Biografie

Peter Ustinov

Der britische Schauspieler avancierte ab den 1940er Jahren zu einem der profiliertesten Charakterdarsteller. Als Multi-Talent war er darauf sechs Jahrzehnte für den Film tätig. Durch seine charakteristische Interpretation des altrömischen Kaisers Nero erspielte sich Sir Peter Ustinov 1952 im Historienfilm "Quo Vadis" seinen ersten internationalen Kinoerfolg. Mit seiner Präsenz prägte er als unermüdlicher Filmschaffender das Weltkino. Ustinov spielte in über 40 Filmen, führte Regie, auch in Theater und Oper, schrieb Drehbücher, Bühnenstücke, Erzählungen, Romane, zeichnete Karikaturen und gestaltete Bühnenbilder. Sein soziales Engagement galt der Kinderhilfsorganisation UNICEF, die er als populärer Sonderbotschafter seit 1971 unterstütze. Zu seinen bekanntesten Filmen zählen "Die Liebe der vier Obersten" (1951), "Wir sind keine Engel" (1955), "Spartacus" (1959) "Topkapi" (1964) und "Tod auf dem Nil" (1977)...
Peter Alexander Ustinov wurde am 16. April 1921 in Cottage Village, London (Großbritannien), geboren.

Sein Vater stammte aus Russland und war in Deutschland als Journalist tätig. Die Mutter, Nadja Benois, die einer italienisch-äthiopischen Familie entstammte, war in Frankreich als Bühnenbildnerin tätig gewesen. Dank seines multikulturellen Familienhintergrunds wuchs Ustinov viersprachig auf. Von 1934 bis 1937 besuchte er die Londoner Eliteschule Westminster. Im Anschluss daran absolvierte er bis 1939 eine Theaterausbildung am London Theatre Studio. Ustinov feierte bereits mit 19 Jahren sein Debüt als Filmschauspieler. Daneben übernahm er bereits mehrere Bühnenrollen. In den folgenden Jahren musste er aufgrund seines Militärdienstes im Zweiten Weltkrieg das künstlerische Schaffen jedoch bis 1946 unterbrechen.

Erst nach Kriegsende konnte er auch im Regie-Bereich mit "School for Secrets" debütieren. Nachdem Ustinov 1951 nach Hollywood gewechselt war, erspielte er sich dort 1952 durch seine unverwechselbare Interpretation des Kaiser Nero im historischen Monumentalfilm "Quo Vadis" den internationalen Durchbruch als Schauspieler. Kurz danach überzeugte er in "Wir sind keine Engel". Als weitere Meilensteine seiner Schauspielerkarriere folgten 1955 Ustinovs Mitwirkung an "Lola Montez" und 1959 an "Spartacus". In diesem Film spielte er neben Tony Curtis und Kirk Douglas die Rolle des Sklavenhändlers "Lentulus Batiatus", für deren meisterhafte Interpretation Ustinov 1960 seinen ersten "Oscar" als bester Nebendarsteller erhielt. Vier Jahre später zeichnete man ihn für seine Leistung in dem Thriller "Topkapi" mit dem zweiten "Oscar" aus.

Ustinov feierte in den 1960er Jahren weitere Erfolge als Schauspieler und galt für Jahrzehnte als Garant für schauspielerische Höchstleistungen. Zugleich profilierte sich Ustinov auch als erfolgreicher Opernregisseur, der in den folgenden Jahrzehnten regelmäßig mit seinen Inszenierungen an den weltbesten Opernhäusern gastierte. Neben seinem beruflichen Engagement war Ustinov seit 1969 für die UNESCO tätig. 1971 wurde er Sonderbotschafter der Kinderhilfsorganisation UNICEF. Im selben Jahr inszenierte er in Hamburg Wolfgang Amadeus Mozarts "Zauberflöte". 1973 inszenierte er in Edinburgh "Don Giovanni". 1975 wurde er zum Commander of the British Empire (CBE) erhoben. 1977 glänzte Ustinov als Detektiv Hercules Poirot in dem hochkarätig besetzten Kriminalfilm "Tod auf dem Nil" in einer seiner populärsten Rollen.

