Biografie

Frank Bsirske

Der Politologe und Autor ist Vorsitzender der Gewerkschaft ver.di und Mitglied der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Frank Bsirske engagierte sich zunächst in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Transport und Verkehr (ÖTV). 2000 an den Vorsitz der ÖTV gelangt, war Frank Bsirske 2001 maßgeblich am Zusammenschluss der Partnergewerkschaften zur "Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft" (ver.di) beteiligt. Seither bemüht er sich als Vorsitzender der größten Einzelgewerkschaft der Welt um die innere Konsolidierung und äußere Handlungsfähigkeit von ver.di. Bsirske ist außerdem Mitglied im Verwaltungsrat der Kreditanstalt für Wiederaufbau...
Frank Bsirske wurde am 10. Februar 1952 in Helmstedt als Sohn des VW-Arbeiters Rudi und der Krankenschwester Luise Bsirske geboren.

Im Jahr 1971 legte er das Abitur ab, um dann ein Studium der Politikwissenschaft aufzuneh-men. Mithilfe eines Stipendiums der Hans-Böckler-Stiftung konnte Bsirske das Studium 1978 abschließen. Im Anschluss an das Studium wurde Bsirske bei der "Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken" zum Bildungssekretär im Bezirk Hannover berufen. In dieser Position war er bis 1987 tätig. 1981 trat er in Hannover in die Grün-Alternative Bürgerliste ein. Im Zeitraum von 1987 bis 1989 war Bsirske Mitarbeiter der Grünen-Fraktion im Rat der Landeshauptstadt Hannover. 1989 trat er als Sekretär in die Kreisverwaltung Hannover der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Transport und Verkehr (ÖTV) ein, in der er 1990 zum Stellvertretenden Geschäftsführer avancierte.

Bsirske wurde 1991 zum Stellvertretenden Bezirksvorsitzenden der ÖTV in Niedersachsen gewählt. Diese Position nahm er bis 1997 wahr. In den Jahren 1997 bis 2000 war Bsirske als Grünen-Stadtrat sowie Personal- und Organisationsdezernent für die Landeshauptstadt Hannover tätig. 2000 wurde Bsirske als erster Grünen-Funktionär zum Vorsitzenden einer deutschen Gewerkschaft, nämlich der ÖTV, gewählt. In dieser Funktion konnte Bisrske in den folgenden Monaten die Führungskrise in der ÖTV beseitigen. Außerdem setzte er sich mit Erfolg für den Zusammenschluss der fünf Partnergewerkschaften OTV, DAG (Deutsche Angestellten-Gewerkschaft), HBV (Handel, Banken, Versicherungen), DPG (Deutsche Postgewerkschaft) und IG Medien zur "Vereinten Dienstleistungsgesellschaft" (ver.di) ein, die im März 2001 in Berlin gegründet wurde.

Unmittelbar nach der Gründung der neuen Gewerkschaft wurde Bsirske am 20. März 2001 zum Vorsitzenden von ver.di gewählt. In dieser Position bemühte er sich zunächst um die Realisierung eines internen Reformprogramms, mit dem er die innere Struktur der Gewerkschaft verschlanken und einen harten Einsparungskurs durchsetzen wollte. Gegen Jahresende 2002 geriet Bsirske in die Schlagzeilen, da er sich durch die öffentliche Enttarnung der reichsten Deutschen hervortat. Negative Kritik erhielt jedoch in diesem Zu-sammenhang vor allem der hessische Ministerpräsident Roland Koch, der Bsirskes Praxis mit der nationalsozialistischen Ausgrenzung von Juden gleichsetzte. Als ver.di-Vorsitzender machte er sich weiterhin in den harten Tarifauseinandersetzungen um die Jahreswende 2002/03 einen Namen, durch die er Verbesserungen für zahlreiche Arbeitnehmer durchsetzte.

Im Zusammenhang mit den Sozialreformplänen der Bundesregierung von Gerhard Schröder (Agenda 2010) schloss sich die ver.di-Führung 2003/04 dem Protest des linken SPD-Flügels an, der sich vor allem gegen den Sozialabbau im Bereich der Arbeitslosenhilfe richtete. Der ver.di-Vorsitzende hatte neben seinen politischen Erfolgen zugleich jedoch mit zunehmendem Mitgliederschwund und steigenden Kosten zu kämpfen, die den Werdegang der jungen Gewerkschaft arg beeinträchtigen. Am 2. Oktober 2007 wurde Bsirske auf dem ver.di-Bundeskongress in Leipzig mit 94,3 Prozent der Delegiertenstimmen zum dritten Mal in das Amt des ver.di-Vorsitzenden gewählt.


Bedeutende deutsche Wirtschafts- und Gewerkschaftsfunktionäre

NameFrank Bsirske

Geboren am10.02.1952

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortHelmstedt (D).