Biografie

Paul Bremer

Der erfahrene US-Diplomat vollzog im Foreign Service der USA, wo er als rechte Hand der Außenminister Henry Kissinger und Alexander Haig, aber besonders unter der Präsidentschaft Ronald Reagans zum ausgewiesenen Experten für Terrorismus und innere Sicherheit avancierte, eine beachtliche Karriere. Paul "Jerry" Bremer war vom Mai 2003 Chef der Zivilverwaltung des Irak, die dem von Krieg und Terrorismus erschütterten Land den Weg in die Demokratie ebnen sollte...
Lewis Paul Bremer wurde am 30. September 1941 in Hartford (Connecticut, USA) geboren.

Nach der Schule nahm Bremer ein Studium an der Yale University auf, das er 1963 mit dem Bachelor of Arts abschloss. Daran schloss sich ein Wirtschaftsstudium an der Harvard University an, wo er 1966 einen Master of Business Administration erlangte. Noch im selben Jahr trat Bremer in das Außenministerium ein, für das er zunächst im afghanischen Kabul tätig wurde. 1968-1971 wurde er als Wirtschaftsbeamter nach Blantyre in Malawi entsandt.

Bremer ergänzte seine akademische Ausbildung durch einen Studienaufenthalt an der Universität Paris, wo er einen Abschluss in Politologie machte. Während der 1970er Jahre war Bremer in verschiedenen Positionen für das State Department eingesetzt. 1972-1976 war er als Assistent von Henry Kissinger tätig. Im Anschluss daran fungierte der Diplomat bis 1979 als Stellvertretender Missionsleiter in Oslo.

Im Jahr 1979 war Bremer erneut in Washington, wo er zunächst bis 1981 als Stellvertretender Executive Secretary of State, dann als Executive Secretary und Sonderassistent des US-Außenministers Alexander Haig eingesetzt wurde. 1983 erhob US-Präsident Ronald Reagan den Diplomaten zum Botschafter in den Niederlanden. 1986 avancierte Bremer zum Sonderbotschafter für Terrorismusbekämpfung im Außenministerium.

In den folgenden drei Jahren wurde er zu den vehementesten Mahnern vor den Gefahren des internationalen Terrorismus. Nachdem sich Bremer 1989 vom Auswärtigen Dienst zurückgezogen hatte, übernahm er das Management des von Henry Kissinger gegründeten Beratungsunternehmens "Kissinger Associates". In den späten 1990er Jahren stieg Bremer auch als Manager in das New Yorker Risikoberatungsunternehmen "Marsh Crisis Consulting" ein. Neben diesem Engagement in der freien Wirtschaft blieb Bremer jedoch auch weiterhin der Politik verbunden.

Im Jahr 1999 erhob man ihn zum Vorsitzenden der Nationalen Terrorismuskommission. Dort provozierte Bremer öffentliche Kritik, als er eine Lockerung des Verbots vorschlug, durch das dem CIA eine Zusammenarbeit mit Menschenrechtsverletzern untersagt wird. Eine persönliche Tragweite besaß für Bremer der Terror-Angriff auf die USA vom 11. September 2001: 300 seiner Arbeitskollegen vom Risikoberater „Marsh“ starben unter den Trümmern des World Trade Centers.

Im Frühjahr 2003 erfolgte die Berufung Bremers zum Chef der Zivilverwaltung im Nachkriegsirak. Nach dem Ende des durch US-Präsident George W Bush und den britischen Premier Tony Blair im Frühjahr 2003 initiierten Irak-Krieges trat Bremer am 11. Mai 2003 die neue Funktion im Irak an. Der neue Zivilverwalter des Irak wurde jedoch nicht etwa dem Außenministerium Colin Powells, sondern dem Verteidigungsministerium Donald Rumsfelds unterstellt. So blieb auch der zivile Auftrag Bremers unter strenger Kontrolle des Pentagon.

Der "Director of Reconstruction and Humanitarian Assistance for Post-War Iraq" sah sich alsdann mit der Aufgabe konfrontiert, in dem durch Terror-Anschläge und islamischen Fundamentalismus erschütterten Land die Voraussetzungen für eine Entwicklung zur Demokratie zu schaffen. Zu den ersten Amtshandlungen Bremers gehörte noch im Mai 2003 die Entlassung Hunderttausender von Anhängern der Baath-Partei des gestürzten Diktators Saddam Hussein, die künftig von jeder Anstellung in der irakischen Verwaltung ausgeschlossen wurden.

Die Maßnahmen, die auch einen völligen Umbau der Verwaltung mit sich brachten, hatten zum Ziel, ein Wiederaufleben des vormaligen Regimes auszuschließen. Da sie Millionen von Irakern die Arbeitslosigkeit bescherten, rufen sie jedoch bis heute auch die Kritik der Öffentlichkeit hervor. Im Zuge der Machtübergabe an die erste irakische Nachkriegsregierung unter Ministerpräsident Ijad Allawi legte Paul Bremer im Juni 2004 seine Funktion als Übergangsverwalter nieder, um anschließend das Land zu verlassen.

Paul Bremer ist mit Frances Winfield verheiratet, mit der er zwei Kinder hat.

NamePaul Bremer

Geboren am30.09.1941

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortHartford (Connecticut, USA).