Biografie

Jules Vernes

Der französische Schriftsteller wurde mit seinen literarischen Science-Fiction- und Zukunftsromanen als der Begründer dieses Genres weltbekannt. Seine phantastischen Werke, wie etwa "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" (1864), "Von der Erde zum Mond" (1965), "20.000 Meilen unter den Meeren" (1870) oder "In 80 Tagen um die Welt" (1873) beruhen auf präzisen Recherchen zu technisch möglichen Geräten, die den Autor zugleich als Phantasten und visionären Wissenschaftler auszeichnen. Viele technische Eroberungen nahm Jules Vernes dabei in seinen Büchern seiner Zeit vorweg. Er selbst betrachtete sich jedoch als einen Autor "wissenschaftlich belehrender Romane", wie er es nannte: Der aufmerksame Leser wird über die Fauna, Flora, Geografie und Geschichte der bereisten Gebiete informiert. Zuweilen sind ganze Kapitel rein informative Exkursionen...
Jules-Gabriel Vernes wurde am 8. Februar 1828, als Sohn eines Rechtsanwaltes, im französischen Nantes geboren.

Bereits als Kind soll sich Jules Vernes Träumereien hingegeben haben. Nach dem Schulabschluss begann er, dem Wunsch des Vaters gemäß, ein Studium der Rechtswissenschaften in Nantes. 1848 wechselte er an die Universität von Paris. Mehr noch als sein Studium fand die Literatur und das Theater seine Aufmerksamkeit. Vernes schloss sich literarischen Kreisen an und machte die Bekanntschaft von Alexandre Dumas. Der junge Jurastudent widmete sich dem Schreiben von Dramen. Zusammen mit Dumas schuf er aber auch Opern und Libretti. Am 12. Juni 1850 fand die Uraufführung Vernes' ersten Werks im Pariser Théatre Historique statt. Zwei Jahre später fand er eine Anstellung beim Théatre Lyrique als Sekretär, die er bis 1855 wahrnahm.

Im Jahr darauf wurde er Börsenmakler. In Nebenstunden widmete er sich weiter der Schriftstellerei. 1857 heiratete Vernes die Witwe Honorine Morel, geborene Deviane, aus Amiens. Sie brachte zwei Töchter in die Verbindung, aus der 1861 der gemeinsame Sohn Michel stammt. Zum Brotverdienst war Vernes weiterhin an der Börse und am Theater tätig. Auf unterschiedlichen Reisen sammelte er wissenschaftliche Notizen, die auch Eingang in seine Werke fanden. Er schloss sich einer Gesellschaft zur Förderung der Luftschifffahrt an und arbeitete an Projekten für Heißluftballons mit. 1863 erschien Vernes' Roman "Fünf Wochen im Ballon", ein Ballonunglück eines Freundes inspirierte ihn dazu. Das Werk wurde für den Schriftsteller, der damit seinen literarischen Ruhm begründete, ein großer Erfolg, und der Verlag nahm den Autor unter Vertrag. Dieses Arbeitsverhältnis sicherte ihm einen gewissen Lebensstandard.

In der Verlagszeitschrift "Belehrung und Erholung" erschienen einige seiner Abenteuerromane. Später wurden sie als Serie unter dem Titel "Voyages Extraordinaires" publiziert. 1864 erschien der Titel "Reise zum Mittelpunkt der Erde", der durch seine phantastische Unvorstellbarkeit Aufsehen erregte. Im Jahr darauf nahm Vernes in seinem Buch "Von der Erde zum Mond" die Mondfahrt vorweg. Zu Vernes' schriftstellerischen Tätigkeit zählen unter anderem auch geographische Werke. Er interessierte sich für die verschiedensten Fachgebiete wie Chemie, Zoologie, Geographie, Physik oder Technik. Aus zeitgenössischen Medien bezog er Informationen, die er in einer Kartei von über 20.000 Notizen anlegte. 1871 ließ sich Vernes mit seiner Familie in Amiens nieder. Dort leitete er die Académie d'Amiens.

