Biografie

Richard Rogers

Der britische Architekt lässt sich in seinem Gestaltungswillen von einer optimistischen Fortschrittsauffassung gegenüber der modernen Technologie und Wissenschaft leiten. Daher bildet bei seinen Projekten oftmals die Technik ein sichtbares Element an den Bauten. So lenken beispielsweise Versorgungsteile in leuchtenden Farben oder transparente Röhren die Aufmerksamkeit auf sich und verleihen den Gebäuden eine technische Extravaganz. Zu Weltruhm gelangte der Stararchitekt besonders durch den Bau des Centre Pompidou (1971-1977) in Paris. 2007 wurde Richard Rogers mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet...

Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.
Richard Rogers wurde am 27. Juli 1933 in Florenz geboren.

Im Jahr 1938 zog die Familie von Italien nach England. Nach seinem Schulabschluss studierte Rogers an der Architectural Association School in London Architektur. Später wechselte er mit Hilfe eines Fulbright Stipendiums an die renommierte Yale Universität in New Haven im US-Bundesstaat Connecticut. Er war unter anderem ein Schüler von Serge Chermayeff. Nach seinem Studienabschluss siedelte Rogers nach San Francisco über. Er entwarf im gleichen Jahr zahlreiche Bauten und Projekte. So tragen unter anderem Universitätsgebäude, die er zusammen mit dem renommierten britischen Architekten Sir Norman Foster plante, seine gestalterische Handschrift. Zu den weiteren Planungs- und Bauaufgaben zählten Gebäude von Forschungsinstituten, Forschungslaboratorien oder Industriebauten in den USA, Frankreich und England.

Im Jahr 1963 eröffnete Rogers gemeinsam mit seiner Frau Su und dem Architektenehepaar Wendy und Sir Norman Foster die Bürogemeinschaft "Team 4". Das bedeutendstes Industrieprojekt, das in dieser Zeit entstand, war die Reliance Control Factory in Swindon, Wilshire (1967). Im gleichen Jahr nahm er an der Pariser Biennale teil und repräsentierte die britischen Architekten. In dieser Zeit löste sich das Büro Team 4 auf und Rogers gründete das Büro "Su & Richard Rogers". Neben seiner planerischen Tätigkeit erfüllte Rogers noch verschiedene Lehrtätigkeiten wie zum Beispiel an der Universität Cambridge, an der Architectural Association School in London, am Polytechnikum in London, an der renommierten Yale Universität, am Massachusetts Institute of Technology und der Princeton University. Zu seinen mit seiner Frau gemeinschaftlichen Entwicklungen vom Ende der 1960er Jahre gehörte ein leichtes Haus, das aus Elementen von Plastikringen bestand und enorm flexibel gestaltbar war.

Im Jahr 1971 entwickelte er es unter der Bezeichnung "Zip-up" weiter. In den Jahren 1968/69 fertigte Rogers sein eigenes Domizil im Londoner Stadtteil Wimbledon, das aus einem lackierten Stahlrahmen und Kunststoffausfachungen besteht. Ab 1969 entwarf Rogers zusammen mit dem berühmten italienischen Architekten Renzo Piano einige gemeinschaftliche Projekte, die aber unrealisiert blieben. Sie bewarben sich gemeinsam für das Wettbewerbsprojekt Centre National d`Arts et de Culture Georges Pompidou in Paris, das sie auch für sich entscheiden konnten. Der Entwurf und die Realisierung (1971–1977) begründeten den Weltruf Rogers'. Das Pompidou-Gebäude wurde zu einem der meistbesuchten Bauten der Welt in der Nachkriegszeit. Am Ende dieser außergewöhnlichen Baumaßnahme löste sich auch die Zusammenarbeit mit Piano auf. Rogers gründete sein eigenes Büro in London unter dem Namen "Richard Rogers & Partner".

Rogers entwarf einen monumentalen Hochhauskomplex für die Versicherungsfirma Lloyd`s (1979–1986) in London. Dieses Gebäude festigte seinen weltweit renommierten Ruf als Stararchitekt. Zu seinen weiteren realisierten Projekten zählen unter anderem die Inmos Microprocessor Factory in Newport Swent in Süd-Wales, die Anlage der PA Technology Laboratories and Corporate Facility in Princeton in New Jersey oder der Bau der PA Technology Cambridge Laboratory in Cambridge, das in drei Phasen 1975-1983 fertig gestellt wurde. Zu Rogers' folgenden Planungen gehörte auch die Gestaltung des Potsdamer Platzes in Berlin mit einem weitläufigen Wohn- und Bürokomplex als transparente Glasarchitektur. In seiner Auffassung vom Fortschritts- und Wissenschaftsoptimismus konstruiert und gestaltet der britische Architekt seine Projekte oftmals mit sichtbarer Technik, die sie zu einem äußergewöhnlichen Erscheinungsbild werden lassen.

Konstruktionsgitter, Versorgungsteile in leuchtenden Farben herausgestellt oder transparente Röhren wirken als markante Gestaltungsmerkmale. Darauf trat Rogers angesichts des rapiden Bevölkerungswachstums, der zunehmenden Umweltverschmutzung, der abnehmenden Ressourcen und der Zunahme sozialer Gegensätzlichkeiten als städteplanerischer Warner auf. Er mahnte in weltweiten Vorträgen eine nachhaltige Architektur und wohl überlegte Stadtplanung an, um eine höhere Umweltverträglichkeit und gerechtere Güterverteilung zu erreichen. Rogers stellt an die Zukunftsarchitektur dynamischer Städte ganzheitliche Forderungen, wonach diese neben der Ästhetisierung des öffentlichen Raums auch profunde Ansprüche wie Ökologie, Schutz vor Verkehr oder Sozialverträglichkeit zu erfüllen hat. Im April 2007 erweiterte er die Teilhaberschaft an seiner Sozietät und änderte den Namen in "Rogers Stirk Harbour & Partners". Im selben Jahr wurde Rogers mit dem renommierten Pritzker-Preis ausgezeichnet.


Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.

NameRichard Rogers

Geboren am27.07.1933

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortFlorenz (I).