Biografie

Jacques Rogge

Der belgische Arzt und Diplomat stellte in der Nachfolge des Spaniers Juan Antonio Samaranch von 2001 bis 2013 den 8. Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Zunächst verfolgte er eine Karriere als Profi-Sportler im belgischen Rugby-Team. Darauf nahm er in den Jahren 1968, 1972 und 1976 im Segeln an den Olympischen Sommerspielen teil. 1991 wurde er Mitglied des IOC und Präsident des belgischen NOK. Der als besonnen geltende Rogge avancierte zum Hoffnungsträger der olympischen Bewegung, die unter der Ägide Samaranch aufgrund von Bestechungsskandalen, der umfassenden Kommerzialisierung des Sports sowie des fahrlässigen Umgangs mit der Dopingproblematik in Kritik geraten war...
Jacques Rogge wurde am 2. Mai 1942 in Gent geboren.

Hier wuchs er auf und absolvierte die Hochschule. Im Anschluss studierte er in Gent Humanmedizin. Als Jugendlicher verfolgte Rogge zunächst eine sportliche Karriere als Rugby-Profi. Mit seiner Mannschaft wurde er mehrfach belgischer Meister. Weiter bestritt er zehn Länderspiele für Belgien. Darauf begann Rogge eine Karriere als Profi-Segler. In der Einmannsegelklasse Finn-Dingi nahm er 1968 in Mexiko-Stadt, 1972 in München und 1976 in Montreal an den Olympischen Sommerspielen teil, bei denen sich Rogge jedoch nicht in den vorderen Rängen platzieren konnte. Im Rahmen der Segel-Weltmeisterschaften gewann er den Titel; zweimal wurde er Vizeweltmeister. 1976 beendete er seine aktive Laufbahn als Profi-Sportler, worauf er sich als Funktionär im Sport verdient machte.

Rogge wurde Mitglied des belgischen NOK und fungierte als Chef de Mission der belgischen Mannschaft bei den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck und 1988 in Calgary sowie bei den Olympischen Sommerspielen in Moskau 1980, Los Angeles 1984 und 1988 in Seoul. Neben seiner Funktionärstätigkeit arbeitete er als Direktor der orthopädischen Klinik in Gent, zudem lehrte er als Dozent für Sportmedizin an der Freien Universität Brüssel. 1989 wurde Jacques Rogge zum Präsidenten des belgischen NOK berufen, dieses Amt bekleidete er bis 1992. Indes wurde er 1991 Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), wo er in den neunziger Jahren in verschiedenen Programmkommissionen mitwirkte. Bei den Olympischen Spielen in Sydney 2000 verdiente sich Rogge als Vorsitzender der Koordinierungskommission.

Als Nachfolger des Spaniers Juan Antonio Samaranch, der das Amt 21 Jahre lang ausübte, wurde Jacques Rogge im Juli 2001 bei der 112. Session in Moskau zum 8. Präsidenten des IOC gewählt. Die Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City waren seine ersten als IOC-Präsident. Einer der Kernpunkte seiner Politik wurde die Beschränkung der Anzahl der Olympiateilnehmer auf 10.000. Zudem versuchte er sich gegen den fortschreitenden Gigantismus bei Bauvorhaben und Kommerz einzusetzen. 2007 wurde ihm und dem IOC der Umweltpreis Champions of Earth Award verliehen. 2008 wurde ihm und dem IOC der Journalistenpreis Verschlossene Auster des Netzwerk Recherche verliehen, womit die Informationspolitik des IOC gerügt wurde.

NameJacques Rogge

Geboren am02.05.1942

GeburtsortGent, Ostflandern (B).