Es folgten weitere überaus erfolgreiche Zukunfts- und Abenteuerromane, wie "In 80 Tagen um die Welt" (1873), "Die geheimnisvolle Insel" (1874/75) oder "Mathias Sandorf" (1885). Mittlerweile galt Vernes als renommierter Romanautor, mit dem Ruf stellte sich auch der finanzielle Erfolg ein. Er unternahm weiterhin zahlreiche Reisen. Dazu erwarb er eine Hochseeyacht. In Amiens wurde er Stadtrat. Als Autor wurde er mehrfach geehrt und erhielt in Rom eine Audienz beim Papst. In seinen Werken nahm er viele technischen Errungenschaften voraus, zu denen seinerzeit nicht einmal die Grundlagen realisiert waren. In seinen literarischen Vorstellungen schuf er nicht nur Luftschiffe, Atom-U-Boote oder Hubschrauber, sondern auch Stahlstädte oder Propellerinseln. Er vertrat damit einen zeitgenössischen, an der aufstrebenden Technik orientierten Fortschrittsglauben, der allerdings in beachtlicher Weise weit vorauswies.

Vernes gilt somit als Wegbereiter der modernen Science-Fiction-Literatur. In späteren Werken wurde sein technischer Optimismus durch den Zweifel des Missbrauchs der Technik eingeschränkt. Auch damit lag er richtig. Trotz allen Ruhmes machten ihm auch Neider, Prozesse und ein Attentat zu schaffen. 1900 zog er innerhalb Amiens um. Vernes litt im Alter an Diabetes, schnell verschlechterte sich sein Gesundheitszustand.

Zahlreiche Bücher Vernes' wurden später von Hollywood aufwändig verfilmt. Der Stoff war für die amerikanische Traumfabrik wie geschaffen.

Jules Vernes starb am 24. März 1905 in Amiens.
1860/1999
Paris au 20e siècle (deutsch: Paris im 20. Jahrhundert)

1863
Cinq semaines en ballon (deutsch: Fünf Wochen im Ballon)

1864
Voyage au centre de la terre (deutsch: Reise zum Mittelpunkt der Erde)

1865
De la terre à la lune (deutsch: Von der Erde zum Mond)

1866
Les aventures du Capitaine Hatteras (deutsch: Abenteuer des Kapitän Hatteras)

1868
Les enfants du capitaine Grant (deutsch: Die Kinder des Kapitän Grant)

1870
Au tour de la lune (deutsch: Reise um den Mond)

1870
Vingt mille lieues sous les mers (deutsch: 20.000 Meilen unter dem Meer)

1871
Une ville flottante (deutsch: Eine schwimmende Stadt)

1872
Aventures de trois Russes et de trois Anglais dans l'Afrique australe (deutsch: Abenteuer von drei Russen und drei Engländern in Südafrika)

1873
Le pays des fourrures (deutsch: Das Land der Pelze oder Auf Außenposten im Land der Pelze)

1873
Le tour du monde en quatre-vingts jours (deutsch: In 80 Tagen um die Welt)

1875
Le Chancellor (deutsch: Der Chancellor oder Die letzte Fahrt der Chancellor bzw. Katastrophe im Atlantik)

1875
L'Ile mystérieuse (deutsch: Die geheimnisvolle Insel)

1876
Michel Strogoff. Moscou – Irkoutsk (deutsch: Der Kurier des Zaren)

1877
Hector Servadac (deutsch: Hektor Servadacs Reise durch die Sonnenwelt oder Reise durch die Sonnenwelt oder Reise durch das Sonnensystem)

