Biografie

Publius Cornelius Tacitus

Der altrömische Prätor, Historiker und Konsul war im öffentlichen und politischen Leben Roms ein gefeierter Redner. Er war Verfechter der Ideale der römischen Republik und kritisierte den politischen und moralischen Verfall in der Kaiserzeit. Mit seinen Schriften, die er "sine ira et studio" verfasste, positionierte sich Publius Cornelius Tacitus innerhalb der systematisch-kritischen Geschichtsschreibung der griechisch-römischen Antike, wie sie von Herodot und Thukydides begründet worden war. Seine Bedeutung als Geschichtsschreiber liegt in seinem psychologischen Blick in das Innere der Figuren und in seiner präzisen Schilderung der Charaktere...
Cornelius Tacitus wurde um 55 n. Chr. vermutlich in der altrömischen Provinz Gallia Narbonensis (heute: Provence, Frankreich) geboren.

Sein Vater war als Procurator, d.h. Finanzbeamter, des Römischen Reiches in der Provinz Gallia Belgica tätig gewesen. Obwohl Tacitus keiner Adels Familie entstammte, wurde ihm die politische Laufbahn geöffnet. 88 erlangte er die Ernennung zum Prätor, zugleich trat er in eines der bedeutenden Priesterkollegs ein, welche die offizielle Religion des Römischen Reichs kontrollierten. Im Jahr 97 avancierte er zum Konsul, der höchsten altrömischen Beamtenfunktion. Die Jahre 112-113 verbrachte Tacitus als Gouverneur in der Provinz Asien. Neben seiner politischen Laufbahn betrieb Tacitus überdies intensive Rhetorik-Studien, wodurch er zu einem gefeierten Redner wurde.

Diese Fähigkeit stellte er mit seinem Freund Plinius der Jüngere erstmals 100 unter Beweis, als er Marius Priscus für seine Missregierung in Afrika erfolgreich anklagte. Ab diesem Moment intensivierte Tacitus auch seine schriftstellerischen Aktivitäten, die zunehmend die Oberhand über das juristische Engagement gewannen. Neben einer Biographie seines Schwiegervaters ("De vita et moribus Iulii Agricolae", 98) trat er vor allem mit einer landeskundlichen Abhandlung über die Provinz Germanien ("De origine et situ Germanorum", 98) an die Öffentlichkeit. Sein Hauptwerk machen die ursprünglich vermutlich 14 Bücher umfassenden "Historiae", eine Kaisergeschichtsschreibung über die Zeit der Flavier, aus, von denen jedoch nur die ersten vier Bücher und ein Teil des fünften Buches überliefert sind.

Auch von seinem Alterswerk ("Annales", ca. 118-123) gilt etwa ein Drittel als verschollen. Tacitus wollte den politischen und moralischen Zerfall unter der römischen Monarchie aufzeigen, wobei er zu einseitigen Urteilen und einer insgesamt pessimistischen Grundstimmung neigte. Dennoch betrieb er auch eine systematisch-kritische Geschichtsschreibung, indem er chronologisch vorging, Quellenmaterial heranzog und sich gemäß seiner Losung "sine ira et studio" ("ohne Hass und parteiischen Eifer") um eine objektive Beurteilung der Ereignisse bemühte. Tacitus positionierte sich somit innerhalb der antiken griechisch-römischen Geschichtsschrei-bung, wie sie von Herodot und Thukydides überkommen war.

Seine Erzählung, die auf die Geschichte Roms und der Kaiser zentriert war und die der Provinzen und des Römischen Reichs vernachlässigte, galt der nachfolgenden Geschichtsschreibung für Jahrhunderte als Maßstab.

Tacitus starb um 125 n. Chr. in Rom.


Bedeutende Geschichtsschreiber der Menschheitsgeschichte

NamePublius Cornelius Tacitus

Geboren am26.03.0055

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortGallia Narbonensis (h.: Provence)

Verstorben am10.08.0125

TodesortRom (I).

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