Biografie

Paul Kleinschmidt

Der deutsche Maler rezipierte in seinen Werken die Kunstrichtungen vom Expressionismus über Realismus bis zur neuen Sachlichkeit. Vielfach stattete Paul Kleinschmidt seine Bilder mit einer kräftigen Farbigkeit aus, wovon unter anderem die Titel "Kaffeehausszene" oder "Damenkapelle" zeugen. Neben Figuren, Stillleben und Landschaften bevorzugte Paul Kleinschmidt in seiner Motivik das städtische Leben Berlins sowie die Welt des Theaters und Varietés. In Amerika feierte er große Erfolge bei Ausstellungen im Art Institute of Chicago und dem Philadelphia Museum of Art. 1943 wurde der Künstler mit einem Malverbot belegt; 1945 verbrennt bei einem Bombenangriff sein gesamter Besitz...
Paul Kleinschmidt wurde am 31. Juli 1883 in Bubliz, Pommern, als Sohn eines Theaterdirektors und einer Schauspielerin geboren.

Im Jahr 1894 zog er mit seinen Eltern nach Berlin, wo er bis zum Abitur die Schule besuchte. Von 1902 bis 1904 studierte er an der Berliner Akademie bei dem Historienmaler Anton von Werner. Adolf von Menzel wurde das künstlerische Vorbild von Paul Kleinschmidt. Hier machte er auch Bekanntschaft mit Lovis Corinth. 1904 reiste er für ein Jahr nach München und lernte an der Akademie bei Peter Halm Lithographie und Radierung und bei Heinrich von Zügel die Malerei. 1905 kehrte er als freier Maler und Grafiker nach Berlin zurück. 1909 beteiligte er sich an Ausstellungen der Berliner Sezession und wurde 1914 zum Kriegsdienst einberufen.

Im Jahr 1915 erfolgte seine Suspension und Kleinschmidt arbeitete bis 1919 in verschieden Gelegenheitsjobs. 1922 erfolgte eine weitere Beteiligung an einer Ausstellung der Berliner Sezession und 1923 eine Ausstellung im Euphorion-Verlag in Berlin. 1927 begab er sich für eine Studienreise nach Amsterdam und 1928 nach Südfrankreich. Im selben Jahr wurde der New Yorker Kunstsammler Erich Cohn zu einem entscheidenden Förderer von Kleinschmidt, der sich ab 1930 nur noch der Malerei als Arbeitstechnik widmete. 1932 zog er ins süddeutsche Klingenstein und später nach Ulm. Ab 1933 begannen für ihn die politischen Repressionen. Seine Arbeiten wurden der "Entarteten Kunst" zugeordnet und beschlagnahmt.

In Amerika feierte er große Erfolge bei Ausstellungen im Art Institute of Chicago und dem Philadelphia Museum of Art. 1936 emigrierte er über die Schweiz nach Holland und befand sich von 1937 bis 1939 wieder in Südfrankreich. Im Rahmen der von Josef Goebbels organisierten Wanderausstellung "Entartete Kunst", wurden Kleinschmidts Werke 1939 auf der Münchner Ausstellung angeprangert. 1940 wurde er verhaftet und in Frankreich interniert mit anschließender Zwangsrepatriierung durch die SS. 1943 ließ sich Kleinschmidt mit Malverbot in Bensheim an der Bergstrasse nieder, und 1945 wurde sein gesamter Besitz bei einem Bombenangriff zerstört. Fünf Jahre später, 1948, erkrankte er dramatisch an Angina Pectoris, worauf er sich nicht wieder erholte.

Paul Kleinschmidt starb am 2. August 1949, in tiefer Armut, im Alter von 66 Jahren in Bensheim.

NamePaul Kleinschmidt

Geboren am31.07.1883

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortBublitz, Pommern

Verstorben am02.08.1949

TodesortBensheim