Biografie

Thukydides

Der altgriechische Philosoph, General und Historiker knüpfte an das Werk seines Vorgängers Herodot an. Am Beispiel des großen Militärkonflikts seiner Zeit, des Peloponnesischen Krieges (431-404 v. Chr.), entwickelte Thukydides erstmals den heute verbreiteten objektiven, kritischen Zugang zur Geschichte, die er zugleich einem neuen philosophischen Verständnis unterordnete. In klarer Abgrenzung zu Herodot, der nicht strikt zwischen Mythen und Realem unterschied, wollte Thukydides nur das berichten, was auch wirklich vorgefallen ist. Sein Ziel war Klarheit und Gegenwartsbezug, wodurch er zu einem der bedeutendsten Historiker der Antike wurde...
Thukydides wurde um 460 v. Chr. in Athen als Sohn einer wohlhabenden Familie geboren.

Thukydides lernte Rhetorik und Philosophie, wobei er unter den Einfluss der sophistischen Bewegung geriet. Zugleich war Thukydides gut vertraut mit dem Werk seines Vorläufers Herodot, dessen Vorlesung er selbst beiwohnte. Während der Epidemie von 430-427 erkrankte Thukydides an der Pest, konnte sich jedoch von der schweren Krankheit wieder erholen. Thukydides war dann im attischen Militär als General tätig. 424 v. Chr. nahm er als Flotten-kommandant am Peloponnesischen Krieg (431-404) teil. Da er dabei den Fall der Stadt Amphipolis an den spartanischen Feind nicht verhindern konnte, wurde er für 20 Jahre aus Athen verbannt. Der gescheiterte General verbrachte sein Exil in Thrakien, wo die Familie ausgedehnte Besitztümer besaß.

Diese erzwungene Ruhepause gab ihm in den folgenden Jahren die Gelegenheit, den Verlauf des Krieges genau zu beobachten und zu analysieren. Auf diese Weise schuf Thukydides sein umfangreiches Geschichtswerk, in dem er zur Klärung der Vorgeschichte und der Ursachen des Krieges weit in die altgriechische Geschichte vorgriff, um daran die chronologische Darstellung des Krieges bis zum Jahr 411 v. Chr. anzuschließen. Hier bricht das unvollendete Werk ab. Die sachliche Schilderung basiert auf Namen, Zahlen und ihrer chronologischen Anordnung. Thukydides zog auch archäologische Funde, Urkunden u.a. Quellen mit heran. Erstmals zeigte sich ein Geschichtsschreiber um Objektivität und Faktengenauigkeit bemüht, während er unbelegbare Traditionen, Legenden und Mythen aus seiner Erzählung ausklammerte.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Herodot, der heute als "Vater der Geschichtsschreibung" gilt, kann Thukydides als Begründer der politischen Geschichtsschreibung und als Geschichtsphilosoph betrachtet werden. Denn der Gang der Ereignisse erscheint bei ihm nun nicht mehr dem Willen der Götter untergeordnet, sondern als ein Produkt menschlichen Handelns. Mit seiner Unterscheidung zwischen augenscheinlichen Anlässen und tiefer liegenden Ursachen historischer Ereignisse lieferte Thukydides überdies ein bis heute beachtetes methodisches Grundprinzip der systematisch-wissenschaftlichen Geschichtsschreibung. Nach Ende des Peloponnesischen Krieges (404 v. Chr.) kehrte Thukydides vermutlich nach Athen zurück, wo er um 400 v. Chr. verstarb.


Bedeutende Geschichtsschreiber der Menschheitsgeschichte

Name Thukydides

AliasThukydides

Geboren am26.03.0460

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortAthen

Verstorben am10.08.0400

TodesortAthen

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