Biografie

Oskar Schlemmer

Der deutsche Maler, Grafiker, Bildhauer und Bühnenkünstler war bedeutender Erneuerer der Idee des Gesamtkunstwerkes aus Malerei, Plastik und Objektkunst sowie der darstellenden Tanz-Kunst. Mit seinem in Stuttgart uraufgeführten Stück "Triadisches Ballett" (1922) schuf er mit stilistischen Bewegungen, Licht, Farb- und Musiktechniken ein Bildertheater aus stereometrisch abstrahierten Kostümen. Oskar Schlemmer erreichte nur wenig Popularität. Wie kaum ein anderer Künstler seiner Zeit wurde Oskar Schlemmer verdrängt. Als Revolutionärer vielen bereits 1929 seine "entarteten" Wandgemälde einer Säuberung im Bauhaus-Gebäude in Dessau zum Opfer; ab 1937 aus allen Museen verbannt und mit dem Arbeitsverbot belegt starb Schlemmer noch während der NS-Herrschaft...
Oskar Schlemmer wurde am 4. September 1888 in Stuttgart geboren.

Die Familie siedelte 1899 in das schwäbische Göppingen über, wo er die Schule besuchte. Nach Abschluss der Schule mit Abitur begann er eine Ausbildung als kunstgewerblicher Zeichner. Ab 1904 besuchte er nebenher eine Fortbildungsschule, an der Figurenzeichnen und Stillehre unterrichtet wurde. Nach Abschluss der Lehre schrieb sich Schlemmer an der Stuttgarter Kunstgewerbeschule ein, die er jedoch nach einem Semester wieder verließ. Im Herbst 1906 wurde er in die Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste aufgenommen.

Hier entwickelte sich auch die Freundschaft zu Willi Baumeister und Otto Meyer-Amden. 1909 trat Schlemmer in die Kompositionsschule von Friedrich von Keller über und damit in die Meisterklasse ein. 1911 reiste der Maler nach Berlin, wo er zunächst selbständig weiterzuarbeiten versuchte. In diesem Jahr seines Berlinaufenthaltes lernte er sowohl die Formenanalyse des Kubismus als auch die französische Avantgarde kennen. Ebenso schloss er erste Kontakte zum sogenannten "Sturm"-Kreis um Herwarth Walden. 1913 kehrte er nach Stuttgart zurück.

Hier wurde er Meisterschüler bei Adolf Hölzel. Von 1914 bis 1918 wurde Schlemmer als Sanitäter zum Kriegsdienst des Ersten Weltkrieges eingezogen. Schlemmer kehrte nach Stuttgart zurück und reiste 1920 nach Weimar, wo er Meister am Bauhaus wurde. 1918 stellte Schlemmer gemeinsam mit Baumeister Arbeiten im Stuttgarter Kunsthaus Schaller vor. Eine weitere Gemeinschaftssausstellung folgte zwei Jahre später in der Galerie Der Sturm, Berlin. Bereits 1919 hatte sich Schlemmer gemeinsam mit Baumeister und anderen Kunstschaffenden zur "Üecht-Gruppe" zusammengeschlossen - einer Künstlervereinigung, die sich für eine umfassende Reform des Kunstunterrichts einsetzte und für die Berufung von Paul Klee nach Stuttgart eintrat.

Im Herbst 1920 heiratete Schlemmer Helena Tutein. Gemeinsam wurden sie Eltern von drei Kindern. Im selben Jahr, 1920, wurde er von Walter Gropius an das Bauhaus in Weimar berufen. Im September 1922 wurde sein "Triadisches Ballett" in Stuttgart uraufgeführt; ein dreigliedriger Tanz, dessen Tanzfolgen sich vom Scherzhaften zum Ernsthaften entwickeln. So genannte "Figurinen", von ihm entwickelte Kostümkörper, zielen dabei auf eine erste "Demonstration raumplastischer Kostüme". Von 1925 bis 1929 wurde er Leiter der Bauhaus-Bühne am Bauhaus in Dessau. Ab April 1928 übernahm er umfangreiche Lehrverpflichtungen am Bauhaus. 1929 fielen seine "entarteten" Wandgemälde einer Säuberung im Bauhaus-Gebäude in Dessau zum Opfer.

Schlemmer verließ das Bauhaus und wurde im Juni von Oskar Moll an die Staatliche Akademie für Kunst und Kunstgewerbe Breslau berufen, wo er bis zur Schließung 1932 unterrichtete. Im selben Jahr, 1932, waren einige seiner Werke auch im Museum of Modern Art in New York ausgestellt. Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers 1933 wurde Schlemmer aus öffentlichen Museen entfernt und der "Entarteten Kunst" zugeordnet. Im Mai 1933 erfolgte seine fristlose Kündigung an den Berliner Vereinigten Kunstschulen. 1934 fielen seine Wandbilder für das Essener Museum Folkwang dem Bildersturm der Nationalsozialisten zum Opfer.

Oskar Schlemmer ließ sich mit seiner Familie in Eichberg nieder. Er zog sich mit Arbeitsverbot aus dem offiziellen Kunstbetrieb zurück. Er entschloss sich 1938, eine Anstellung beim Stuttgarter Malerbetrieb Albrecht Kämmerer anzunehmen, die ihm durch Vermittlung Baumeisters angeboten wurde. Im Herbst 1940 siedelte er nach Wuppertal über, wo er in der Firma des Lackfabrikanten Dr. Kurt Herberts die künstlerische Verwendung von Lackfarben erproben sollte. Nach diagnostizierter Gelbsucht und akuter Diabetes sowie einem Koma-Anfall folgen Aufenthalte in Krankenhäusern in Stuttgart und Freiburg im Breisgau.

Sein gesundheitlicher Zustand verschlechterte sich in den Folgemonaten. Im April 1943 begab er sich in ein Sanatorium in Baden-Baden, wo er bereits nach wenigen Tagen Aufenthalt einer Herzlähmung erlag.

Oskar Schlemmer verstarb noch während der Nazi-Herrschaft, am 13. April 1943 in Baden-Baden.

NameOskar Schlemmer

Geboren am04.09.1888

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortStuttgart (D).

Verstorben am13.04.1943

TodesortBaden-Baden (D).