1877
Les Indes noires (deutsch: Schwarzindien)

1878
Un capitaine de quinze ans (deutsch: Ein Kapitän von fünfzehn Jahren)

1879
Les cinq cents millions de la Bégum (deutsch: Die 500 Millionen der Begum)

1879
Les tribulations d'un chinois en Chine (deutsch: Die Leiden eines Chinesen in China)

1880
Le maison à vapeur (deutsch: Das Dampfhaus oder Der Stahlelephant)

1881
Le Jangada. Huit cents lieues sur l'Amazone (deutsch: Die Jangada oder 800 Meilen auf dem Amazonas)

1882
Le rayon vert (deutsch: Der grüne Strahl oder Das grüne Leuchten)

1882
L'École des Robinsons (deutsch: Die Schule der Robinsons)

1883
Kéraban le tetu (deutsch: Keraban der Starrkopf)

1884
Archipel en feu (deutsch: Der Archipel in Flammen)

1884
L'étoile du sud (deutsch: Der Südstern oder Das Land der Diamanten)

1885
L’Epave du Cynthia (deutsch: Der Findling vom Wrack der Cynthia)

1885
Mathias Sandorf (deutsch: Mathias Sandorf)

1886
Un billet de loterie (deutsch: Ein Lotterie-Los)

1886
Robur-le-Conquérant (deutsch: Robur der Eroberer)

1887
Le Chemin de France (deutsch: Der Weg nach Frankreich)

1887
Nord contre sud (deutsch: Nord gegen Süd)

1888
Deux ans de vacances (deutsch: Zwei Jahre Ferien)

1889
La Famille sans nom (deutsch: Die Familie ohne Namen)

1889
Sans dessus-dessous. (deutsch: Der Schuss am Kilimandscharo oder Kein Durcheinander)
César Cascabel 1890 (deutsch: Cäsar Cascabel)

1891
Mistress Branican (deutsch: Mistreß Branican oder Mrs. Branican)

1892
Le Château des Carpathes (deutsch: Das Karpathenschloss)

1893
Claudius Bombarnac (deutsch: Claudius Bombarnac)

1893
P'tit-bonhomme (deutsch: Der Findling)

1894
Les mirifiques Aventures de Maître Antifer (deutsch: Meister Antifers wunderbare Abenteuer)

1895
L'île à hélice (deutsch: Die Propellerinsel)

1896
Clovis Dardentor (deutsch: Clovis Dardentor)

1896
Face au drapeau (deutsch: Die Erfindung des Verderbens)

1897
Le Sphinx des glaces (deutsch: Die Eissphinx)

1898
Le superbe Orénoque (deutsch: Der stolze Orinoco)

1899
Le testament d'un excentrique (deutsch: Das Testament eines Exzentrischen oder Testament eines Exzentrikers)

1900
Seconde patrie (deutsch: Das zweite Vaterland)

1901
Le Village aérien (deutsch: Das Dorf in den Lüften)

1901
Les Histoires de Jean-Marie Cabidoulin (deutsch: Die Historien von Jean-Marie Cabidoulin)

1902
Les Frères Kip (deutsch: Die Gebrüder Kip)

1903
Bourses de voyage (deutsch: Reisestipendien)

1904
Le Maître du monde (deutsch: Der Herr der Welt)

1904
Un drame en Livonie (deutsch: Ein Drama in Livland)

1905
L'Invasion de la mer (deutsch: Der Einbruch des Meeres)

1905
Le Phare du bout du monde (deutsch: Der Leuchtturm am Ende der Welt)

1906
Le Volcan d'or (deutsch: Der Goldvulkan)

1907
L'Agence Thompson and C° (deutsch: Reisebüro Thompson & Co.)

1908
Le Pilote du Danube (deutsch: Der Pilot der Donau oder Der Donaulotse)

1908
La chasse au météore (deutsch: Die Jagd nach dem Meteor oder Die Jagd auf den Meteor)

1909
Les Naufragés du Jonathan (deutsch: Die Schiffbrüchigen der Jonathan oder Die Gestrandeten')

1910
L 'Eternal Adam (deutsch: Der ewige Adam)

NameJules Vernes

Geboren am08.02.1828

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortNantes (F).

Verstorben am24.03.1905

TodesortAmiens (F).