Biografie

Reinhard Gehlen

Der Generalmajor der Wehrmacht absolvierte im nationalsozialistischen Deutschland und im Zuge des Zweiten Weltkriegs eine steile Karriere im deutschen Heer. Von 1942 bis 1945 war Reinhard Gehlen als Pionier des Militärischen Nachrichtendienstes für die Überwachung der Feindbewegungen an der Ostfront zuständig. Nach Kriegsende konnte Gehlen mit US-amerikanischer Unterstützung seine Karriere als Leiter der zunächst nach ihm benannten Geheimdienstorganisation, dann als erster Präsident des Bundesnachrichtendienstes fortsetzen. 1971 erschien seine Autobiografie "Der Dienst. Erinnerungen 1942-1971"...
Reinhard Gehlen wurde am 3. April 1902 als Sohn eines Offiziers in Erfurt geboren.

Nachdem er 1920 das Abitur in Breslau abgelegt hatte, trat er in das deutsche Heer ein. 1923 avancierte Gehlen zum Leutnant, 1934 wurde er zum Hauptmann befördert. Inzwischen hatte Gehlen 1933 ein Studium an der Kriegsakademie begonnen, das er 1935 abschloss. Unter der nationalsozialistischen Regierung von Adolf Hitler wurde er 1935/36 im Generalstab eingesetzt. 1939 erfolgte Gehlens Beförderung zum Major. Am 1939 begonnenen deutschen Überfall auf Polen nahm er als Erster Generalstabsoffizier einer Infanteriedivision teil.

Gehlen wirkte auch am Feldzug gegen Frankreich mit und wurde im Oktober 1940 zum Adjutanten des Generalstabschefs Halder bestellt. Im April 1942 wurde Gehlen zum Leiter der Abteilung "Fremde Heere Ost" im Generalstab des deutschen Heeres berufen, wo er bis 1945 für die militärischen Ostaufklärung zuständig war. Im Dezember 1942 erfolgte die Beförderung Gehlens zum Oberst, gegen Jahresende 1944 zum Generalmajor. Gehlen baute von 1942 bis 1945 ein weit verzweigtes Nachrichtennetz auf, um die erforderlichen Informationen vor allem über die Rote Armee zu sammeln. Angesichts der deutschen Niederlagen im Russlandfeldzug verlor die Arbeit Gehlens jedoch in den Augen Hitlers zunehmend an Glaubwürdigkeit, so dass er im April 1945 kurz vor der deutschen Kapitulation abgelöst wurde.

Nach Kriegsende übergab Gehlen 1945 sein Informationsnetz mit umfangreichem nationalsozialistischen Geheimdienstmaterial der amerikanischen Besatzungsmacht. Gehlen, der sich trotz seiner Militärkarriere während der Naziherrschaft in Deutschland niemals politisch einbracht haben soll, wurde 1946 vom Militärtribunal als nichtbelastet eingestuft. So konnte der Militärexperte mit Billigung der Vereinigten Staaten im Nachkriegsdeutschland einen Auslandsnachrichtendienst unter dem Projektnamen "Organisation Gehlen" zunächst in Oberursel aufbauen. 1947 zog die Organisation nach Pullach bei München, um auch räumlich vom deutschen Regierungssitz entfernt zu sein. 1955 wurde die Organisation unter der Regierung von Konrad Adenauer offiziell der Bundesrepublik übergeben.

Am 1. April 1956 begann die Organisation Gehlen ihre offizielle Arbeit unter dem Namen "Bundesnachrichtendienst" (BND), der fortan als Dienststelle dem Bundeskanzleramt unterstand. Zugleich kam es gegen Ende der 1950er Jahre zur Zerschlagung des BND-Netzes in der DDR. Auch warf die Unterwanderung des BND durch Ostagenden ein spektakuläres Licht auf die Organisation und Gehlen. Zunehmend gerieten auch die Inlandsaufklärung und seine Vorstellungen über Bedeutung und Funktion des BND in der sich demokratisierenden westdeutschen Republik in die öffentliche Kritik.

Dennoch konnte Gehlen die Nachfolgeorganisation BND noch über das Rentenalter hinaus bis zum 1. Mai 1968 als Präsident weiterleiten. 1971 erschien sein Buch "Der Dienst. Erinnerungen 1942-1971".

Reinhard Gehlen verstarb am 8. Juni 1979 in Berg, Kr. Starnberg.

NameReinhard Gehlen

Geboren am03.04.1902

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortErfurt (D).

Verstorben am08.06.1979

TodesortBerg b. Starnberg (D).

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