Gegen Ende der 1970er Jahre festigte der Schauspieler durch seine Mitwirkung an den beliebten Agatha-Christie-Verfilmungen - wie etwa "Das Böse unter der Sonne" (1981), "Mord à la carte", "Tödliche Parties", "Mord mit verteilten Rollen" oder "Rendezvous mit einer Leiche" - weiter seine Beliebtheit. Der Schauspieler wurde durch zahlreiche Preise für seine künstlerischen Leistungen geehrt. So erhielt Ustinov 1972 den "Spezialpreis der Berlinale", 1981 den "Karl-Valentin-Orden" und 1985 den "Ordre des Arts et des Lettres". 1990 verlieh ihm Königin Elizabeth II. den Adelstitel eines "Sir". 1994 wurde der Schauspieler mit dem "Deutschen Kulturpreis" und dem "Bambi" geehrt. 1997 erhielt er den "DIVA-Award". 1998 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Trotz seines fortgeschrittenen Alters tourte Ustinov 1999 und 2000 mit einem Bühnenprogramm durch die Bundesrepublik.

Anlässlich seines 80. Geburtstages wurde er 2001 durch einen Empfang bei Bundespräsident Johannes Rau und einer Gala-Inszenierung im Berliner Theater des Westens geehrt. 2001 zeichnete man Ustinovs Lebenswerk mit der "Goldenen Kamera" und dem "Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse" aus. Im selben Jahr stand er für "Victoria & Albert" und 2003 für "Luther" vor der Kamera. Die letzten Filmprojekte des begabten Schauspielers waren "Salem Witch Trials" und "Wintersonne", mit denen er 2002 und 2003 sein TV- und Kinopublikum begeisterte.

Peter Ustinov war seit 1972 in dritter Ehe mit der aus Frankreich stammenden Schriftstellerin Hélène du Lau d’Allemans verheiratet und - aus seinen vorangegangenen Ehen - Vater von vier Kindern.

Sir Peter Ustinov starb am 28. März 2004, im Alter von 82 Jahren, in Genf an Herzversagen.
1940 - Hullo Fame

1942 - Volo senza ritorno

1944 - The way ahead

1946 - School for secrets

1948 - Vice versa

1949 - Private Angelo

1951 - Quo vadis ?

1952 - La bergère et le ramoneur

1954 - Sinuhe, der Ägypter

1955 - Lola Montez

1956 - Komödianten

1957 - Der Hund, der "Herr Bozzi" hiess

1959 - Endlos ist der Horizont

1960 - Spartacus

1961 - Romanoff und Julia

1962 - Billy Budd

1963 - Topkapi

1965 - Lady L.

1966 - Barefoot in Athens

1967 - Die Stunde der Komödianten

1968 - Das Millionending

1969 - Viva Max!

1970 - The Merchant of Scarsdale

1972 - Hammersmith is out

1973 - Robin Hood

1975 - Wer hat unseren Dinosaurier geklaut?

1976 - Muppet Show

1977 - Vom Blitz getroffen

1978 - Der Dieb von Bagdad

1979 - Ashanti

1981 - Das Böse unter der Sonne

1984 - Abgehört

1985 - Thirteen at Dinner

1986 - Tödliche Parties

1988 - Reise um die Welt in 80 Tagen

1989 - Spatzi, Fratzi & Co

1990 - C'era un castello di 40 cani

1992 - Lorenzos Öl

1994 - The Old curiosity shop

1998 - Planet Ustinov

1999 - Alice im Wunderland

2002 - Salem Witch Trials

2003 - Luther

NamePeter Ustinov

Geboren am16.04.1921

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortCottage Village, London (GB).

Verstorben am28.03.2004

TodesortGenf (CH).