Biografie

Marcel Dassault

Der französische Unternehmer zählte in den 1930er Jahren zu den führenden Ingenieuren der Luftfahrt. Im Ersten Weltkrieg entwickelte er 1917 für die Französische Luftwaffe unter der Bezeichnung Éclair (Blitz) einen hoch effizienten Holz-Propeller. 1928 gründete er das Luftfahrtunternehmen Société des Avions Marcel Bloch. Nach der Niederlage Frankreichs im Zweiten Weltkrieg 1940 sollte er als so genannter wirtschaftlich wertvoller Jude für das nationalsozialistische Deutschen arbeiten. Bloch überlebte das KZ dank eines Vertrauten von Wilhelm Canaris. Er nahm den Namen Marcel Dassault an (1949) und seine gegründeten Flugzeugwerke "Dassault Aviation" (1949) und "Dassault Falcon Jet Corp" (1980) entwickelten sich zu einer der erfolgreichsten Manufakturen für Privatjets und Militär-Flugzeuge. Zu den bekanntesten Kampf-Jets des Unternehmens zählt die "Mirage"...

Pioniere der Luft- und Raumfahrt
Marcel Dassault wurde am 22. Januar 1892 unter dem Namen Marcel Bloch in Paris geboren.

Nach Abschluss der Hochschule wurde er einer der ersten Studenten im neu geschaffenen Fach des Luftfahrtingenieur-wesens. 1913 machte er seinen Abschluss an der "Ecole Supérieure Aéronautique". Bereits im Ersten Weltkrieg etablierte er sich 1917 mit der Entwicklung eines neuartigen Propellerblattes Éclair (Blitz) aus Holz als führender Hersteller im Flugzeugbau. Bloch baute ab 1918 sein erstes Flugzeug, die "SEA IV", das Interesse an Luftfahrttechnik sank nach Kriegsende jedoch rapide, sodass Bloch sich mit der Immobilienbranche und der Entwicklung von Möbeln beschäftigte. 1925 wurde sein Sohn, der spätere Verleger Serge Dassault, geboren.

Im Jahr 1928 gründete er das Luftfahrtunternehmen Société des Avions Marcel Bloch. 1930 entwickelte Bloch die dreimotorige "MB 60" aufgrund der hohen Nachfrage nach einem Langstecken-Posttransporter. Die "MB 60" wurde von Algerien bis Madagaskar eingesetzt. Auf Basis der "MB 60" erschuf Bloch im Jahr 1931 die "MB 120", die neben Fracht auch Passagiere befördern konnte. Im Jahr darauf entwickelte er die völlig aus Metall bestehende "MB 80". Dieses Evakuierungsflugzeug war mit medizinischem Equipment ausgestattet und wurde in lebensrettender Mission in Nord-Afrika und dem Mittleren Osten eingesetzt.

Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und der Unterwerfung Frankreichs wurde Bloch, dem ein beachtlicher Ruf vorauseilte, 1944 als "Wirtschaftlich Wertvoller Jude" nach Buchenwald in Deutschland deportiert. Im nationalsozialistischen Deutschland verweigerte er sich der Entwicklung von Flugzeugen, in dem er, wenn auch unbemerkt, keinerlei Ideen weitergab. Bloch überlebte seine Gefangenschaft, trotz der schweren Infektion an Diphtherie, auch Dank der Unterstützung eines Vertrauten von Wilhelm Canaris. Nach Kriegsende und im Alter von 53 Jahren, nahm Bloch den Namen Dassault an. Dieser war der Codename seines Bruders, Darius Paul Bloch, der in der französischen Résistance als "Der Panzer" – auf Französisch "char d’assault" - gekämpft hatte.

Die neugegründete "Dassault Aviation" nahm ihre Produktion wieder auf. 1949 folgte mit der MD 450 "Ouragan" (zu deutsch "Hurrikane") der erste Jet Fighter, der in Frankreich sowohl entwickelt als auch gebaut wurde. Es wurden drei Motorenvarianten angeboten, die Nachfrage war enorm. Mehrere Hundert dieser Reihe wurden für Frankreich und für den Export gebaut, einige von ihnen waren bis in die 1980er im Einsatz. Es folgte die bekannte "Mystere"-Reihe, die sich ebenfalls zum Exportschlager entwickelte. Die Erfolgsgeschichte der "Mirage" begann mit dem Korea-Krieg. Die russischen "MiG 15" standen aufgrund ihres geringeren Gewichts und der gesteigerten Wendigkeit im Vorteil zu den amerikanischen "F 6". Um dem Trend zu den leichten Kampffliegern gerecht zu werden, baute Dassault die "MD 550", auch "Mirage I" genannt.

Aus ihr entwickelte sich die "Mirage III", die ihren Jungfernflug am 18. November 1956 antrat. Ihre Leistung war überzeugend und wurde von vielen Nationen in diversen Ausführungen bestellt. Durch die "Mirage III" wurde die Französische Air Force die erste Luftwaffe, die ein Mach 2 Jet in ihrer Flotte hatte. Im Jahr 1961 schließlich wurde die "Etendard 4M" bei der Marine eingeführt und unter großen Veränderungen bis zur "Super-Etendard" weiterentwickelt. Bekannt wurde dieses Flugzeug durch den Einsatz im Falkland-Krieg. Der erste Falcon Business Jet entstand in Kooperation mit Pan Am auf der Basis der "Mystère 20", die Tragflächen hatte er vom "Mystère IV" Fighter. Ausgestattet wurde er mit zwei Pratt & Whitney Motoren. Auf der Pariser Air Show 1963 wurde er vorgestellt und fand u.a. in Charles Lindbergh und Juan Trippe seine Bewunderer.

Insgesamt wurden 500 dieser Business Jets gebaut. 1967 gründete Dessault den "Europe Falcon Service" mit Sitz in Le Bourget, der heute "Dassault Falcon Service" genannt wird. 1968 folgte die Verschmelzung der "Breguet Aviation" mit dem Dassault-Imperium. Gemeinsam mit der amerikanischen "Pan AM" gründete Dassault 1972 die "Dassault Falcon Jet Corporation", die Anteile von "Pan Am" übernahm Dassault im Jahr 1980 und wurde somit alleiniger Inhaber. Zu den letzten Entwicklungen Dassaults zählt die "Rafale". Für die zivile Luftfahrt wurde die "Dassault Falcon" neben "Canadair" und "Cessna" der erfolgreichste Hersteller von Privat-Jets weltweit.

Marcel Dassault starb am 18. April 1986 in Neuilly-sur-Seine. Sein Sohn Serge Dassault übernahm daraufhin den Vorsitz des Unternehmens.


Pioniere der Luft- und Raumfahrt

NameMarcel Bloch

AliasMarcel Dassault

Geboren am22.01.1892

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortParis (F).

Verstorben am17.04.1986

TodesortSeine (F)..sur.Neuilly