Biografie

Marion Gräfin Dönhoff

NameMarion Gräfin Dönhoff

Geboren am02.12.1909

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortFriedrichstein (D).

Verstorben am11.03.2002

TodesortAltenkirchen (D).

Marion Gräfin Dönhoff

Die deutsche Journalistin und Widerstandkämpferin gegen den Nationalsozialismus machte sich als Chefredakteurin und Herausgeberin der Wochenzeitung "DIE ZEIT" einen Namen. Marion Gräfin Dönhoff setzte sich in ihrer journalistischen Arbeit und durch eigene publizistische Tätigkeit immer wieder für Völkerverständigung und gegen die Vertreibung von Menschen aus ihrer Heimat ein. Ihre bekanntesten Titel wurden "Namen, die keiner mehr nennt" (1962) und "Um der Ehre willen" (1994). Sie unterstützte in ihren Leitartikeln die aktive Ostpolitik, kämpfte gegen die Apartheid in Südafrika und rief zu freiheitlichem Denken, Toleranz und Gerechtigkeit auf. Für ihr politisch-menschliches Engagement wurde sie unter anderem mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet...

Bedeutende Vertreter des deutschen Verlagswesens
Marion Hedda Ilse Gräfin Dönhoff wurde als viertes Kind von August Karl Graf Dönhoff und seiner Frau Ria von Lepel am 2. Dezember 1909 auf dem ostpreußischen Familiensitz Schloss Friedrichstein geboren.

Der Vater war Mitglied des Preußischen Herrenhauses und Reichstagsabgeordneter. 1924 überlebte Marion Dönhoff einen schweren Unfall, als sie als Insassin mit mehreren anderen Kindern in einem Auto bei der Rückfahrt von einem Ausflug ins Ostseebad Cranz in den Pregel stürzte. Sie konnte sich als letzte aus dem Wagen befreien. Ihre Cousine Huberta Kanitz und Franz Coudenhove wurden Stunden später tot geborgen. Die Familie schickte sie auf ein Mädchenpensionat in Berlin, gegen dessen strenge Regeln das Mädchen rebellierte.

Nach zwei Jahren durfte sie an ein Gymnasium nach Potsdam wechseln, wo sie bei einer befreundeten Familie wohnte und als einziges Mädchen in einer Jungenklasse 1929 das Abitur bestand. Im Anschluss besuchte sie eine Haushaltsschule in Samaden bei St. Moritz, machte eine Rundreise durch die USA und verbrachte ab Dezember 1930 eine längere Zeit bei ihrem Bruder Christoph in Afrika in der Nähe von Nairobi. Ab 1932 studierte Dönhoff Volkswirtschaft in Frankfurt/M.

Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung zu Jahresbeginn 1933 lehnte Dönhoff die Nationalsozialisten öffentlich ab, indem sie beispielsweise Flugblätter mit oppositionellem Inhalt verteilte. In dieser Zeit wurde sie als "rote Gräfin" bezeichnet, da sie mit den Linken sympathisierte. Gräfin Dönhoff emigrierte nach Basel, um sich einer Verfolgung zu entziehen. 1935 promovierte Dönhoff mit einem Thema über den Familienbesitz. Im Anschluss daran unternahm sie längere Reisen, u.a. nach Afrika. Nach ihrer Rückkehr arbeitete sie ab 1937 in der Verwaltung der Familiengüter, deren Verwaltung sie bei Kriegsausbruch übernahm.

In der Zeit von 1940 bis 1945 war sie als Widerstandkämpferin unter dem Deckmantel einer regimetreuen Adeligen aktiv. Im Rahmen der Ermittlungen über das gescheiterte Attentat auf Hitler durch Graf Claus Schenk von Stauffenberg am 20. Juli 1944 geriet auch Dönhoff in den Verdacht der Mittäterschaft, doch wurde sie schnell wieder freigelassen. Mit dem Einmarsch der sowjetischen Armee floh sie von Schloss Friedrichstein, das von der Roten Armee in Brand gesetzt und völlig zerstört wurde. In der unmittelbaren Nachkriegszeit blieben zwei von Dönhoff für die britische Besatzungsmacht verfasste Stellungnahmen über den Nationalsozialismus unbeachtet.

Als Beobachterin der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse kritisierte sie das einseitige Deutschlandbild der Siegermächte, in dem die deutsche Widerstandbewegung unbeachtet bliebe. Ab 1946 arbeitete Dönhoff für die Wochenzeitung "DIE ZEIT", deren Redaktion zuvor auf ihre beiden Stellungnahmen zum Nationalsozialismus aufmerksam geworden war. Viele ihrer journalistischen Beiträge beruhen auf ihren Erfahrungen im Widerstand, der internationalen Zusammenarbeit und des Heimatverlustes und zeichnen sich durch einen kritischen Ton aus.

