leitete und für die er anerkannte Filmschaffende wie Anthony Quinn und Ettore Scola als Lehrer gewinnen konnte. 1984/85 unternahm Gassman mit einer Solo-Inszenierung eine Tournee durch die USA. 1987 zog er zusammen mit seinem Sohn Alessandro durch Europa, um mit großem Erfolg eine Tragödie nach der Vorlage Pier Paolo Pasolinis aufzuführen. Sein Engagement für das Theater, bei dem er sich vor allem italienischen Schauspielern wie Dario Fo und Eduardo de Filippo verbunden zeigte, brachte Gassman viermal die Auszeichnung als bester italienischer Schauspieler ein.

Internationalen Erfolg bescherte ihm aber vor allem der Film. Nach seinem Kinodebüt in "Preludio d`amore" (1946) übernahm er über 100 Filmrollen. Seine Anerkennung als Filmschauspieler verband sich zunächst mit dem italienischen Neorealismo-Kino der Nachkriegszeit, für das er in Filmen wie "Riso amaro" (1949) und "Anna" (1951) auftrat. 1958 wurde er als bester Filmschauspieler Italiens prämiert. Später trugen zu seinem internationalen Kinoerfolg vor allem die von Ettore Scola inszenierte "La famiglia" (1987) bei. Hinzu traten verschiedene Engagements in Fernsehshows und -filmen. Gassman versuchte sich auch als erfolgreicher Filmregisseur und erhielt zahlreiche italienische und internationale Film- und Theaterpreise.

Im Jahr 1996 wurde er mit dem Golden Globe und dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Zuletzt war der Regisseur seit 1970 mit Diletta D`Andrea verheiratet und hatte vier Kinder, von denen zwei, Paola und Alessandro, sich inzwischen einen Namen in der italienischen Schauspielszene gemacht hatten.

Vittorio Gassman verstarb am 29. Juni 2000 in Rom.
1946 - Preludio d’amore (R: G. Paolucci)

1947 - L’ebreo errante (R: G. Alessandrini)

1948 - Il cavaliere misterioso (R: R. Freda)

1949 - Riso amaro (R: G. DeSantis)

1950 - I fuorilegge (R: A. Vergano)

1951 - Anna (R: A. Lattuada)

1952 - The Glass Wall (R: M. Shane)

1953 - Sombrero (R: N. Foster)

1954 - Rhapsody (R: Ch. Vidor)

1955 - War and Peace (R: Ch. Vidor)

1956 - Kean (Eigenregie)

1958 - I soliti ignoti (R: M. Monicelli)

1959 - La grande guerra (R: M. Monicelli)

1961 - Barabba (R: R. Fleischer)

1962 - Il sorpasso (R: D. Risi)

1963 - I mostri (R: D. Risi)

1964 - Se permettete, parliamo di donne (R: E. Scola)

1966 - L’armata Brancaleone (R: M. Monicelli)

1970 - Brancaleone alle crociate (R: M. Monicelli)

1971 - In nome del popolo italiano (R: D. Risi)

1972 - Senza famiglia, nullatenenti cercano affetto (Eigenregie)

1974 - Profumo di donna (R: D. Risi)

1975 - Telefoni bianchi (R: D. Risi)

1976 - Il deserto dei Tartari (R: V. Zurlini)

1978 - A Wedding (R: R. Altmann)

1979 - Quintet (R: R. Altmann)

1979 - La terrazza (R: E. Scola)

1980 - Camera d’albergo (R: M. Monicelli)

1982 - Di padre in figlio (R: mit Alessandro Gassmann)

1983 - La vie est un roman (R: A. Resnais)

1985 - I soliti ignoti vent’anni dopo (R: A. Todini)

1985 - Il potere del male (R: K. Zanussi)

1987 - La famiglia (R: E. Scola)

1987 - I picari (R: M. Monicelli)

1988 - In the House of the Lord (R: S. Citti)

1989 - Lo zio indegno (R: F. Brusati)

1990 - Dimenticare Palermo (R.F. Rosi)

1990 - Tolgo il disturbo (R: D. Risi)

1991 - Quando eravamo repressi (R: P. Quartullo)

1994 - Tutti gli anni una volta l`anno (R: G. Lazotti)

1995 - Cento di questi anni (R: C. Farina)

1996 - Sleepers (R: B. Levinson)

1998 - La cena (R: E. Scola)

1998 - La bomba (R: G. Base)

NameVittorio Gassman

Geboren am01.09.1922

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortGenua (I).

Verstorben am29.06.2000

TodesortRom (I).