Biografie

Robert Hutchings Goddard

Der promovierte amerikanische Physiker interessierte sich bereits in der Schulzeit unter dem Eindruck der Science-Fiction-Literatur von H. G. Wells und Jules Verne für die technischen Möglichkeiten der Raumfahrt. Robert H. Goddard stieg als Professor für Physik an der Clark University zu Worcester im Vorfeld des Ersten Weltkriegs zu einem Pionier der amerikanischen Raketenforschung auf. Durch zahlreiche Raketentests trieb er die Entwicklung soweit voran, dass er sie im Zweiten Weltkrieg der US Army zur Verfügung stellen konnte. Die wissenschaftliche und öffentliche Anerkennung seiner Forschungsergebnisse und ihre Anwendung in der US-Raumfahrt erlebte Goddard jedoch nicht mehr...

Pioniere der Luft- und Raumfahrt
Robert Hutchings Goddard wurde am 5. Oktober 1882 in Worcester im US-Bundesstaat Massachusetts geboren.

Bereits während seiner Schulzeit beschäftigte er sich auf der Grundlage der Science-Fiction-Erzählungen von H. G. Wells und Jules Vernes mit der Raumfahrtutopie. Nachdem Goddard 1908 seine Studien am Polytechnischen Institut von Worcester abgeschlossen hatte, studierte er Physik an der Clark University in seiner Heimatstadt, wo er 1911 mit dem Doktor abschloss. Goddard war dann an dieser Universität als Dozent für Physik tätig. 1912/13 verbrachte er eine Gastdozentur an der Princeton University, wo er die bereits während seines Studiums begonnenen Forschungen mit durch Flüssigtreibstoff betriebenen Raketen vertiefte.

Im Vorfeld des amerikanischen Eintritts in den Ersten Weltkrieg unternahm Goddard bereits seine ersten Raketentests in Worcester. In den Jahren 1917/18 setzte er seine Forschungen innerhalb der US Army fort, die jedoch seine Raketen nie für den Kriegseinsatz verwandte. Nach Ende des Ersten Weltkriegs kehrte Goddard 1918 zu seiner Lehrtätigkeit an der Clark University in Worcester zurück. 1919 veröffentlichte er seine Studie "A Method of Reaching Extrems Altitudes", in der er seine bisherigen Raketenforschungen zusammenfasste und über Möglichkeiten der Raumfahrt spekulierte, was ihm eher Unverständnis in der damaligen Wissenschaftsgemeinschaft einbrachte.

In den Jahren von 1920 bis 1923 setzte Goddard seine Raketenforschung für das US Navy Bureau of Ordnance Indian Head Powder Factory in Maryland fort. Danach unternahm er bis zum Ende der 1920er Jahre mehrere Raketen-Testflüge. 1929 traf er mit Charles Lindbergh zusammen, der ihm finanzielle Unterstützung für seine Forschungen besorgte. Im Sommer 1930 richtete sich Goddard auf der Mescalero Ranch bei Roswell in New Mexico ein Forschungszentrum ein. Dort führte er bis 1932 mehrere bedeutende Raketentests durch. Da ihm die Forschungsmittel ausgingen, musste er zum Jahresende 1932 an die Clark University zurückkehren.

In den Jahren von 1934 bis 1935 konnte Goddard die Experimente bei Roswell mit dem Test der so genannten "A-Serie" wiederaufnehmen. 1935/36 folgten die Tests der "K-Serie" und 1936-1938 die Tests der "L-Serie". Im August 1938 erreichte eine der Raketen eine Höhe von etwa 4.000 Fuß. 1936 veröffentlichte Goddard unter dem Titel "Liquid-Propellant Rocket Development" einen zusammenfassenden Bericht seiner Forschungen von 1919 bis 1935 als sein erstes bedeutendes Werk. Goddard beschäftigte sich dann 1938/39 mit der Entwicklung und Erprobung neuartiger Treibstoffpumpen, um die Triebwerkeffizienz der Raketen zu erhöhen. In den Jahren 1939 bis 1941 führte er dann seine letzte Raketentestserie durch.

Im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs stellte Goddard seine Forschungsergebnisse abermals dem amerikanischen Militär zur Verfügung. Ab 1941 arbeitete er für die US Army an der Entwicklung eines Raketenantriebs für Jagdflugzeuge. 1942 bis 1945 wirkte der Raketenforscher an der Naval Engineering Experiment Station in Annapolis im Bundesstaat Maryland an der Entwicklung des "Jet-Assisted-Take-Off"-Programms ("JATO") mit.

Robert Hutchings Goddard starb am 10. August 1945 in Baltimore (Maryland), ohne die Ergebnisse seiner lebenslangen Forschungen noch zu Gesicht zu bekommen. Posthum erschien 1948 sein zweites bedeutendes Werk "Rocket-Development: Liquid-Fuel Rocket Research, 1929-1941". Erst im Zuge der amerikanischen Raumfahrtentwicklung der 1950er Jahre erkannte man jedoch die wissenschaftlichen Verdienste des Raketenforschers an.


Pioniere der Luft- und Raumfahrt

NameRobert Hutchings Goddard

Geboren am05.10.1882

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortWorcester, Massachusetts (USA).

Verstorben am10.08.1945

TodesortBaltimore, Maryland (USA).