Dönhoff wurde 1955 Ressortleiterin für Politik und stellvertretende Chefredakteurin der ZEIT. Als Journalistin kritisierte Dönhoff die Politik Adenauers und setzte sich für die Wiedervereinigung Deutschlands ein. Beim Beginn des Mauerbaus im August 1961 gelangte sie nach Ostberlin und kommentierte ablehnend die fortschreitende Trennung beider deutscher Staaten. Im Jahr darauf kam ihr Buch "Namen, die keiner mehr kennt: Ostpreußen, Menschen und Geschichte" heraus, in dem sie von ihrer Flucht im Jahr 1945 erzählt.

Mit ihrer Beteiligung an der Veröffentlichung "Reise in ein fernes Land - Wirtschaft und Politik in der DDR" engagierte sich die Gräfin 1964 an einer aktiven Ostpolitik. Vier Jahre darauf wurde sie Chefredakteurin der ZEIT. 1970 erhielt sie eine Einladung von Willy Brandt, den damaligen Bundeskanzler zur Unterzeichnung des Warschauer Vertrags zu begleiten. Damit erfuhr die Journalistin eine Anerkennung ihres politischen Engagements. Ein Jahr später wurde sie für ihren Einsatz zur Völkerversöhnung mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt.

Dönhoff wurde 1972 Herausgeberin der ZEIT, darüber hinaus veröffentlichte sie eigene Buchwerke. 1976 erschien ihr Titel "Menschen, die wissen, worum es geht", in dem sie die politischen Wirkungen von Menschen untersucht. Sie fühlte sich dem Gemeinwohl verpflichtet und gründete 1981 in Hamburg den Verein "Marhoff", dessen Aufgabe es war, sich um die Integration entlassener Strafgefangener zu kümmern. In "Amerikanische Wechselbäder" (1983) kommentierte sie 40 Jahre US-amerikanische Außen- und Innenpolitik. Historische Beobachtungen sind in ihrem 1987 erschienenen Werk "Preußen – Maß und Maßlosigkeit" nachzulesen.

Im Jahr 1988 erfolgte die Gründung der "Marion Dnhoff Stiftung", die zur finanziellen Grundlage ihre Buchhonorare und Preisgelder hatte und testamentarisch Alleinerbin war. Das 1988 veröffentlichte Buch "Kindheit in Ostpreußen" war eine autobiografische Arbeit zur eigenen Kindheit und Jugend. In dieser Zeit erhielt Dönhoff den Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf überreicht. In ihrer Dankesrede verurteilte sie das gegenseitige Töten in den israelisch besetzten Gebieten Palästinas und handelte sich damit den Unmut des Zentralrats der Juden in Deutschland ein.

Im Herbst 1992 formulierte Dönhoff ein Manifest mit dem Titel "Weil das Land sich ändern muß". Den Anstoß hierfür gab der sie beunruhigende grundlegende Wertewandel in der Gesellschaft, die nach ihrer Ansicht von Tugenden wie Pflichterfüllung und Verantwortungsgefühl nichts mehr wissen wolle und zu Selbstverwirklichung, Eigennutz und Hedonismus neige. Unter den sieben Mitautoren zu diesem Werk waren neben Wilhelm Nölling, Wolfgang Thierse und Edzard Reuter auch Helmut Schmidt. Ein Jahr später folgte das zweite Manifest "Weil das Land Versöhnung braucht", das sich mit der Vergangenheit der DDR befasste und auf Aussöhnung bedacht war.

In dem Titel "Um der Ehre willen" (1994) schrieb Dönhoff über die historischen Abläufe bis zum Stauffenberg'schen Attentatsversuch auf Hitler. 1996 wurde sie mit dem "Erich Kästner-Preis" des Presseclubs Dresden e.V. ausgezeichnet. Im selben Jahr erschien Alice Schwarzers Biografie über die Gräfin. 1999 wurde die Publizistin mit den Bruno-Kreisky-Preis und dem Hermann-Sinsheimer-Preis bedacht. Ebenso 1999 wurde sie zur Ehrenbürgerin der Stadt Hamburg ernannt. Als Buchautorin schrieb sie mehr als zwanzig Bücher. Der einzige Luxus, den sie sich leistete, waren Sportwagen, die sie bis ins hohe Alter fuhr.

Marion Gräfin Dönhoff starb 92-jährig am 11. März 2002 auf Schloss Crottorf bei Friesenhagen im nördlichen Landkreis Altenkirchen, Rheinland-Pfalz. 2003 beteiligte sich die "Marion Dönhoff Stiftung" an der Gründung des Marion Dönhoff Preises, der Persönlichkeiten auszeichnet, die sich für internationale Verständigung und für gute Beziehungen zwischen Deutschland und Osteuropa engagiert haben.


Bedeutende Vertreter des deutschen Verlagswesens

NameMarion Gräfin Dönhoff

Geboren am02.12.1909

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortFriedrichstein (D).

Verstorben am11.03.2002

TodesortAltenkirchen (D).

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