Biografie

Jean-Luc Godard

Der Sohn eines Arztes und studierte Ethnologe gelangte seit Beginn der 1960er Jahre als Filmregisseur zu weltweitem Ruhm. Jean-Luc Godard avancierte im französischen Nachkriegskino zu einem der bedeutendsten Vertreter der Novelle Vague. Indem er die Potenziale filmischer Ausdrucksmöglichkeiten erweiterte und traditionelle Erzählmodelle durchbrach, gab der Regisseur dem Kino als Teil der postmodernen Ästhetik seine kreative Freiheit zurück...
Jean-Luc Godard wurde am 3. Dezember 1930 in Paris als Sohn eines Arztes geboren.

Infolge der deutschen Invasion wechselte die Familie 1940 in die Schweiz, wo sie bis 1945 in Nyon lebte. Nach Kriegsende besuchte Godard ein naturwissenschaftliches Gymnasium in Paris. 1946 ließen sich seine Eltern scheiden. Godard entdeckte 1948 das Kino in Gestalt des Pariser Filmklubs "Travail et Culture", der von dem anerkannten Filmtheoretiker André Bazin betrieben wurde. Er besuchte auch Vorträge im Ciné-Club des Quartier Latin, wo er Eric Rohmer und François Truffaut kennenlernte. 1950 nahm Godard ein Ethnologiestudium an der Pariser Sorbonne auf, wo er bei Ferdinand Saussure hörte.

Während seiner Studienzeit entwickelte er bereits eine große Leidenschaft für den Film, indem er Filmkritiken schrieb und mit Rohmer und Jacques Rivette ab 1950 "La Gazette du cinéma" herausgab. 1954 arbeitete Godard vorübergehend in der Schweiz als Bauarbeiter, wobei er an der Baustelle seinen ersten Dokumentarfilm drehte. 1956 wirkte er als Assistent bei Rohmers und Rivettes frühen Filmen mit. 1957 führte er erstmals Regie: Er drehte den Kurzfilm "Tous les garçons s’appellent Patrick". Godard legte sein Regiedebüt im Spielfilmbereich mit "À Bout de souffle" (1960) vor, der aufgrund seines innovativen Stils die bisherige Kinoerzählung überwand und sofort für große Aufregung in der Filmwelt sorgte.

In seinem nächsten Film "Le Petit Soldat" (1961) setzte sich Godard mit dem französischen Kolonialismus in Algerien auseinander, weshalb der Streifen bis 1963 von der Regierung verboten wurde. Noch im selben Jahr folgte die Komödie "Une femme est une femme". Dann denunzierte der Regisseur mit "Vivre sa vie" (1962) die moralischen Implikationen der Prostitution in der kapitalistischen Verwertungsgesellschaft. Der Film "Les Carabiniers" (1963), eine Studie über die Natur des Krieges, musste infolge empörter Reaktionen der Kritik wieder zurückgezogen werden. Godard arbeitete in seinen Filmen mit der Brechtschen Entfremdungstechnik, durch die der Zuschauer für das Geschehen auf der Leinwand selbst in die Verantwortung genommen wurde.

Die Filme sperren sich gegen die üblichen Erzählstrukturen, die Handlung nimmt häufig einen unerwarteten Verlauf. Die 1960er Jahre bildeten die Kernphase von Godards Filmschaffens, denn eine große Zahl seiner Arbeiten entstanden in diesem Jahrzehnt. Mit dem Aufkommen der Protestbewegungen ab 1968 gründete der Regisseur eine Produktionsgruppe, mit der er in der Folge ideologische Filme herstellte. Ab 1972 produzierte er in der Schweiz Filme, die auf der Video-Technologie beruhten, durch die er die kommerziellen Implikationen des Kinofilms zu umgehen suchte. Dann kehrte Godard mit der Regie für "Sauve Qui Peut (La Vie)" (1979) in die Welt des Kinofilms zurück.

Aufsehen und empörte Reaktionen aus Kirchenkreisen erregte er mit der modernen Jesus- und Maria-Adaption "Je vous salue, Marie" (1985). Dann legte er mit "King Lear" (1987) seinen ersten vollkommen englischsprachigen Film vor. 1990 wurde Godard für seinen Film "Nouvelle vague" in Cannes gefeiert. Ein Welterfolg wurde auch seine beeindruckende Studie "Allemagne neuf zéro" (1991) über die Situation im Nachkriegsdeutschland.

Godards Film "Eloge de l'amour", der die Geschichte der Resistance berührt, wurde 2001 mit großem Erfolg in Cannes uraufgeführt.
1957:
Tous les garçons s’appellent Patrick (Kurz)

1960:
À Bout de souffle

1961:
Le Petit Soldat;
Une femme est une femme

1962:
Vivre sa vie

1963:
Les Carabiniers;
Le Mépris

1964:
Une Femme mariée;
Bande à part

1965:
Alphaville;
Pierrot le fou

1966:
Masculin-féminin

1967:
Le Week-end

1968:
Le Gai Savoir;
One Plus One

1979:
Sauve Qui Peut (La Vie)

1985:
Je vous salue, Marie;
Detective

1987:
King Lear;
Soigne ta droite

1988:
On s'est tous défilé;
Puissance de la parole

1989:
Le rapport darty

1990:
Nouvelle vague

1991:
Allemagne neuf zéro

1993:
Hélas pour moi

1995:
Century of Cinema: 2 x 50 Years of French Cinema

1996:
For Ever Mozart

1998:
Histoire(s) du cinéma

1999:
The Old Place

2000:
Origin of the 21st Century

2001:
Eloge de l'amour

2002:
Liberté et patrie

2004:
Notre musique;
Moments choisis des Histoire(s) du cinema

NameJean-Luc Godard

Geboren am03.12.1930

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortParis (F).