Biografie

Jacob Grimm

NameJacob Grimm

Geboren am04.01.1785

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortHanau (D).

Verstorben am20.09.1863

TodesortBerlin (D).

Jacob Grimm

Der deutsche Sprach-, Literaturwissenschaftler und Jurist gilt als Begründer der Philologie und Altertumswissenschaft. Jacob Grimm erlangte zusammen mit seinem Bruder Wilhelm Grimm Weltruhm als Märchensammler – "Die Märchen der Brüder Grimm". Jacob Grimm legte zugleich mit dem "Deutschen Wörterbuch" einen bedeutenden Grundstein zur Vereinheitlichung der deutschen Sprache. Er gilt als Begründer der Germanistik. Die umfangreiche Sammlung von Märchen und Sagen und seine sprachwissenschaftlichen Arbeiten waren für ihn mit nationaler Einheit und Identifikation verbunden. Sowohl das literarische Schaffen als auch die Forschertätigkeit standen für Jacob Grimm wie auch für seinen Bruder Wilhelm in der Bedeutung, eine deutsche Einheit und gemeinsame Identifikation mit Deutschland zu schaffen in der Zeit französischer Besetzung und der Kleinstaaterei des Deutschen Bundes...
Jacob Grimm wurde am 4. Januar 1785 als Sohn des Juristen Philipp Wilhelm und dessen Frau Dorothea Grimm in Hanau geboren.

Die Schulzeit verbrachte Jacob Grimm bei einer Tante in Kassel. Danach zog er nach Marburg, um dort ab 1802 Jura zu studieren. 1805 unternahm er mit dem Rechtslehrer, Begründer der Historischen Rechtsschule und späteren Minister für Gesetzgebung, Friedrich Carl von Savigny, seine erste Reise nach Paris. Dort leistete er ihm Dienste bei literarischen Arbeiten. Ab 1806 war er als Verwaltungsbeamter im Hessischen Kriegskollegium in Kassel tätig. In diesem Jahr begannen die Brüder, mit dem Sammeln von deutschen Märchen und Sagen. 1808 wurde Jacob Grimm Bibliothekar bei Jérôme Bonapartes, König "Lustik" von Westfalen und Bruder von Napoléon I. Das Jahr darauf wurde er Auditor beim Staatsrat.

Im Jahr 1811 erschien sein erstes Werk "Über den altdeutschen Meistersang" (1811). Im gleichen Jahr wurde er Legationsrat in Kassel. Von 1812 bis 1815 erschien der erste Band der "Kinder- und Hausmärchen", eine Gemeinschaftsarbeit mit seinem Bruder Wilhelm. Nach den Befreiungskriegen 1814 bis 1815 erfüllte Jacob Grimm diplomatische Aufgaben in Paris und Wien. Jacob Grimm nahm 1815 am Wiener Kongress teil und reiste ein drittes Mal nach Paris. In diesem Jahr kam auch der zweite Teil der "Kinder- und Hausmärchen" heraus. Ein Jahr später wurde er Bibliothekar an der Kurfürstlichen Bibliothek in Kassel an. Der erste Teil der Gemeinschaftsarbeit mit seinem Bruder, "Deutsche Sagen" (1816), erschien, zwei Jahre später der zweite Teil.

Im Jahr 1819 erschien der erste Teil der "Deutschen Grammatik" von Jacob Grimm. Im gleichen Jahr wurden die Brüder mit dem Ehrendoktorat der Universität Marburg geehrt. Jacob Grimms Werk "Deutsche Rechtsaltertümer" erschien 1828. Ein Jahr später, 1829, verließen die Brüder den Bibliothekarsdienst und gingen nach Göttingen. 1830 trat Jacob Grimm eine Stelle als Literatur-Professor und Bibliothekar an der dortigen Universität Georgia-Augusta an. 1835 erschien seine Arbeit über "Deutsche Mythologie". Als Teilnehmer am Protest gegen die Aufhebung der Verfassung durch König Ernst August II. von Hannover im Jahr 1837 erhielt Jacob Grimm Berufsverbot und Landesverweis. Der Protest noch weiterer sechs Professoren, darunter sein Bruder Wilhelm, ging unter der Bezeichnung die "Göttinger Sieben" in die Geschichte ein.

Mit dieser Aktion zeigten die Brüder Grimm Zivilcourage. Sie sahen es, besonders begründet durch ihre philologische Tätigkeit, als ihre Pflicht an, gegen das unrechtmäßige und eigenmächtige Handeln des Landesherren vorzugehen: "Lehrer der Philologie haben den lebendigen Einfluss freier und gestörter Volksentwicklung auf den Gang der Poesie und sogar den innersten Haushalt der Sprache unmittelbar darzulegen", so wie Jacob Grimm in seiner Schrift "Über meine Entlassung" schrieb. Er siedelte danach nach Kassel über. 1838 entstand der gemeinsame Plan zum "Deutschen Wörterbuch". Zwei Jahre später waren beide Teile von "Weistümer" von Jakob Grimm fertig gestellt. Er und sein Bruder folgten 1841 einem Ruf an die Berliner Universität. 1843 wurde Jacob Grimm mit dem Orden pour le mérite ausgezeichnet und unternahm 1844 eine Italien-Reise.

Im Jahr 1846 leitete er als Vorsitzender die erste Germanistenversammlung in Frankfurt/M, ein Jahr darauf in Lübeck die zweite. Zwei Jahre später wurde er Abgeordneter im Frankfurter Paulskirchen-Parlament. In diesem Jahr erschien auch seine "Geschichte der deutschen Sprache". Er zog sich von der Lehrtätigkeit zurück, um sich ganz der Forschungsarbeit zu widmen. 1854 wurde der erste Teil des "Deutschen Wörterbuches" herausgegeben. 1860 und 1862 folgten die Bände zwei und drei. Abgeschlossen wurde das Projekt, das als das größtes der Brüder Grimm gilt, erst 1961. Sowohl das literarische Schaffen als auch die Forschertätigkeit standen für Jacob Grimm wie auch für seinen Bruder Wilhelm in der Bedeutung, eine deutsche Einheit und gemeinsame Identifikation mit Deutschland zu schaffen in der Zeit französischer Besetzung und der Kleinstaaterei des Deutschen Bundes.

Hierin sowie in der Erforschung der Tradition der deutschen Poesie und Sprache waren sie sich einig mit Achim von Arnim und Clemens Brentano als Anliegen der Spätromantik. In diesem Sinne betrachteten die Brüder Grimm ihre wissenschaftliche und Sammlertätigkeit als politische Arbeit. Jacob und Wilhelm Grimm betrieben ihre Wissenschaft und Forschungen aber nicht unter dem Gesichtspunkt nationalistischer Gesinnung, sondern stets vor dem Hintergrund eines guten gegenseitigen Verhältnisses gegenüber anderen Völkern. Durch seine sprachwissenschaftlichen Forschungen und viele seiner Werke schuf Jacob Grimm nicht nur eine Vereinheitlichung der deutschen Sprache, sondern gilt auch als Begründer der Germanistik.

Jacob Grimm starb am 20. September 1863 in Berlin.

NameJacob Grimm

Geboren am04.01.1785

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortHanau (D).

Verstorben am20.09.1863

TodesortBerlin (D).

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