Biografie

Paul Hörbiger

Der Theater- und Filmschauspieler zählte in den 1930er, 1940er und 1950er Jahren zu den populärsten deutschen Mimen. Oftmals verkörperte er den einfachen Menschen als Droschkenkutscher oder Kellner und begeisterte das Publikum mit seiner menschlichen Art. Oftmals spielte er in Österreich-Filmen mit und wurde dadurch neben Hans Moser zu "dem Österreicher schlechthin". Die Filme des Wiener Burgschauspielers wurden zum Teil Klassiker wie "Der dritte Mann" (1949), "Hallo Dienstmann" (1950) oder "Die Deutschmeister" (1955). Im Laufe seiner Karriere wirkte Paul Hörbiger in über 250 Filmen mit...
Paul Hörbiger wurde am 29. April 1894 in Budapest als Sohn eines Ingenieurs geboren.

Nach dem Abschluss der Schule mit Abitur meldete er sich freiwillig zu einem Gebirgsartillerie-Regiment. Im Jahr 1919 nach dem Zweiten Weltkrieg absolvierte er eine Schauspielausbildung und hatte sein erstes Engagement am Stadttheater Reichenberg in Böhmen. Danach wechselte er zum Deutschen Theater nach Prag. Mit einem Engagement am Neuen Deutschen Theater in Prag unter Max Reinhardt und H. Hilpert, schaffte Paul Hörbiger in den Jahren 1920 bis 1926 den großen Durchbruch. Zusätzlich wirkte er in Stummfilmen mit.

Oftmals spielte er den witziger oder bösartigen Typen in Streifen wie "Spione" (1928), "Dyckerpotts Erben" (1928), "Die Dame mit der Maske" (1928), "Die Räuberbande" (1928), "G'schichten aus dem Wienerwald" (1928), "Asphalt" (1929), "Der Sträfling aus Stambul" (1929) oder "Frauen am Abgrund" (1929). Von 1926 bis 1931 war er Mitglied am Deutschen Theater in Berlin. In den 1930er Jahren wurde Paul Hörbiger mit Tonfilmen wie "Der unsterbliche Lump" (1930), "Berge in Flammen" (1931), "Der Kongress tanzt" (1933), "Ich heirate meine Frau" (1934), "Liebelei" (1933), "Peter im Schnee" (1937) oder "Prinzessin Sissi" (1938) zu einem der populärsten deutschsprachigen Schauspieler. In seinen Rollen spielte er oftmals einen herzensgütigen Menschen mit viel Lebenslust.

Das gleiche Rollenverständnis gab Hans Moser ab. Doch statt als Konkurrenten traten beide Schauspieler vielmals als gelungene Ergänzung in zahlreichen Filmen zusammen auf. Als Sänger erneuerte er die Tradition des Wiener Lieds. Paul Hörbiger-Charaktere stammten oft aus der unteren sozialen Schicht - er verkörperte den Dienstmann, Pferdekutscher, Kellner oder Portier. Durch sein "Menscheln" erreichte er stets einen hohen Identifikationswert beim Publikum. Von 1931 bis 1940 spielte er am Lessingtheater in Berlin. Oftmals wirkte er in Österreich-Filmen mit und wurde dadurch neben Hans Moser zu "dem Österreicher schlechthin". 1933 stand er zusammen mit Curd Jürgens in der "Königswalzer" vor der Kamera.

Im Jahr 1935 gründete er gemeinsam mit Regisseur E.W. Emo und Karl Künzel die Algefa-Film. Ab dem Jahr 1940 zählte Paul Hörbiger zum Ensemble des Wiener Burgtheaters. Doch er spielte weiterhin in zahlreichen TV-Filmen wie "Wiener Geschichten" (1940), "Operette" (1940), "Brüderlein fein" (1941), "Wen die Götter lieben" (1942), "Schrammeln" (1944) und "Die Zaubergeige" (1944). Noch am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er wegen Hochverrats für zweieinhalb Monate eingekerkert. Der Sender BBC meldete bereits seinen Tod. Nach dem Krieg konnte Paul Hörbiger seine Schauspielkarriere ohne weiteres fortsetzen.

Besonders die 1950er Jahre wurden zu einem Paul-Hörbiger-Fernseh-und-Theater-Jahrzehnt. In dieser Zeit war er unter anderem zu sehen in "The Third Man - Der dritte Mann" (1949), "Hallo Dienstmann" (1951), "Die Rose von Stambul" (1953), "Der Raub der Sabinerinnen" (1954), "Mädchenjahre einer Königin" (1954), "Die Deutschmeister" (1955), "Ober, zahlen" (1957), "Hallo Taxi" (1958) oder "Sebastian Kneip - der Wasserdoktor" (1958). Diese Streifen wurden meist Klassiker des deutsch-österreichischen Films. Trotz großer Erfolge beim Film kehrte Paul Hörbiger 1965 wieder zum Burgtheater zurück. Die Rollen wurden im Gegensatz zu den Theaterbesetzungen immer anspruchsloser; sie schränkten sich immer mehr auf den Typus der idealen Wieners ein.

Zu seinen Spätwerken zählen unter anderem "Drei Liebesbriefe aus Tirol" (1962), "...und ewig knallen die Räuber" (1962), "Ferien vom Ich" (1963), "Ruf der Wälder" (1965) und "Man spielt nicht mit der Liebe" (1974). Nach mehr als 250 Filmproduktionen bekleidete er im Jahr 1979 seine letzte Bühnenrolle in "Komödie der Eitelkeit". Im selben Jahr erschien seine Autobiografie "P. Hörbiger: Ich hab für Euch gespielt".

Paul Hörbiger verstarb am 5. März 1981 in Wien.

NamePaul Hörbiger

Geboren am29.04.1894

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortBudapest (H).

Verstorben am05.03.1981

TodesortWien (A).