Biografie

Friedrich Schleiermacher

Der deutsche Theologe und Philosoph verstand Gott als Schöpfer der Welt, der aber späterhin nicht mehr in das Weltgeschehen eingreife. Für Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher war Religion das "Gefühl schlechthinniger Abhängigkeit" von Gott. Seine Religion beschrieb Schleiermacher in dem Hauptwerk "Der christliche Glaube". Sie war für ihn eine tiefsinnige Erfahrung der Menschheit und eine Notwendigkeit aller Kulturen. Die Modernität seiner pädagogischen Ideen liegt in der nachdrücklichen Berücksichtigung der Subjektivität. Damit war er ein früher Vorreiter einer modernen Theorie in der Pädagogik und Theologie. In seinem Alterswerk "Dialektik" widmete er sich der Begründung der Philosophie als Wissenschaftslehre...
Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher wurde als Sohn einer Pfarrersfamilie am 21. November 1768 in Breslau geboren.

Schleiermacher verbrachte seine Kindheits- und Jugendjahre in Breslau, Ples und Anholt. In den Jahren von 1783 bis 1785 war er Schüler des Pädagogikums der Brüdergemeinde in Niesky. Danach folgte in der Zeit von 1785 bis 1787 das Theologische Seminar der Brüdergemeinde in Barby. 1787 begann er ein Theologie-Studium in Halle. In dieser Zeit befasste sich Schleiermacher mit den Werken von Aristoteles und Immanuel Kant. 1790 beendete er sein Studium. In den Jahren von 1790 bis 1793 war Schleiermacher als Hauslehrer im ostpreußischen Schlobitten tätig.

Im Anschluss daran unterrichtete er am Gedike-Seminar in Berlin. 1794 bis 1796 war er Hilfsprediger in Landsberg/Warthe. Schleiermacher wurde Prediger an der Charité in Berlin. Dort kam er mit Friedrich Schlegel und Henriette Herz sowie anderen Dichtern der Romantik in Berührung. 1799 erschien sein Werk "Reden über die Religion". Im Jahr darauf wurden die "Monologe" und die "Vertrauten Briefe über Lucinde" veröffentlicht. In der Zeit von 1802 bis 1804 hatte Schleiermacher eine Stelle als Hofprediger in Stolpe inne. In dieser Zeit arbeitete er an den "Grundlinien einer Kritik der bisherigen Sittenlehre". 1804 wurde er außerordentlicher Professor für Theologie an der Universität Halle.

Dort machte er die Bekanntschaft des Naturphilosophen Henrik Steffens, woraus sich eine freundschaftliche Verbindung ergab. Ab 1805 arbeitete Schleiermacher an den Übersetzungen von Platons Werken. Der letzte Band dieser Arbeiten wurde erst 1828 ediert. Platons philosophisches Denken war von starkem Einfluss auf Schleiermacher. Besonders die Hermeneutik stand dabei im Vordergrund. Dennoch befasste er sich in seiner eigenen Philosophie auch mit der Ethik, wie zum Beispiel in seiner frühen Schriften "Über das höchste Gut", "Über die Freiheit", "Über den Wert des Lebens", die alle in der Zeit zwischen 1789 und 1793 erschienen.

Im Zuge der Besetzung Deutschlands ließ Napoleon die Universität Halle schließen. Daraufhin verließ Schleiermacher 1807 die Stadt und siedelte nach Berlin über. Dort besetzte er ab 1809 eine Stelle als Pfarrer an der Dreifaltigkeitskirche. Im gleichen Jahr heiratete er Henriette von Willich. 1810 beteiligte sich Schleiermacher an der Gründung der Berliner Universität. Er wurde zum Professor und ersten Dekan der Theologischen Fakultät berufen. 1814 wurde Schleiermacher Sekretär der Berliner Akademie der Wissenschaften. Ein Jahr später wurde er Rektor der Berliner Universität. Der Union in der preußischen Landeskirche stimmte Schleiermacher zu.

In der folgenden Zeit äußerte er sich zu kirchenpolitischen Problemen wie zum Beispiel zur Selbstständigkeit der Kirchen im Rahmen einer synodalen Verfassung, der Schleiermacher zustimmte. 1821 kam sein Werk "Der christliche Glaube" heraus. 1828 führte ihn eine Reise nach England. Ein Jahr später starb sein Sohn Nathanael. Die Abhandlung "Der christliche Glaube" wurde 1830/31 neu aufgelegt. 1833 unternahm er Reisen nach Schweden, Norwegen und Dänemark. In seinem Werk "Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern" (1799) befasst sich Schleiermacher mit der Bestimmung des Wesens der Religion. Sie ist ihm ein Gefühl, mittels dem sich der Mensch mit dem Ewigen vereint.

Die Erkenntnis der Seele und von Gott gehören für ihn zusammen. Damit orientierte sich Schleiermacher an Augustinus. Der Titel "Der christliche Glaube" überschreibt die zwei Bände seines Hauptwerkes, in der Schleiermacher seine Theologie darlegte. Darin definierte er Religion als Abhängigkeit von Gott. Unter anderem leitete er daraus die Sünde her, die von der relativen Abhängigkeit von der vergänglichen Welt herrührte. Schleiermachers Pädagogik wurde vor allen Dingen zu Beginn des 20. Jahrhunderts rezipiert. Später erlangte sie dann erneut in den 1960er und 1970er Jahren gesellschaftliche Bedeutung, als in der pädagogischen Lehre ein kritisch-emanzipatorischer Ansatz zur Geltung kam.

Die Modernität von Schleiermachers pädagogischen Ideen liegt in der nachdrücklichen Berücksichtigung der Subjektivität. Damit war er ein früher Vorreiter einer modernen Theorie in der Pädagogik und Theologie.

Am 12. Februar 1834 starb Friedrich Ernst Daniel Schleiermacher an einer Lungenentzündung.


Bedeutende Persönlichkeiten aus Religion und Kirche

NameFriedrich Schleiermacher

Geboren am21.11.1768

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortBreslau (D).

Verstorben am12.02.1834

TodesortBerlin (D).